Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Name
Mo. 01.08.16
Wohlwollende Entmündigung
KDA (Kirchlicher Die…
Wohlwollende Entmündigung

Ein herrlich warmer Sommerabend im Garten. Ich
rauche meine Feierabendzigarette bei einem Glas
Rotwein. Vorgestern, nach der Teilnahme am Schützenausmarsch,
wurde im Festzelt ausgiebig gefeiert.
Ich esse Fleisch, fahre einen Diesel-Pkw, sollte
regelmäßiger ins Fitness-Center gehen… Eigentlich
müsste ich ein schlechtes Gewissen haben, denn mein
Verhalten verstößt gegen allgemeine Trends zu mehr
Selbstdisziplin, Gesundheitsbewusstsein und Ressourcenschonung
und ist gefühlt unmittelbar mit dem
Zustand dieser Welt und des Planeten Erde verknüpft.
Es gibt zunehmend Verbindlichkeiten, wie ein risikoarmes,
moralisch vertretbares, wertvolles und nachhaltiges
Leben zu führen ist. Die entsprechenden Mittel
und Möglichkeiten werden zur Verfügung gestellt.
Und wer diese Chancen nicht wahrnimmt, dem droht
die Ausgrenzung: Höhere Versicherungsbeiträge, Abwertung
in der Öffentlichkeit, Sanktionen, Benachteiligung
im Berufsleben.

 

Unkontrolliertes verschwindet
Kopfschüttelnd stehen viele Ältere, die in den späten
sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
für persönliche Freiheiten gekämpft haben, vor
der Unterwerfung durch die Vorgaben einer neuen
Moral und einer Normierung des Verhaltens. Räume
für Ausschweifendes, Unvorhergesehenes und Unkontrolliertes
scheinen zu verschwinden. Sicherheitssysteme,
Überwachungsanlagen, Rauch- und
Alkoholverbote, Hygienevorschriften, Helmpflicht,
Leinenzwang – Kontrollinstanzen sind allgegenwärtig,
und Piktogramme weisen auf den unfallfreien
Gebrauch von Plastikbeuteln hin oder belehren uns
beim Händewaschen.

 
Es ist alles geregelt
Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Dinge „von
oben“ schon geregelt werden und geben dabei unbemerkt
mehr und mehr Verantwortung ab. Doch
wer Menschen vor ihrem eigenen Verhalten schützen
will, kennt offenbar deren Interessen besser als sie
selber und spricht ihnen die Fähigkeit ab, eigene
Entscheidungen zu treffen. Was fürsorglich gemeint
ist, unterstellt Hilfsbedürftigkeit und nimmt Menschen
ihre Würde. „Fürsorge versorgt vor allem die
Fürsorger“, so beschreibt es der Autor Reinhard K.
Sprenger in seinem Buch „Das anständige Unternehmen“:
Institutionen geben vor, Probleme zu lösen,
sorgen aber in Wirklichkeit für ständigen Nachschub
an Problemen, für die sie Lösungen bieten. Somit
dienen infantilisierte Erwachsene dem Systemerhalt
und der Machtgier der anderen.
Ich möchte nicht wohlwollend entmündigt werden.
Auch wenn mein Verhalten verantwortungslos und
selbstgefährdend wäre, behalte ich mir die Freiheit
vor, selbst darüber zu entscheiden.

„Du, HERR, zeigst mir den Weg zum Leben.

In deiner Nähe finde ich ungetrübte Freude;

aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.“

(Psalm 16, 11)

Angesichts dieser Gewissheit des göttlichen Zuspruchs verlieren moralisch aufgeblasene Optimierungsgebote ihren Wert.

 

 

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Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.

V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
Fon: 0511 1241-449

Wohlwollende Entmündigung
Autor: Peter Greulich, Referent
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt/
KDA und Spiritual Consulting
greulich@kirchliche-dienste.de
August 2016
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Sa. 09.07.16
Lieder erklingen
Hilke Bauermeister
Lieder erklingen

Morgen ist das Finale der Fußball-Europameisterschaft. Zwei Mannschaften werden gegeneinander antreten. Fans werden sich im Stadion versammeln. Es werden die Nationalhymnen erklingen. Die Fans werden Gesänge anstimmen während des Spiels. Im Fußballstadion singt man gern und viel. Wie in der Kirche. Da singt man auch gern und viel. Vielleicht denken Sie nun: „Das mag ja sein. Aber die passenden Töne trifft man im Stadion leichter.“ Das stimmt! Viele Kirchenlieder haben schöne, aber anspruchsvolle Melodien. Wer die Melodie nicht kennt, hat es schwer, stets den richtigen Ton zu treffen. Da hat man es im Stadion einfacher.

