Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Sa. 31.12.16
Neues Jahr - neues Herz
Thomas Steinke
Neues Jahr - neues Herz

Wie ist es um Ihr Herz bestellt? Gemeint ist nicht in medizinischer Hinsicht. Gemeint ist: Wie ist es Ihnen ums Herz – am Ende dieses Jahres?

Leicht – weil gerade ein freudiges Ereignis in Ihrer Familie anstand, die Geburt eines Kindes oder Enkelkindes, die Hochzeit oder ein Ehejubiliäum, ein runder Geburtstag oder eine überwundene Krankheit?

Oder eher schwer – weil die Lasten des Alltags Sie niederdrücken, der Stress bei der Arbeit oder Zuhause, die schlimme Diagnose, der Abschied von einem Familienmitglied oder einem guten Freund/einer guten Freundin?

Oder wissen wir gerade gar nicht so genau, wie uns ums Herz ist? Flattert es unruhig hin und her: Einerseits dankbar für viel Gutes in unserem Leben, andererseits verunsichert und traurig wegen mancher Entwicklungen in unserem Land und unserer Welt, die wir nicht richtig einordnen können?
Die Bibel spricht in besonderer Weise vom Herzen:

Das Herz – es steht für die Mitte unserer Person, die das Ganze bestimmt: Unser Denken, unser Wollen, unser Planen und unser Fühlen. Letztlich geht es um die Frage: Wer hat Einfluss auf unser Herz, wo ist es beheimatet? Die Jahreslosung für das kommende Jahr ist ein großartiges Versprechen! "Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch." (Ezechiel 36,26) Gott schenkt uns ein neues Herz, das bei ihm verankert ist in unruhiger Zeit, das sich prägen lässt von seinem Wort. Ein neues Herz, das nicht hart und kalt wie Stein ist, weil wir dicht gemacht haben und verbittert sind wegen der schlimmen Nachrichten tagaus tagein und der schweren Erfahrungen, die hinter uns liegen. Nein, ein neues Herz aus Fleisch und Blut, das wieder spürbar schlägt für andere Menschen und für die Sache Jesu. Es ist sein Geist, der Geist des Auferstandenen, der unser Herz wiederbelebt und brennen lässt für Gott und unsere Mitmenschen. Sind wir offen dafür? Lassen wir uns so beschenken?
Ich wünsche es Ihnen und mir. Denn ein Mensch mit einem solchen neuen Herzen ist ein wirklich freier Mensch: Der wird unabhängiger von den Meinungen der anderen;
der bekommt ein starkes Rückgrat und steht zu seinen Ansichten, die nun von Jesus geprägt werden;
der lässt sich nicht so schnell einschüchtern und auf Linie bringen.
Der lässt sich nicht einfangen von Hassparolen, von Stammtischmeinungen...
Der wird sich in einem Klima der allgemeinen Verunsicherung und Verdächtigungen dennoch für Menschenwürde, für gleiche Rechte für alle einsetzen.
Der wird gegen Populismus und Radikalität eintreten –
für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft!

Ein gesegnetes neues Jahr Ihnen allen – mit einem neuen Herzen!

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Thomas Steinke

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Di. 27.12.16
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues…
Dr. Hans Christian B…
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Andacht zur Jahreslosung 2017

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy

Es kann erglühen und pochen, hämmern und stocken, brechen und zerspringen. Es kann verschenkt werden, unergründlich und offen sein. Und auch auf der Zunge können wir es tragen – unser Herz. Es kann aber auch trotzig und verzagt sein.

In der Bibel ist „Herz“ eines der am meisten gebrauchten Worte.  Kein Wun-der, gilt das Herz doch als Kern unserer Person, als unsere Mitte. Hier treffen wir unsere Entscheidungen, fühlen und empfinden wir.

Ein neues Herz, einen neuen Geist will Gott schenken. So sagt es der Prophet Hesekiel seinem Volk Israel zu, das zu dieser Zeit in der babylonischen Gefangenschaft sitzt.  Statt eines Herzens aus Stein, so die prophetischen Worte,  gibt Gott ein lebendiges und großes Herz. Konkret heißt dies für Hesekiel: die Schwachen schonen, fair handeln – auch gerade im wirtschaftlichen Zusammenhang – und  Unrecht meiden. Das schrieb er vor 2.500 Jahren.
„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“, sagte Martin Luther zwei Jahrtausende später. 2017 feiern wir das 500-jährige Jubiläum der Refor-mation, die 1517 mit der Veröffentlichung von Luthers  Thesen begann. Er wollte seine Kirche von ihrer Mitte - quasi von ihrem Herzen her - erneuern und reformieren.
Selbstkritische Fragen gehören daher für mich zu diesem Jubiläumsjahr: Woran hänge ich ganz persönlich mein Herz? Was dient mir zur Orientierung?
Aber auch als Gemeinde, ja als Kirche insgesamt, ist immer wieder zu fragen: Was ist bei uns zu erneuern, zu reformieren? Gerade das Reformationsjubiläum darf sich ja nicht darin erschöpfen, die Vergangenheit zu feiern, sondern die Freiheit eines Christenmenschen für unsere Zeit durchzubuchstabieren, das Herz neu auf Christus auszurichten und es für den Nächsten zu öffnen.

Es ist gut, dass wir hier als evangelische und katholische Christen Seite an Seite stehen und gemeinsam 2017 ein Christusfest feiern können. Denn uns verbindet viel mehr als uns trennt. Und nach der Bibel ist der Geist, den Gott gibt, ein Geist, der zusammenführt: Ein Geist – verschiedene Gaben.
„Kirche im Reformstress“ – so hört man bisweilen kritisch über die kirchli-chen Reformbemühungen der vergangenen Jahre. Reform ist immer wieder nötig – eine der Grundeinsichten der Reformation. Und das geschieht in unserer Kirche. Aber manche, die sich hier dankenswert engagieren, stöhnen doch sehr über die Belastungen.