Kirchenlieder und Fußballgesänge haben dennoch etwas gemeinsam: Singen verbindet. Obwohl sich die vielen Menschen in den Fankurven nicht alle kennen, sind sie doch für die Zeit, in der sie zusammen singen, geeint – geeint in dem Wunsch, ihre Mannschaft kräftig anzufeuern. Kirchenlieder vereinen Menschen im Gebet: Manche Lieder singen wir, um Gott zu danken, andere singen wir, um Gott zu klagen, was uns auf dem Herzen liegt. Lieder helfen, Traditionen zu bewahren, die Erinnerung wach zu halten an die Vergangenheit, sei es die Erinnerung an die glanzvolle Vergangenheit eines Fußballvereins oder die Erinnerung daran, was unser christlicher Glaube ist. Morgen Abend ist das Finale der Europameisterschaft. Morgen Vormittag ist Gottesdienst. In den Kirchen werden Lieder erklingen. Lieder, die uns daran erinnern, woran wir als Christinnen und Christen glauben: „Wenn wir in Frieden beieinander wohnten, Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten, dann würden wir den letzten heilgen Willen des Herrn erfüllen.“ (Ev. Gesangbuch, Nr. 221, Strophe 2)

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Hilke Bauermeister

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Mo. 04.07.16
Den Finger in die Wunde legen?
KDA (Kirchlicher Die…
Den Finger in die Wunde legen?

Den Finger in die Wunde legen?

In der Arbeitswelt steht dieses Wort für ein klares
Benennen von Missständen, Ungerechtigkeiten oder
falschen Entwicklungen. „Da müssen wir den Finger
in die Wunde legen“ meint immer etwas Wichtiges,
hier geht es um Entscheidendes. In einer guten Unternehmenskultur
erhalten „Wunden“ eine hohe Aufmerksamkeit. Denn genau hier entscheidet sich
die Fähigkeit zur Zukunftsgestaltung.

Dieses Bild vom dem Finger in der Wunde stammt
aus den Auferstehungsgeschichten von Jesus von
Nazareth. Dort fordert er Thomas auf, den Finger
in seine Wunde zu legen. Er soll mit seiner Hand die
Wundmale von Jesus spüren, damit er ihm als den
Auferstandenen vertrauen kann. Erst dann wird die
Geschichte von Thomas und den anderen Jüngern
Zukunft haben.

 

Wunden sind Schnittstellen
Für mich sind die „Wunden“ in Unternehmen wichtig,
weil sich in ihnen das reale Leben zeigt. Sie sind die
Schnittstellen für eine sinnvolle Weiterentwicklung.
Probleme offenbaren ja das, was getan werden
muss, wo sich der Einsatz am meisten lohnt. Wer sich
traut, sie aufzuzeigen, ist der Lösung am nächsten.
Denn sie sind die entscheidenden Stellen, die es zu
bearbeiten gilt.

Die Deutung der Jesusgeschichte vom „ungläubigen“
Thomas bestärkt uns genau in diesem Bemühen.
Durch seine direkte Frage nach den Wundmalen
erscheint Thomas erst einmal als anmaßend und ungläubig.
Doch die Reaktion von Jesus ist verblüffend.
Gerade durch seine Offenheit kommt Thomas zum
Glauben. Das Bild von Thomas wandelt sich. Jesus
findet ihn geradezu genial und macht ihn zu einem
Zukunftsmodell.

 

Thomas in der Arbeitswelt
Der Glaube an den Auferstandenen hat auch dann
Zukunft, wenn Jesus mit seinen Wundmalen nicht
mehr direkt greifbar ist. Für die Zeit ohne ihn sagt
er: „Selig sind, die nicht sehen (können) und doch
glauben!“ (Johannesevangelium, 20. Kapitel, Vers 29)
Mir gibt dieses Wort den Mut, immer an den Nahtstellen
der Arbeitswelt anzusetzen und dort nachzufragen.
Es ist eine wichtige Aufgabe, Manager
und Unternehmer zu begleiten und zu beraten, die
realistisch sind und ehrlich arbeiten. Dazu braucht
es die Aktualisierung der Jesusgeschichten, dazu
braucht es Thomas in der Arbeitswelt.