Die Jahreslosung 2017 ist die große Ansage gegen allen Reformstress:  Gott selbst schenkt Erneuerung. Und zwar ganz von innen her – durch Erneuerung des Herzens und durch einen neuen Geist. Das ist das Gegenteil eines Appells zu neuen Anstrengungen. Es ist die Einladung, Gott wirken zu lassen. Dafür braucht es Zeit und Raum. Eine wunderbare Ermutigung gerade für das Jubiläumsjahr. Reform muss nicht erzwungen werden, sie will wachsen.

Einen neuen Geist schafft Gott in uns. Allein aus Gnade – eines der Leit-motive der Reformation – wendet  er sich uns Menschen zu, erhält und erneuert seine Kirche. Uns bleibt, aus diesem neuen Geist zu leben und als seine Gemeinde mit einem neuen Herzen Gottes Botschaft in Wort und Tat in die Welt zu tragen.
Frei und unerschrocken dürfen wir dies tun, denn Gottes Zusage gilt: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Hans Christian Brandy

 

(Quelle: Kirchengemeinde Bexhövede – Jahreslosung 2017 - www.kirche-bexhövede.de/gemeinde/gemeindebrief/angedacht/2016/losung_2017)

 

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Dr. Hans Christian Brandy

Hans Christian
Brandy
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Sa. 24.12.16
In süßem Jubel
Dr. Matthias Wilke
In süßem Jubel

„Nun singet und seid froh“ – „In dulci jubilo“! In süßem Jubel – sollen wir singen und froh sein, „denn unseres Herzens Wonne liegt in praesipio“ – in der Krippe. Manchem ist dieses Lied schon längst ein traditioneller Begleiter durch die Advents- und Weihnachtszeit. So ist es eben: Einige finden´s schön, andere finden es kitschig. Das wird wohl immer schon so gewesen sein, je nach Zeitgeist und Geschmack. 1529 soll „In dulci jubilo“ zum ersten Mal im Gesangbuch abgedruckt worden sein. Martin Luther wirkte dabei mit. Aber Heinrich Seuse, ein Dominikaner, auch Suso genannt, kannte es bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts und soll es in einer frühen Form selbst verfasst haben. Die Legende besagt, dass ihm ein himmlischer Spielmann zurief: „Vergiss dein Leiden und tanz mit mir!“ Er fing an, vom Jesuskind „in dulci jubilo“ – in süßem Jubel – zu singen. Und dieser schöne Gesang vom Gottessohn hat das Herz Seuses so sehr berührt, dass er tatsächlich sein Leiden vergaß. Die Musik linderte, heilte vielleicht sogar. Irgendwie beeindruckend. Musik, Vertrauen und Glaube können dabei helfen, einen Heilungsprozess besser zu bewältigen. Für mich ist „In dulci jubilo – nun singet und seid froh“ nicht nur ein schönes und wohltuendes Lied. Ich lese darin auch dies: Jesus Christus ist das A und O, der Anfang und das Ende. Gottes Sohn bringt unser Leben auf die richtige Spur und trägt an den Lasten mit. Das ist gerade in dieser Zeit wichtig, in der wir erschrocken sind über den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Wir gedenken der Opfer und trauern mit den Angehörigen und Freunden. Auf das Licht Gottes sehen und aus dem Licht Kraft und Mut schöpfen – das ist für mich Weihnachten. Weil Gottes Wille Frieden ist für alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion und Kultur. Gesegnete und friedvolle Weihnachten wünsche ich Ihnen von Herzen.

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Dr. Matthias Wilke

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Di. 06.12.16
Psalm 130,6
Monatsspruch
Psalm 130,6

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter am Morgen.

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Do. 27.10.16
Vergib uns unsere Schuld
Ev. luth. Landeskirc…
Vergib uns unsere Schuld

Vergib uns unsere Schuld

3 Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke - 

4 was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden -, 

5 für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute; 

6 und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. 

7 Wie es denn recht und billig ist, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch in meinem Herzen habe, die ihr alle mit mir an der Gnade teilhabt in meiner Gefangenschaft und wenn ich das Evangelium verteidige und bekräftige. 

8 Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Christus Jesus. 

9 Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, 

10 sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, 

11 erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes.

(Phil 1, 3-11)

Andacht der Woche

Wohltuend

Paulus schreibt an Christen, deren Gemeindegründung er aktiv gefördert hat. Nicht nur die Purpur-Händlerin Lydia, sondern viele andere sind anscheinend gut versorgt, gehören dem Mittelstand an. Sie sind in der Lage, Kollekten für andere zu sammeln. Auch Paulus, der jetzt im Gefängnis festgehalten wird und kein Geld verdienen kann, erhält eine großzügige Spende. Normalerweise lehnt er es ab, sich etwas schenken zu lassen.

Diese wohlmeinenden und wohltuenden Christen sind für Paulus offensichtlich eine große Freude. Überschwänglich dankt er Gott, dass er die Gemeinde in Philippi nicht nur finanziell reich beschenkt. 

Die Lage ist in deutschen Gemeinden gar nicht unähnlich: Die Bereitschaft zu Spenden ist weiterhin hoch, viele Ehrenamtliche wirken mit in diakonischen und nachbarschaftlichen Projekten. Aktionen für Flüchtlinge und mit ihnen werden an vielen Orten ins Leben gerufen, es entstehen Freundschaften und Partnerschaften. „Gott sei Dank!“ dürfen auch wir sagen, dass allem Widerspruch und allen Ängsten zum Trotz soviel Zuversicht und Gottvertrauen die Oberhand behalten. Welch ein Glück, dass viele Christen ihre Fürsorge nicht nur den eigenen Glaubensgenossen zukommen lassen, sondern allen, die Hilfe nötig haben.