Glaubhaft Zukunft gestalten
In der Geschichte von Thomas bleibt es offen, ob er
wirklich seinen Finger in die Wundmale von Jesus
gelegt hat. Durch die positive Reaktion von Jesus war
das Hineinlegen nicht mehr nötig. Sie allein hat ihn
überzeugt und zur Mitarbeit gewonnen.
Nicht immer muss der Finger tatsächlich in die
Wunde gelegt werden. Ich wünsche mir Wirtschaftsunternehmen
wie auch öffentliche und kirchliche
Einrichtungen, die ganz selbstverständlich an den
entscheidenden Stellen ansetzen und mit ihren Mitarbeitenden
glaubhaft Zukunft gestalten.

 

 

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Autor: Pastor Ralf Reuter
Pastor für Führungskräfte in der Wirtschaft, Spiritual Consulting
reuter@kirchliche-dienste.de
Juli 2016, WORTMELDUNG

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So. 29.05.16
Scherben
Pastorin Sabine Krüg…
Scherben

Neulich ist mir beim Abwaschen doch eine meiner schönen Teetassen kaputt gegangen. Vermutlich aus Unachtsamkeit, oder weil es mal wieder schnell gehen sollte. Scherben machen mich immer etwas wehmütig. Nicht nur wegen der Lücke im Schrank, die nun vorwurfsvoll auf mich wartet.

Sie erinnern mich daran, dass auch in unserem Leben leicht etwas zerbrechen kann.

Träume, Glück, Gesundheit…

Viele Menschen stehen unter dem Druck, immer funktionieren zu müssen. Je nach Typ fällt uns das leichter oder schwerer. Da ist die Angst, zu versagen und von den anderen abgelehnt zu werden, weil wir den Erwartungen nicht entsprechen, die von außen an uns herangetragen werden.

Wie gut ist es, in all diesem auferlegten Druck zu hören, dass Gottes Gnade und seine Zuwendung an keine Bedingung gebunden ist.

Sie gilt uns gerade dann, wenn wir der gängigen Norm nicht entsprechen!

Sie gilt uns nicht nur, wenn etwas geglückt ist, sondern auch wenn etwas kaputt gegangen ist in unserem Leben. Dann, wenn wir vor unseren eigenen Scherben stehen.

Solchen Menschen traut Gott offenbar etwas zu. Ihnen spricht er zu: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2 Korinther 12,9)

Wenn wir diese Worte in unser Herz lassen können, wird es uns vielleicht etwas leichter fallen, auf die Erwartungen und den Druck zu pfeifen und zu sagen: „Das ist mein Leben! Niemand kann für mich die Aufgaben und Chancen meines Lebens aus Gottes Hand nehmen!

Das bin ich! Von Gott bejaht und geliebt, trotz aller Schatten, die mir den Weg oft schwer machen!“

Es gibt jemanden, der uns aufhilft, wenn wir fallen. Gottes Hand lässt uns nicht los.

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Pastorin Sabine Krüger

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Mi. 01.06.16
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr
Monatsspruch
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden. Ex 15,2

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So. 01.05.16
Denn Gott sprach und die Schwiegereltern…
Denn Gott sprach und die Schwiegereltern pflanzten

Meine Terrasse ist seit einer Woche bunt. Pink und bläulich auf der einen Seite, eher gelblich-orange auf der anderen. Nett sieht das aus. Meine Schwiegereltern haben ganze Arbeit geleistet. Das war eine gute Idee, die Blumenkübel zu bepflanzen. Und wie schön und wohltuend sich die bunten Blüten von diesem elendig tristen Oktober-Himmel in diesen letzten April-Tagen abheben! Erstaunlich! Die Laune hebt sich doch glatt ein bisschen. Immerhin ist die Terrasse bunt. In meinem unmittelbaren Sichtfeld ist Frühling. Ich spüre, wie ich seltsam geräuschvoll die Luft einatme. Ein Seufzer löst sich tief in meiner Kehle. Ich denke an meine Großmutter. Und an den Garten, der zu ihrem Haus gehörte. Wie sie dasteht zwischen ihren Blumenbeeten, die Hände in die Hüften gestemmt und ein Lächeln auf den Lippen. Stolz war sie immer auf ihre Blumenpracht hinterm Haus. Der Garten war immer bunt. Und ich sehe mich noch als kleinen Jungen zwischen Stiefmütterchen und Tulpen auf dem Rasen toben. Und ich höre sie noch sagen: „Schön ist das, im Garten ist immer Leben. Und dass sich das so von selbst regt! Immer wieder neu im Frühling – auch dann, wenn meine eigenen Kräfte nachlassen.“ Daran muss ich denken. Und nochmal seufzen. Weil es einfach eine schöne Erinnerung ist. Und draußen ist es immer noch grau, obwohl der Mai schon in den Startlöchern steckt. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden und es geschah so. Denn Gott sprach und meine Schwiegereltern pflanzten und meine Terrasse ist schön bunt. Und Gott sah, dass es gut war (1.Mose 1,11f). Und ich merke, wie ich dastehe zwischen meinen Kübeln, die Hände in die Hüften gestemmt und ein Lächeln auf den Lippen. In meinem unmittelbaren Sichtfeld ist Frühling. Der Rest kommt schon noch!