Christenglaube ist seit jenem Auftrag Christi grenzüberschreitend: „Geht hin in alle Welt...“ Das gilt inzwischen auch umgekehrt: Wer zu uns kommt, woher auch immer, und Hilfe sucht, dem gehört unsere Aufmerksamkeit.

Paulus sieht in allen Wohltaten ein Werk der Liebe, die von Gott her kommt und uns geschenkt wird. Viele engagierte Christen gehören – den Philippern ähnlich – auch der gut situierten Mittelschicht an. Sie brauchen sich im Allgemeinen wenig Sorge zu machen und können abgeben. Für weniger Betuchte gibt es Diakoniekassen, kostenlose Beratung, Zuschüsse für Kinder- und Jugendfreizeiten. „Gott sei Dank!“, dass wir für viele in Not Geratene Hilfsmöglichkeiten anbieten können. Möglichst keiner soll zurückgelassen werden, möglichst jeder soll seinen (Lebens-)Weg unbekümmert gehen. Trotz aller Liebe und aller Zuwendung werden jedoch Lücken bleiben.

Darum bedarf es der Bitte, „dass eure Liebe immer noch reicher werde“. Und damit verbunden ist die Prüfung, „worauf es ankommt“, also eine Art Prioritätensetzung. Was hat Vorrang, was bringt Hilfe, was tut gut? Wer sich völlig verausgabt, kann anderen nicht mehr helfen. Wer seine Kräfte falsch einschätzt, steht möglicherweise bald ohnmächtig da. Paulus schreibt im 1. Korintherbrief: „Dafür halte uns jedermann: für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse.“ Unser Reden und Tun ist also zuerst ein Gottesdienst.

Paulus hofft wohl auf eine baldige Wiederkehr Christi. Das macht den Gottes- und Nächstendienst dringlich. Wir dagegen dürften uns eher darauf einstellen, dass unser Sterben einst die Tür zur Ewigkeit ist. Dies kann jederzeit geschehen. Also sind auch wir bereits heute und morgen Gott verantwortlich. Zugleich in der Gewissheit, dass Gott alles zu einem guten Ende bringt.

Pastor i.R. Udo Wolten

(Quelle: http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/wir-fuer-sie/sie-persoenli...)

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Sa. 01.10.16
Wo aber der Geist des Herrn ist,
Monatsspruch
Wo aber der Geist des Herrn ist,

Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2.Kor 3,17

 

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Do. 01.09.16
Gott spricht: Ich habe dich je und je…
Monatsspruch
Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jer 31,3

Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ichdich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jer 31,3

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So. 14.08.16
Nicht einfach zu knicken
Alexa Wilke
Nicht einfach zu knicken

Eigentlich war einfach ein netter Abend geplant. Daraus wurde nichts. Das hatte er gleich gesehen, als sein Freund in der Tür stand. „Frag nicht!“, sagte der, grüßte kaum und saß kurz danach ziemlich geknickt auf dem Sofa. „Mensch, es gibt Tage…“ fing er an. Der Morgen beim dementen Vater. Und am Nachmittag dann auch noch Streit mit seiner Freundin. „Es gibt Tage, die ziehen einen nur runter...“

Im Laufe des Abends erzählte er. Der Vater am Morgen. Früher war er offen für die Welt, hatte Freunde und stand im Leben. „Er hatte richtig Feuer, weißt Du?“ Und heute erkundigten sich die Nachbarn zwar höflich, wie es ihm ginge. Doch hinter der Hecke hörte er sie munkeln: „Mit dem ist nichts mehr los!“ „Und dabei ist das nicht wahr! Wenn ich Papa Bilder von früher zeige, dann funkeln seine Augen richtig. Und ich sehe wieder den Papa, der er immer für mich gewesen ist.“

Eine Weile blieb er ruhig. „Aber das mit der Moni…“ begann er dann. „Das mit der Moni – ich hab wirklich Angst, dass das in all der Belastung zerbricht.“ Er sackte noch tiefer in sich zusammen: „Mensch, ich will sie nicht so knicken…“

Eigentlich war ein netter Abend geplant. Und nun saß sein Freund auf dem Sofa, erzählte und schimpfte, versank in Gedanken. Erzählte sich Stück um Stück aus seiner Traurigkeit und seinem Ärger über sich selber heraus und wurde ruhiger. Hätte er den Wochenspruch für die kommende Woche gekannt. Er hätte etwas mit ihm anfangen können. In solchen Begegnungen wie denen, die ihn an diesem Tag runtergezogen hatten, können wir ahnen, was es bedeutet (Jesaja 42,3), „Gott wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“

 

 

 

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Alexa Wilke

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(04261) 3061644
Mo. 01.08.16
Wohlwollende Entmündigung
KDA (Kirchlicher Die…
Wohlwollende Entmündigung

Ein herrlich warmer Sommerabend im Garten. Ich
rauche meine Feierabendzigarette bei einem Glas
Rotwein. Vorgestern, nach der Teilnahme am Schützenausmarsch,
wurde im Festzelt ausgiebig gefeiert.
Ich esse Fleisch, fahre einen Diesel-Pkw, sollte
regelmäßiger ins Fitness-Center gehen… Eigentlich
müsste ich ein schlechtes Gewissen haben, denn mein
Verhalten verstößt gegen allgemeine Trends zu mehr
Selbstdisziplin, Gesundheitsbewusstsein und Ressourcenschonung
und ist gefühlt unmittelbar mit dem
Zustand dieser Welt und des Planeten Erde verknüpft.
Es gibt zunehmend Verbindlichkeiten, wie ein risikoarmes,
moralisch vertretbares, wertvolles und nachhaltiges
Leben zu führen ist. Die entsprechenden Mittel
und Möglichkeiten werden zur Verfügung gestellt.
Und wer diese Chancen nicht wahrnimmt, dem droht
die Ausgrenzung: Höhere Versicherungsbeiträge, Abwertung
in der Öffentlichkeit, Sanktionen, Benachteiligung
im Berufsleben.