So. 24.04.16
Reif für den Segen
Thomas Steinke
Reif für den Segen

In diesen Wochen wird sie an verschiedenen Stellen geprüft: Die Reife. Die sechsjährigen Kinder werden zur Schule angemeldet - und dann wird geprüft, ob sie auch reif dafür sind. An den Gymnasien, den Gesamt- und den Berufsschulen laufen gerade die Abiturprüfungen - und wenn alles gut geht, steht am Ende jeweils die bescheinigte Hochschulreife.

Zugleich finden in unseren Kirchengemeinden gerade die Konfirmationen statt. An der Schwelle zum Erwachsenwerden, zum Mündigsein auch in Fragen des Glaubens, liegt hier der Schwerpunkt allerdings nicht auf einer Prüfung. Hier geht es nicht um unsere Leistung, sondern um unser Vertrauen zu Gott und zueinander. Und vor allem um Gottes Zuspruch; Einsegnung heißt die Konfirmation deshalb auch: „Hab keine Angst vor der Zukunft, ich bin bei Dir. Auch wenn Du immer selbstständiger wirst und immer mehr Verantwortung übernehmen musst - Du bist und bleibst mein geliebtes Kind, für das ich jeden Augenblick da bin. Auch wenn vieles noch ungewiss ist und Du keinen wirklichen Plan für Dein Leben hast - ich, Dein Gott, geh mit, auf mich kannst Du Dich verlassen!“

Genau genommen sind nicht nur die Konfirmandinnen und Konfirmanden reif für den Segen Gottes. Genau genommen sind wir es alle. Immer wieder. Jeder Tag ist ein Geschenk aus seiner Hand. Wir verdanken uns nicht selbst. Und täglich leben wir davon, dass uns von außen neue Kräfte zuströmen und wir den Mut nicht verlieren. So gilt dieser Segen auch Ihnen und mir: „Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe dir seine Gnade: Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass du bewahrt werdest zum ewigen Leben. Friede sei mit dir.“

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Thomas Steinke

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Thomas
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So. 10.04.16
Kaufen, haben, kaufen
Susanne Briese
Kaufen, haben, kaufen

„Oh, ich kauf mir was, kaufen macht so viel Spaß, ich könnte ständig kaufen gehen, kaufen ist wunderschön…“ Herbert Grönemeyer – ein Song aus seiner CD „Gemischte Gefühle“. „Gemischte Gefühle“ - das passt gut zum Thema „Kaufen“, finde ich. Kaufrausch gibt es heute wie damals. Kaufen, haben, wegwerfen, neu kaufen - längst schon ist ein „must-have“ etwas, das man einfach haben muss, auch wenn man es gar nicht wirklich braucht.

Kaufen, haben, kaufen - es will kein Ende nehmen. Man kann 24 Stunden am Tag im Internet alles bestellen, was man haben will. „Bin ich erst im Kaufrausch, frag ich gleich nach Umtausch, weil ich an sich nichts brauch, kaufen tut gut…“ - Herbert Grönemeyer hält den Spiegel vor. Kaufen kann zum Selbstzweck werden. Kaufrausch und Kaufsucht liegen nahe beieinander. Wenn Selbstbestätigung durch Konsum gesucht wird, die nur durch ständig neuen Konsum aufrechterhalten werden kann, wird das ein Teufelskreis, der die Seele belastet. Wie gut wäre es, wenn man zufrieden sein könnte, ohne das Haben-müssen!

Das klingt doch sehr entspannt, geradezu befreiend. Haben um jeden Preis macht niemanden auf Dauer glücklich. Und das Wichtigste im Leben kann man sowieso nur geschenkt bekommen. Paulus, der große Mann der Bibel, scheibt, man solle „kaufen, als behielte man es nicht, und diese Welt gebrauchen, als brauchte man sie nicht…“ Dieser Blick macht frei. So kann man die Welt anders anschauen. Es kommt eher darauf an, wie das Leben gestaltet wird - mit dem, was man hat und mit den Menschen, die zu einem gehören. Nämlich so, dass die Zukunft stets im Blick ist - also Leben angesichts des Kommens des Herrn. Mit anderen Worten: Beziehungen, Erfahrungen und Güter sollen im Lichte der Ewigkeit angesehen werden. Das ist etwas Anderes als Kaufrausch und Wegwerfmentalität.