 

Unkontrolliertes verschwindet
Kopfschüttelnd stehen viele Ältere, die in den späten
sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
für persönliche Freiheiten gekämpft haben, vor
der Unterwerfung durch die Vorgaben einer neuen
Moral und einer Normierung des Verhaltens. Räume
für Ausschweifendes, Unvorhergesehenes und Unkontrolliertes
scheinen zu verschwinden. Sicherheitssysteme,
Überwachungsanlagen, Rauch- und
Alkoholverbote, Hygienevorschriften, Helmpflicht,
Leinenzwang – Kontrollinstanzen sind allgegenwärtig,
und Piktogramme weisen auf den unfallfreien
Gebrauch von Plastikbeuteln hin oder belehren uns
beim Händewaschen.

 
Es ist alles geregelt
Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Dinge „von
oben“ schon geregelt werden und geben dabei unbemerkt
mehr und mehr Verantwortung ab. Doch
wer Menschen vor ihrem eigenen Verhalten schützen
will, kennt offenbar deren Interessen besser als sie
selber und spricht ihnen die Fähigkeit ab, eigene
Entscheidungen zu treffen. Was fürsorglich gemeint
ist, unterstellt Hilfsbedürftigkeit und nimmt Menschen
ihre Würde. „Fürsorge versorgt vor allem die
Fürsorger“, so beschreibt es der Autor Reinhard K.
Sprenger in seinem Buch „Das anständige Unternehmen“:
Institutionen geben vor, Probleme zu lösen,
sorgen aber in Wirklichkeit für ständigen Nachschub
an Problemen, für die sie Lösungen bieten. Somit
dienen infantilisierte Erwachsene dem Systemerhalt
und der Machtgier der anderen.
Ich möchte nicht wohlwollend entmündigt werden.
Auch wenn mein Verhalten verantwortungslos und
selbstgefährdend wäre, behalte ich mir die Freiheit
vor, selbst darüber zu entscheiden.

„Du, HERR, zeigst mir den Weg zum Leben.

In deiner Nähe finde ich ungetrübte Freude;

aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.“

(Psalm 16, 11)

Angesichts dieser Gewissheit des göttlichen Zuspruchs verlieren moralisch aufgeblasene Optimierungsgebote ihren Wert.

 

 

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser
Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.

V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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Fon: 0511 1241-449

Wohlwollende Entmündigung
Autor: Peter Greulich, Referent
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt/
KDA und Spiritual Consulting
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August 2016
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Sa. 09.07.16
Lieder erklingen
Hilke Bauermeister
Lieder erklingen

Morgen ist das Finale der Fußball-Europameisterschaft. Zwei Mannschaften werden gegeneinander antreten. Fans werden sich im Stadion versammeln. Es werden die Nationalhymnen erklingen. Die Fans werden Gesänge anstimmen während des Spiels. Im Fußballstadion singt man gern und viel. Wie in der Kirche. Da singt man auch gern und viel. Vielleicht denken Sie nun: „Das mag ja sein. Aber die passenden Töne trifft man im Stadion leichter.“ Das stimmt! Viele Kirchenlieder haben schöne, aber anspruchsvolle Melodien. Wer die Melodie nicht kennt, hat es schwer, stets den richtigen Ton zu treffen. Da hat man es im Stadion einfacher.

Kirchenlieder und Fußballgesänge haben dennoch etwas gemeinsam: Singen verbindet. Obwohl sich die vielen Menschen in den Fankurven nicht alle kennen, sind sie doch für die Zeit, in der sie zusammen singen, geeint – geeint in dem Wunsch, ihre Mannschaft kräftig anzufeuern. Kirchenlieder vereinen Menschen im Gebet: Manche Lieder singen wir, um Gott zu danken, andere singen wir, um Gott zu klagen, was uns auf dem Herzen liegt. Lieder helfen, Traditionen zu bewahren, die Erinnerung wach zu halten an die Vergangenheit, sei es die Erinnerung an die glanzvolle Vergangenheit eines Fußballvereins oder die Erinnerung daran, was unser christlicher Glaube ist. Morgen Abend ist das Finale der Europameisterschaft. Morgen Vormittag ist Gottesdienst. In den Kirchen werden Lieder erklingen. Lieder, die uns daran erinnern, woran wir als Christinnen und Christen glauben: „Wenn wir in Frieden beieinander wohnten, Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten, dann würden wir den letzten heilgen Willen des Herrn erfüllen.“ (Ev. Gesangbuch, Nr. 221, Strophe 2)

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Mo. 04.07.16
Den Finger in die Wunde legen?
KDA (Kirchlicher Die…
Den Finger in die Wunde legen?

Den Finger in die Wunde legen?

In der Arbeitswelt steht dieses Wort für ein klares
Benennen von Missständen, Ungerechtigkeiten oder
falschen Entwicklungen. „Da müssen wir den Finger
in die Wunde legen“ meint immer etwas Wichtiges,
hier geht es um Entscheidendes. In einer guten Unternehmenskultur
erhalten „Wunden“ eine hohe Aufmerksamkeit. Denn genau hier entscheidet sich
die Fähigkeit zur Zukunftsgestaltung.

Dieses Bild vom dem Finger in der Wunde stammt
aus den Auferstehungsgeschichten von Jesus von
Nazareth. Dort fordert er Thomas auf, den Finger
in seine Wunde zu legen. Er soll mit seiner Hand die
Wundmale von Jesus spüren, damit er ihm als den
Auferstandenen vertrauen kann. Erst dann wird die
Geschichte von Thomas und den anderen Jüngern
Zukunft haben.

 

Wunden sind Schnittstellen
Für mich sind die „Wunden“ in Unternehmen wichtig,
weil sich in ihnen das reale Leben zeigt. Sie sind die
Schnittstellen für eine sinnvolle Weiterentwicklung.
Probleme offenbaren ja das, was getan werden
muss, wo sich der Einsatz am meisten lohnt. Wer sich
traut, sie aufzuzeigen, ist der Lösung am nächsten.
Denn sie sind die entscheidenden Stellen, die es zu
bearbeiten gilt.

Die Deutung der Jesusgeschichte vom „ungläubigen“
Thomas bestärkt uns genau in diesem Bemühen.
Durch seine direkte Frage nach den Wundmalen
erscheint Thomas erst einmal als anmaßend und ungläubig.
Doch die Reaktion von Jesus ist verblüffend.
Gerade durch seine Offenheit kommt Thomas zum
Glauben. Das Bild von Thomas wandelt sich. Jesus
findet ihn geradezu genial und macht ihn zu einem
Zukunftsmodell.

 

Thomas in der Arbeitswelt
Der Glaube an den Auferstandenen hat auch dann
Zukunft, wenn Jesus mit seinen Wundmalen nicht
mehr direkt greifbar ist. Für die Zeit ohne ihn sagt
er: „Selig sind, die nicht sehen (können) und doch
glauben!“ (Johannesevangelium, 20. Kapitel, Vers 29)
Mir gibt dieses Wort den Mut, immer an den Nahtstellen
der Arbeitswelt anzusetzen und dort nachzufragen.
Es ist eine wichtige Aufgabe, Manager
und Unternehmer zu begleiten und zu beraten, die
realistisch sind und ehrlich arbeiten. Dazu braucht
es die Aktualisierung der Jesusgeschichten, dazu
braucht es Thomas in der Arbeitswelt.

Glaubhaft Zukunft gestalten
In der Geschichte von Thomas bleibt es offen, ob er
wirklich seinen Finger in die Wundmale von Jesus
gelegt hat. Durch die positive Reaktion von Jesus war
das Hineinlegen nicht mehr nötig. Sie allein hat ihn
überzeugt und zur Mitarbeit gewonnen.
Nicht immer muss der Finger tatsächlich in die
Wunde gelegt werden. Ich wünsche mir Wirtschaftsunternehmen
wie auch öffentliche und kirchliche
Einrichtungen, die ganz selbstverständlich an den
entscheidenden Stellen ansetzen und mit ihren Mitarbeitenden
glaubhaft Zukunft gestalten.

 

 

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
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Fon: 0511 1241-449
Autor: Pastor Ralf Reuter
Pastor für Führungskräfte in der Wirtschaft, Spiritual Consulting
reuter@kirchliche-dienste.de
Juli 2016, WORTMELDUNG

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So. 29.05.16
Scherben
Amely Lißner
Scherben

Neulich ist mir beim Abwaschen doch eine meiner schönen Teetassen kaputt gegangen. Vermutlich aus Unachtsamkeit, oder weil es mal wieder schnell gehen sollte. Scherben machen mich immer etwas wehmütig. Nicht nur wegen der Lücke im Schrank, die nun vorwurfsvoll auf mich wartet.

Sie erinnern mich daran, dass auch in unserem Leben leicht etwas zerbrechen kann.

Träume, Glück, Gesundheit…

Viele Menschen stehen unter dem Druck, immer funktionieren zu müssen. Je nach Typ fällt uns das leichter oder schwerer. Da ist die Angst, zu versagen und von den anderen abgelehnt zu werden, weil wir den Erwartungen nicht entsprechen, die von außen an uns herangetragen werden.

Wie gut ist es, in all diesem auferlegten Druck zu hören, dass Gottes Gnade und seine Zuwendung an keine Bedingung gebunden ist.

Sie gilt uns gerade dann, wenn wir der gängigen Norm nicht entsprechen!

Sie gilt uns nicht nur, wenn etwas geglückt ist, sondern auch wenn etwas kaputt gegangen ist in unserem Leben. Dann, wenn wir vor unseren eigenen Scherben stehen.

Solchen Menschen traut Gott offenbar etwas zu. Ihnen spricht er zu: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2 Korinther 12,9)

Wenn wir diese Worte in unser Herz lassen können, wird es uns vielleicht etwas leichter fallen, auf die Erwartungen und den Druck zu pfeifen und zu sagen: „Das ist mein Leben! Niemand kann für mich die Aufgaben und Chancen meines Lebens aus Gottes Hand nehmen!

Das bin ich! Von Gott bejaht und geliebt, trotz aller Schatten, die mir den Weg oft schwer machen!“

Es gibt jemanden, der uns aufhilft, wenn wir fallen. Gottes Hand lässt uns nicht los.