Im guten Sinne sind das die wahren „gemischten Gefühle“: Wir können unser Lebensglück genießen, sollen es auch in Dankbarkeit tun, und die Ewigkeit in Gottes Reich bietet uns dazu eine tragfähige und gute Haltung.

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Susanne Briese

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Susanne
Briese
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So. 03.04.16
Wie neugeboren
Martin Söffing
Wie neugeboren

„Ich habe heute geduscht und Haare gewaschen!“, berichtet eine Patientin voller Freude. „Ich fühle mich wie neugeboren!“ Zehn Tage nach der Operation wieder frisches Wasser auf der Haut zu spüren, fühlt sich wunderbar an.
Ein anderer Patient erzählt erleichtert: „Es ist nichts Bösartiges! Ich bin so froh! Ich fühle mich wie neugeboren!“
Patienten, die von Ostererfahrungen berichten und ich höre: Ich habe wieder Kraft bekommen, ich fühle mich wieder lebendig! Ich bin Angst und Sorge los!
Und dann besuche ich einen Patienten, der kann nicht mehr selbst duschen, er wird auch nicht mehr gesund, er weiß, dass er sterben wird. Er sagt zu mir: „Es ist alles gut. Ich bin ganz gelassen.“
Und ich sage nur: Danke, Gott.

Ostererfahrungen mitten im Leben und am Lebensende. Ich bin dankbar, an ihnen teilhaben zu dürfen. Wie neugeboren – so lautet der Name dieses Sonntags.

Petrus schreibt darüber in einem Brief an Christen in Kleinasien. Er erinnert sie: Mit Jesu Auferstehung ist ein neues Leben angebrochen. Dieses Leben ist noch anders als einzelne Ostererfahrungen, es ist eine neue Haltung gegenüber den Menschen. Wir verdanken sie der Barmherzigkeit Gottes. Gott schenkt Hoffnung trotz aller Todesspuren in der Welt. Deshalb seid selbst barmherzig, lebt nach dem Willen Gottes in seiner Liebe. Und habt keine Angst vor Anfeindung oder gar Tod. Gott wird neues Leben schenken.

Das schreibt Petrus damals. Und heute sehe, höre, lese ich vom Terror gegen Christen in Pakistan, Gewalt, Krieg, Tote überall in Gottes Welt. Todesspuren überall. Es ist schwer, der Barmherzigkeit und der Liebe zu vertrauen. Aber nur so haben Menschen und Schöpfung eine Chance.

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Martin Söffing

Martin
Söffing
Pastor Klinikseelsorge AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM
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(04261) 77 - 2003
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Mo. 21.03.16
Peng, du bist tot
Peter Handrich
Peng, du bist tot

Es ist Fastenzeit. Es ist Passionszeit. Es ist die Zeit vor Ostern, in der wir in der Kirche daran denken, dass vor Ostern Jesus erst einmal am Kreuz gestorben ist.

Er wurde verhaftet, verhört, gefoltert und starb am Ende am Kreuz.

Merkwürdig ist, dass daraus eine Religion werden konnte, das Christentum. Das sich heute noch unter dem Zeichen des Kreuzes versammelt, nicht unter dem Zeichen der Auferstehung.

Früher haben Menschen die Christen verspottet. Dieser Jesus, das soll euer Gott gewesen sein? Wie kann es sein, dass euer Gott am Kreuz umgebracht werden konnte? Warum hat euer Gott das nicht verhindert?

Inzwischen wissen wir, warum das so ist. Menschen wie Jesus werden heute noch umgebracht. In Syrien. Im Irak. Im Sudan. In Mali. Manchmal sogar in Paris.

Und das nicht, weil jemand eine Mordswut hat. Nicht, weil jemand dringend Geld braucht. Nicht, weil jemand nicht mehr ein noch aus weiß. Sondern: Weil Menschen den Krieg, den Tod und die Gewalt als eine Möglichkeit sehen sich einen Vorteil zu verschaffen. Weil Waffen verkauft und ausprobiert werden müssen, wenn man damit Geld verdienen will. Weil viele Länder und auch unser Land diese Waffen herstellen und verkaufen. Weil Europa sich nicht dafür verantwortlich fühlt, dass Menschen ihr Heil vor den Waffen in der Flucht suchen.

Während Sie diese Zeilen lesen, stirbt Jesus in Syrien, im Irak, im Sudan, in Mali, vielleicht sogar in Paris. Während Sie diese Zeilen lesen, stirbt Jesus überall in der Welt. Als Mann, als Frau, als Kind und als Gott.

Und was können wir dagegen tun?