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Amely Lißner

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Amely
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Pastorin der Stadtkirchengemeinde
Am Kirchhof
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 4962
Mi. 01.06.16
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr
Monatsspruch
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden. Ex 15,2

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So. 01.05.16
Denn Gott sprach und die Schwiegereltern…
Denn Gott sprach und die Schwiegereltern pflanzten

Meine Terrasse ist seit einer Woche bunt. Pink und bläulich auf der einen Seite, eher gelblich-orange auf der anderen. Nett sieht das aus. Meine Schwiegereltern haben ganze Arbeit geleistet. Das war eine gute Idee, die Blumenkübel zu bepflanzen. Und wie schön und wohltuend sich die bunten Blüten von diesem elendig tristen Oktober-Himmel in diesen letzten April-Tagen abheben! Erstaunlich! Die Laune hebt sich doch glatt ein bisschen. Immerhin ist die Terrasse bunt. In meinem unmittelbaren Sichtfeld ist Frühling. Ich spüre, wie ich seltsam geräuschvoll die Luft einatme. Ein Seufzer löst sich tief in meiner Kehle. Ich denke an meine Großmutter. Und an den Garten, der zu ihrem Haus gehörte. Wie sie dasteht zwischen ihren Blumenbeeten, die Hände in die Hüften gestemmt und ein Lächeln auf den Lippen. Stolz war sie immer auf ihre Blumenpracht hinterm Haus. Der Garten war immer bunt. Und ich sehe mich noch als kleinen Jungen zwischen Stiefmütterchen und Tulpen auf dem Rasen toben. Und ich höre sie noch sagen: „Schön ist das, im Garten ist immer Leben. Und dass sich das so von selbst regt! Immer wieder neu im Frühling – auch dann, wenn meine eigenen Kräfte nachlassen.“ Daran muss ich denken. Und nochmal seufzen. Weil es einfach eine schöne Erinnerung ist. Und draußen ist es immer noch grau, obwohl der Mai schon in den Startlöchern steckt. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden und es geschah so. Denn Gott sprach und meine Schwiegereltern pflanzten und meine Terrasse ist schön bunt. Und Gott sah, dass es gut war (1.Mose 1,11f). Und ich merke, wie ich dastehe zwischen meinen Kübeln, die Hände in die Hüften gestemmt und ein Lächeln auf den Lippen. In meinem unmittelbaren Sichtfeld ist Frühling. Der Rest kommt schon noch!

So. 24.04.16
Reif für den Segen
Thomas Steinke
Reif für den Segen

In diesen Wochen wird sie an verschiedenen Stellen geprüft: Die Reife. Die sechsjährigen Kinder werden zur Schule angemeldet - und dann wird geprüft, ob sie auch reif dafür sind. An den Gymnasien, den Gesamt- und den Berufsschulen laufen gerade die Abiturprüfungen - und wenn alles gut geht, steht am Ende jeweils die bescheinigte Hochschulreife.

Zugleich finden in unseren Kirchengemeinden gerade die Konfirmationen statt. An der Schwelle zum Erwachsenwerden, zum Mündigsein auch in Fragen des Glaubens, liegt hier der Schwerpunkt allerdings nicht auf einer Prüfung. Hier geht es nicht um unsere Leistung, sondern um unser Vertrauen zu Gott und zueinander. Und vor allem um Gottes Zuspruch; Einsegnung heißt die Konfirmation deshalb auch: „Hab keine Angst vor der Zukunft, ich bin bei Dir. Auch wenn Du immer selbstständiger wirst und immer mehr Verantwortung übernehmen musst - Du bist und bleibst mein geliebtes Kind, für das ich jeden Augenblick da bin. Auch wenn vieles noch ungewiss ist und Du keinen wirklichen Plan für Dein Leben hast - ich, Dein Gott, geh mit, auf mich kannst Du Dich verlassen!“

Genau genommen sind nicht nur die Konfirmandinnen und Konfirmanden reif für den Segen Gottes. Genau genommen sind wir es alle. Immer wieder. Jeder Tag ist ein Geschenk aus seiner Hand. Wir verdanken uns nicht selbst. Und täglich leben wir davon, dass uns von außen neue Kräfte zuströmen und wir den Mut nicht verlieren. So gilt dieser Segen auch Ihnen und mir: „Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe dir seine Gnade: Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass du bewahrt werdest zum ewigen Leben. Friede sei mit dir.“

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Thomas Steinke

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Thomas
Steinke
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So. 10.04.16
Kaufen, haben, kaufen
Susanne Briese
Kaufen, haben, kaufen

„Oh, ich kauf mir was, kaufen macht so viel Spaß, ich könnte ständig kaufen gehen, kaufen ist wunderschön…“ Herbert Grönemeyer – ein Song aus seiner CD „Gemischte Gefühle“. „Gemischte Gefühle“ - das passt gut zum Thema „Kaufen“, finde ich. Kaufrausch gibt es heute wie damals. Kaufen, haben, wegwerfen, neu kaufen - längst schon ist ein „must-have“ etwas, das man einfach haben muss, auch wenn man es gar nicht wirklich braucht.

Kaufen, haben, kaufen - es will kein Ende nehmen. Man kann 24 Stunden am Tag im Internet alles bestellen, was man haben will. „Bin ich erst im Kaufrausch, frag ich gleich nach Umtausch, weil ich an sich nichts brauch, kaufen tut gut…“ - Herbert Grönemeyer hält den Spiegel vor. Kaufen kann zum Selbstzweck werden. Kaufrausch und Kaufsucht liegen nahe beieinander. Wenn Selbstbestätigung durch Konsum gesucht wird, die nur durch ständig neuen Konsum aufrechterhalten werden kann, wird das ein Teufelskreis, der die Seele belastet. Wie gut wäre es, wenn man zufrieden sein könnte, ohne das Haben-müssen!

Das klingt doch sehr entspannt, geradezu befreiend. Haben um jeden Preis macht niemanden auf Dauer glücklich. Und das Wichtigste im Leben kann man sowieso nur geschenkt bekommen. Paulus, der große Mann der Bibel, scheibt, man solle „kaufen, als behielte man es nicht, und diese Welt gebrauchen, als brauchte man sie nicht…“ Dieser Blick macht frei. So kann man die Welt anders anschauen. Es kommt eher darauf an, wie das Leben gestaltet wird - mit dem, was man hat und mit den Menschen, die zu einem gehören. Nämlich so, dass die Zukunft stets im Blick ist - also Leben angesichts des Kommens des Herrn. Mit anderen Worten: Beziehungen, Erfahrungen und Güter sollen im Lichte der Ewigkeit angesehen werden. Das ist etwas Anderes als Kaufrausch und Wegwerfmentalität.

Im guten Sinne sind das die wahren „gemischten Gefühle“: Wir können unser Lebensglück genießen, sollen es auch in Dankbarkeit tun, und die Ewigkeit in Gottes Reich bietet uns dazu eine tragfähige und gute Haltung.

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Susanne Briese

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Susanne
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So. 03.04.16
Wie neugeboren
Martin Söffing
Wie neugeboren

„Ich habe heute geduscht und Haare gewaschen!“, berichtet eine Patientin voller Freude. „Ich fühle mich wie neugeboren!“ Zehn Tage nach der Operation wieder frisches Wasser auf der Haut zu spüren, fühlt sich wunderbar an.
Ein anderer Patient erzählt erleichtert: „Es ist nichts Bösartiges! Ich bin so froh! Ich fühle mich wie neugeboren!“
Patienten, die von Ostererfahrungen berichten und ich höre: Ich habe wieder Kraft bekommen, ich fühle mich wieder lebendig! Ich bin Angst und Sorge los!
Und dann besuche ich einen Patienten, der kann nicht mehr selbst duschen, er wird auch nicht mehr gesund, er weiß, dass er sterben wird. Er sagt zu mir: „Es ist alles gut. Ich bin ganz gelassen.“
Und ich sage nur: Danke, Gott.

Ostererfahrungen mitten im Leben und am Lebensende. Ich bin dankbar, an ihnen teilhaben zu dürfen. Wie neugeboren – so lautet der Name dieses Sonntags.

Petrus schreibt darüber in einem Brief an Christen in Kleinasien. Er erinnert sie: Mit Jesu Auferstehung ist ein neues Leben angebrochen. Dieses Leben ist noch anders als einzelne Ostererfahrungen, es ist eine neue Haltung gegenüber den Menschen. Wir verdanken sie der Barmherzigkeit Gottes. Gott schenkt Hoffnung trotz aller Todesspuren in der Welt. Deshalb seid selbst barmherzig, lebt nach dem Willen Gottes in seiner Liebe. Und habt keine Angst vor Anfeindung oder gar Tod. Gott wird neues Leben schenken.

Das schreibt Petrus damals. Und heute sehe, höre, lese ich vom Terror gegen Christen in Pakistan, Gewalt, Krieg, Tote überall in Gottes Welt. Todesspuren überall. Es ist schwer, der Barmherzigkeit und der Liebe zu vertrauen. Aber nur so haben Menschen und Schöpfung eine Chance.

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Martin Söffing

Martin
Söffing
Pastor Klinikseelsorge AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM
Elise-Averdieck-Straße 17
27356
Rotenburg
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(04261) 77 - 2003
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(04261) 77 - 2029
Mobil: 
(0172) 8450895
Mo. 21.03.16
Peng, du bist tot
Peter Handrich
Peng, du bist tot

Es ist Fastenzeit. Es ist Passionszeit. Es ist die Zeit vor Ostern, in der wir in der Kirche daran denken, dass vor Ostern Jesus erst einmal am Kreuz gestorben ist.

Er wurde verhaftet, verhört, gefoltert und starb am Ende am Kreuz.

Merkwürdig ist, dass daraus eine Religion werden konnte, das Christentum. Das sich heute noch unter dem Zeichen des Kreuzes versammelt, nicht unter dem Zeichen der Auferstehung.

Früher haben Menschen die Christen verspottet. Dieser Jesus, das soll euer Gott gewesen sein? Wie kann es sein, dass euer Gott am Kreuz umgebracht werden konnte? Warum hat euer Gott das nicht verhindert?

Inzwischen wissen wir, warum das so ist. Menschen wie Jesus werden heute noch umgebracht. In Syrien. Im Irak. Im Sudan. In Mali. Manchmal sogar in Paris.

Und das nicht, weil jemand eine Mordswut hat. Nicht, weil jemand dringend Geld braucht. Nicht, weil jemand nicht mehr ein noch aus weiß. Sondern: Weil Menschen den Krieg, den Tod und die Gewalt als eine Möglichkeit sehen sich einen Vorteil zu verschaffen. Weil Waffen verkauft und ausprobiert werden müssen, wenn man damit Geld verdienen will. Weil viele Länder und auch unser Land diese Waffen herstellen und verkaufen. Weil Europa sich nicht dafür verantwortlich fühlt, dass Menschen ihr Heil vor den Waffen in der Flucht suchen.

Während Sie diese Zeilen lesen, stirbt Jesus in Syrien, im Irak, im Sudan, in Mali, vielleicht sogar in Paris. Während Sie diese Zeilen lesen, stirbt Jesus überall in der Welt. Als Mann, als Frau, als Kind und als Gott.

Und was können wir dagegen tun?

Nur das Übliche: Gott lieben und unsere Nächsten wie uns selbst. Mehr geht nicht. Und die Fremden sind mit den Nächsten mitgemeint.

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Peter Handrich

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Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
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27356
Rotenburg
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(04261) 920889
Mo. 21.03.16
Komm, steh auf
Jutta Wendland-Park
Komm, steh auf

Komm, steh auf! Ich erinnere mich noch gut an die Worte meiner Mutter. Sie kam damals ins Zimmer und meinte: „Steh auf, du musst zur Schule. Sonst ist der Bus weg.“ Am liebsten hätte ich die Bettdecke über den Kopf gezogen und wäre einfach liegengeblieben. Aber schließlich siegte die Vernunft und ich sprang aus dem Bett. Zugegeben, bis heute gibt es manchmal Tage, an denen ich lieber der Welt den Rücken kehren würde. Einfach liegen bleiben. Aber letztendlich stehe ich dann doch auf.