Nur das Übliche: Gott lieben und unsere Nächsten wie uns selbst. Mehr geht nicht. Und die Fremden sind mit den Nächsten mitgemeint.

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Peter Handrich

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Peter
Handrich
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Mo. 21.03.16
Komm, steh auf
Jutta Wendland-Park
Komm, steh auf

Komm, steh auf! Ich erinnere mich noch gut an die Worte meiner Mutter. Sie kam damals ins Zimmer und meinte: „Steh auf, du musst zur Schule. Sonst ist der Bus weg.“ Am liebsten hätte ich die Bettdecke über den Kopf gezogen und wäre einfach liegengeblieben. Aber schließlich siegte die Vernunft und ich sprang aus dem Bett. Zugegeben, bis heute gibt es manchmal Tage, an denen ich lieber der Welt den Rücken kehren würde. Einfach liegen bleiben. Aber letztendlich stehe ich dann doch auf.

„Komm, steh auf!“ Es gibt Situationen, in denen wir die aufmunternden Worte eines Menschen benötigen. Immer dann, wenn wir uns in unser Schneckenhaus zurückgezogen haben, weil ein Ereignis uns aus der Bahn geworfen hat. Die Diagnose einer schweren Krankheit, der Verlust der Arbeit, eine Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen. All das kann uns den Mut nehmen, aufzustehen und dem Leben wieder entgegenzutreten. Dann braucht es einen Freund an unserer Seite ist. Jemand, der unsere Verzweiflung und Resignation erträgt und irgendwann auch beherzt sagt: „Komm, steh auf!“ Und es kann geschehen, was Marie Luise Kaschnitz in einem Gedicht so beschreibt: „Manchmal stehen wir auf – stehen wir zur Auferstehung auf – mitten am Tage.“

„Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Diese Worte sagt Jesus zu einem Kranken am Teich Bethesda und sogleich wird der Mensch gesund und nimmt sein Bett und geht. Wir haben leider nicht die Fähigkeit, solche Wunder zu vollbringen. Uns Menschen sind Grenzen gesetzt. Und die schmerzlichste Grenze markiert der Tod. Doch bald feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten. Diese Osterbotschaft schenkt uns die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Sie ermutigt uns, an die Auferstehung zu glauben mitten im Leben und über den Tod hinaus.

Ich wünsche Ihnen die Kraft dieser Hoffnung in den Widrigkeiten des Lebens und darüber hinaus

Jutta Wendland-Park
 

 

 

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Jutta Wendland-Park

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Wendland-Park
Pastorin, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke
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Di. 01.03.16
Fliegen überwindet Grenzen
KDA (Kirchlicher Die…
Fliegen überwindet Grenzen

Fliegen überwindet Grenzen
„Die gegenseitige Absperrung der Länder, der Zollzwang
und die Verkehrserschwerung ist nur dadurch
möglich, daß wir nicht frei wie der Vogel auch das
Luftreich beherrschen. Der freie, unbeschränkte Flug
des Menschen kann hierin Wandel schaffen. Die Grenzen
der Länder würden ihre Bedeutung verlieren, weil
sie sich nicht mehr absperren lassen; die Unterschiede
der Sprachen würden mit der zunehmenden Beweglichkeit
der Menschen sich verwischen. Die Landesverteidigung,
weil zur Unmöglichkeit geworden, würde
aufhören, die besten Kräfte der Staaten zu verschlingen,
und das zwingende Bedürfnis, die Streitigkeiten
der Nationen auf andere Weise zu schlichten als den
blutigen Kämpfen um die imaginär gewordenen Grenzen,
würde uns den ewigen Frieden verschaffen. Wir
nähern uns diesem Ziele.“ (Otto Lilienthal an Moritz von Egidy, 1894)

Leben für einen Traum
Schon in seiner Jugend sucht Lilienthal in seiner Heimatstadt
Anklam nach Wegen, die Erde unter sich zu
lassen und frei zu schweben. Er studiert in Berlin und
erlebt das Elend der Arbeiterbevölkerung. Die Erleichterung
schwerer körperlicher Arbeit liegt ihm als
Ingenieur und Unternehmer am Herzen und er führt
1890 als einer der ersten eine Gewinnbeteiligung für
die Arbeiter in seiner Fabrik ein. Sein Geld und seine
(Frei-) Zeit aber steckt er in seine Flugapparate und
bezahlt für seine Vision mit dem Leben.
Vision von einem gerechteren Leben
Welche Leidenschaft spricht aus dem Brief an Moritz
von Egidy, einem Sozialrevolutionär seiner Zeit.
Lilienthal treibt nicht nur die unermüdliche Suche
nach einer technischen Lösung des Fliegens an. Nein,
er verbindet sie zugleich mit einer Vision von einem
besseren Leben für die Völker, die sich durch Grenzen
sinnlos aufreiben und Ressourcen zerstören. Auch das
hat er hautnah erlebt als Soldat im Krieg 1870/71.