„Komm, steh auf!“ Es gibt Situationen, in denen wir die aufmunternden Worte eines Menschen benötigen. Immer dann, wenn wir uns in unser Schneckenhaus zurückgezogen haben, weil ein Ereignis uns aus der Bahn geworfen hat. Die Diagnose einer schweren Krankheit, der Verlust der Arbeit, eine Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen. All das kann uns den Mut nehmen, aufzustehen und dem Leben wieder entgegenzutreten. Dann braucht es einen Freund an unserer Seite ist. Jemand, der unsere Verzweiflung und Resignation erträgt und irgendwann auch beherzt sagt: „Komm, steh auf!“ Und es kann geschehen, was Marie Luise Kaschnitz in einem Gedicht so beschreibt: „Manchmal stehen wir auf – stehen wir zur Auferstehung auf – mitten am Tage.“

„Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Diese Worte sagt Jesus zu einem Kranken am Teich Bethesda und sogleich wird der Mensch gesund und nimmt sein Bett und geht. Wir haben leider nicht die Fähigkeit, solche Wunder zu vollbringen. Uns Menschen sind Grenzen gesetzt. Und die schmerzlichste Grenze markiert der Tod. Doch bald feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten. Diese Osterbotschaft schenkt uns die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Sie ermutigt uns, an die Auferstehung zu glauben mitten im Leben und über den Tod hinaus.

Ich wünsche Ihnen die Kraft dieser Hoffnung in den Widrigkeiten des Lebens und darüber hinaus

Jutta Wendland-Park
 

 

 

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Jutta Wendland-Park

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Jutta
Wendland-Park
Pastorin, Geschäftsführerin der Rotenburger Werke gGmbH
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(0426) 920212
Fax: 
(0426) 920200
Di. 01.03.16
Fliegen überwindet Grenzen
KDA (Kirchlicher Die…
Fliegen überwindet Grenzen

Fliegen überwindet Grenzen
„Die gegenseitige Absperrung der Länder, der Zollzwang
und die Verkehrserschwerung ist nur dadurch
möglich, daß wir nicht frei wie der Vogel auch das
Luftreich beherrschen. Der freie, unbeschränkte Flug
des Menschen kann hierin Wandel schaffen. Die Grenzen
der Länder würden ihre Bedeutung verlieren, weil
sie sich nicht mehr absperren lassen; die Unterschiede
der Sprachen würden mit der zunehmenden Beweglichkeit
der Menschen sich verwischen. Die Landesverteidigung,
weil zur Unmöglichkeit geworden, würde
aufhören, die besten Kräfte der Staaten zu verschlingen,
und das zwingende Bedürfnis, die Streitigkeiten
der Nationen auf andere Weise zu schlichten als den
blutigen Kämpfen um die imaginär gewordenen Grenzen,
würde uns den ewigen Frieden verschaffen. Wir
nähern uns diesem Ziele.“ (Otto Lilienthal an Moritz von Egidy, 1894)

Leben für einen Traum
Schon in seiner Jugend sucht Lilienthal in seiner Heimatstadt
Anklam nach Wegen, die Erde unter sich zu
lassen und frei zu schweben. Er studiert in Berlin und
erlebt das Elend der Arbeiterbevölkerung. Die Erleichterung
schwerer körperlicher Arbeit liegt ihm als
Ingenieur und Unternehmer am Herzen und er führt
1890 als einer der ersten eine Gewinnbeteiligung für
die Arbeiter in seiner Fabrik ein. Sein Geld und seine
(Frei-) Zeit aber steckt er in seine Flugapparate und
bezahlt für seine Vision mit dem Leben.
Vision von einem gerechteren Leben
Welche Leidenschaft spricht aus dem Brief an Moritz
von Egidy, einem Sozialrevolutionär seiner Zeit.
Lilienthal treibt nicht nur die unermüdliche Suche
nach einer technischen Lösung des Fliegens an. Nein,
er verbindet sie zugleich mit einer Vision von einem
besseren Leben für die Völker, die sich durch Grenzen
sinnlos aufreiben und Ressourcen zerstören. Auch das
hat er hautnah erlebt als Soldat im Krieg 1870/71.

Ein gescheiterter Visionär
Lilienthals Worte sprechen von einer Hoffnung, die
auch heute noch viele bewegt: Grenzen überwinden,
um (Über-) Leben zu sichern. Sein Traum vom Fliegen
wird zwar wahr, doch die damit verbundene Hoffnung
auf Frieden wird sich nicht erfüllen. Schon wenige Jahre
später wird diese Erfindung als Waffe im Krieg eingesetzt.
Lilienthal, ein gescheiterter Visionär? Und sollten
wir aus dieser Einsicht heraus nicht besser den Traum
von einer gerechteren Welt aufgeben, einer Welt des
Friedens, in der das gute Leben für alle verwirklicht
ist? Mitnichten.

Kraft der Visionen
Die biblischen Schriften sind voller Visionen. Der Löwe
wird mit dem Lamm spielen, Schwerter zu Pflugscharen
geschmiedet. Das kommende Reich Gottes wird
Grenzen zwischen Menschen pulverisieren und am
Ende wird Gott in einer wunderschönen Stadt unter
uns Menschen wohnen. Bilder, die bewegen, damals
wie heute. Bilder, die Kraft entwickeln und träumen
lassen. Bilder, die unverzichtbar sind, weil sie viele
Frauen und Männer zum Handeln motivieren – trotz
aller Widerstände.

 

"Fliegen können" WORTMELDUNG März 2016 von Dr. Matthias Jung

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser
Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
Fon: 0511 1241-449
 

Autor: Dr. Matthias Jung
Pastor, Referent für den Kirchlichen
Dienst in der Arbeitswelt,
Region Osnabrück/Ostfriesland-Ems
jung@kirchliche-dienste.de

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