Ein gescheiterter Visionär
Lilienthals Worte sprechen von einer Hoffnung, die
auch heute noch viele bewegt: Grenzen überwinden,
um (Über-) Leben zu sichern. Sein Traum vom Fliegen
wird zwar wahr, doch die damit verbundene Hoffnung
auf Frieden wird sich nicht erfüllen. Schon wenige Jahre
später wird diese Erfindung als Waffe im Krieg eingesetzt.
Lilienthal, ein gescheiterter Visionär? Und sollten
wir aus dieser Einsicht heraus nicht besser den Traum
von einer gerechteren Welt aufgeben, einer Welt des
Friedens, in der das gute Leben für alle verwirklicht
ist? Mitnichten.

Kraft der Visionen
Die biblischen Schriften sind voller Visionen. Der Löwe
wird mit dem Lamm spielen, Schwerter zu Pflugscharen
geschmiedet. Das kommende Reich Gottes wird
Grenzen zwischen Menschen pulverisieren und am
Ende wird Gott in einer wunderschönen Stadt unter
uns Menschen wohnen. Bilder, die bewegen, damals
wie heute. Bilder, die Kraft entwickeln und träumen
lassen. Bilder, die unverzichtbar sind, weil sie viele
Frauen und Männer zum Handeln motivieren – trotz
aller Widerstände.

 

"Fliegen können" WORTMELDUNG März 2016 von Dr. Matthias Jung

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Autor: Dr. Matthias Jung
Pastor, Referent für den Kirchlichen
Dienst in der Arbeitswelt,
Region Osnabrück/Ostfriesland-Ems
jung@kirchliche-dienste.de

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

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Mo. 22.02.16
Klare Kante
Roger Moch
Klare Kante

Das Jahr 2016 ist erst sieben Wochen alt. Seit Silvester habe ich das Gefühl, dass ein schrecklicher Tagesbericht den nächsten ablöst. Blitzartig. Als hätte jemand einen Turbo im Weltgeschehen eingeschaltet. Ich habe dabei das Gefühl, dass ich die Orientierung verliere. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen, junge Erwachsene, die sich einen abartigen Spaß daraus machen, Passanten zu verprügeln, immer neue Terrorangriffe und Kriege, die Menschen ihr Zuhause oder ihre Sicherheit oder ihr Leben verlieren lassen, Missbrauch von Kindern, verseuchte Lebensmittel ...

Das kann ich nur schwer aushalten. Wo soll ich eingreifen, was soll ich tun, und wie soll ich das machen? Oder soll ich einfach keine Nachrichten mehr gucken, keine Zeitung mehr lesen und darüber hinwegsehen, weghören und nicht darüber sprechen?

Es ist noch nicht allzu lange her, da glaubten wir an eine breite gesellschaftliche Einigkeit angesichts der Not der vielen Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen sind. Menschen, die bei uns Schutz und eine neue Lebensperspektive suchen. Wenn Menschen in Not sind, dann helfen wir ihnen. Von dieser Gemeinsamkeit war ich überzeugt. Aber jetzt bin ich verunsichert und vieles bestürzt mich. Die ansteigende aggressive Fremdenfeindlichkeit, die kaum mehr durchschaubaren politischen Kämpfe. Das alles belastet die öffentliche Stimmung. Vielleicht, weil der Kurs nicht mehr stimmt. Es scheint, wie es manchmal beim Segeln ist, entweder das Boot dümpelt vor sich hin, wie bei einer Flaute, oder ein Sturm treibt es vor sich her. Klares Kurshalten scheint schwierig geworden. Da braucht man einen Kompass, der die Richtung zeigt.

Für mich ist eines ganz eindeutig. Die Menschen haben Vorrang und Vorrecht. Nicht die nackten Zahlen und nicht das Geld. Es geht um den einzelnen Menschen mit seiner Lebensgeschichte, seinem Schicksal, seiner Zuversicht.

Jesus hat in einer Zeit gelebt, die viel trostloser war als die heutige. Trotzdem hat er Gutes getan, weil er z.B. nicht hinnehmen wollte, dass Fremde gedemütigt werden, oder eine Frau von Männern gesteinigt wird. Er hat seine Vorsätze nicht mit Gewalt durchgesetzt, sondern Frieden geschaffen. Hat eben nicht zurückgeschlagen, sondern vergeben. Jesus hat mit offenen Sinnen die Missstände in der Gesellschaft angeschaut und dann klare Worte gefunden. Für eine gerechte Welt, auf der alle Menschen in Frieden leben können. Glauben, Wahrnehmen, Handeln, das ist nötig. Damals wie heute. Das gibt mir Orientierung.

 

 

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Roger Moch

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Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Schmezer-Str. 8
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Mo. 01.02.16
Die Zehn Gebote für die Arbeitswelt
KDA (Kirchlicher Die…
Die Zehn Gebote für die Arbeitswelt

Was kann uns Orientierung für ein gutes Miteinander
bei der Arbeit geben? Sind es die ausgefeilten Unternehmensleitlinien?
Sie sind oft so kompliziert und
manchmal auch schon wieder veraltet. Ein gelingendes
Miteinander lebt von grundlegenden gemeinsamen
Werten. Sie sollten so eingängig und verständlich sein,
dass ein Kind sie begreift und an 10 Fingern abzählen
kann.
Die Zehn Gebote der Bibel stellen so eine grundlegende
Hilfe für das Leben dar. Sie sind seit Jahrtausenden
bewährt und trotzdem immer wieder vergessen. Wir
können sie übersetzen in die Herausforderungen der
Arbeitswelt. Sie verdeutlichen uns unsere dreidimensionale
Verantwortung gegenüber Gott, unserer Mitwelt
und uns selbst. Eine ideale Hilfe zum gemeinsamen
Gestalten in der einen Welt:

1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen
Götter haben neben mir. Lass Gott die Hauptrolle in
Deinem Leben spielen. Nimm seinen Auftrag wahr,
die Erde zu bebauen und zu bewahren. Lobe Gott mit
Deiner Arbeit.

2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht
missbrauchen. Respektiere Gottes Autorität. Maße sie
dir nicht selbst an. Vermeide religiöse Anspielungen zu
Deinem Vorteil oder zu Zwecken der Werbung.

3. Du sollst den Feiertag heiligen. Entdecke das große
Geschenk an Dich und Deine Mitmenschen: Du darfst
am Sonntag wie Gott ruhen. Danke ihm dafür. Ermögliche
bewusst auch anderen, den Sonntag als Tag der
Ruhe und Erholung zu erleben.

4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Gott hat die Familie erfunden, um Menschen eine
gute Entwicklung zu ermöglichen. Sie sollen lernen,
was vertrauensvolle und fürsorgende Gemeinschaft
bedeutet. Trage Deinen Teil dazu bei, dass dieses Miteinander
täglich erfahrbar wird und die Gesellschaft
positiv prägt.

5. Du sollst nicht töten. Bedenke die Folgen Deines
Tuns. Frage Dich, was dem Leben dient.

6. Du sollst nicht ehebrechen. Treue und Vertrauen sind
ein fester Anker in der Zeit. Verheirate dich nicht mit
deiner Arbeit. Verhalte dich ehrlich und loyal deinen
Mitmenschen gegenüber.

7. Du sollst nicht stehlen. Betrug, Manipulation oder
Vorteilsnahme sollen nicht Dein Handeln bestimmen.
Es liegt kein Segen darauf, auf Kosten anderer weiterzukommen.
Setze Dich vielmehr ein für Gerechtigkeit
und das Recht der Schwachen.

8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen
Nächsten. Frage dich, was wahr und fair ist. Sei ein
Vorbild im kollegialen, freundschaftlichen und partnerschaftlichen
Miteinander.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du
darfst Deine echte und ewige Heimat bei Gott haben.
Mehr geht nicht. Gönne anderen ihren Besitz und gib
ihnen von der Liebe weiter, mit der Gott dir begegnet.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib,
Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist. Gier, Neid
und Geiz sind giftige Früchte, die dich und andere
krankmachen. Liebe Gott, damit dein Leben gelingt.
Entdecke die Potenziale, die er dir verliehen hat. Lebe
sie in gegenseitiger Ergänzung mit deinem Nächsten.
So wirst Du ein Segen sein!

 

WORTMELDUNG Februar 2016

 

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser
Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.

 

Autor: Peer-Detlev Schladebusch Pastor für Führungskräfte derWirtschaft, Spiritual Consulting, KDA Region Lüneburg-Wolfsburg, Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Email: schladebusch@kirchliche-dienste.de

 

V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
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der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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Mo. 01.02.16
Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem…
Monatsspruch
Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Mk 11,25

Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas

vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im

Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Mk 11,25

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Fr. 01.01.16
Ein Quantum Trost
KDA (Kirchlicher Die…
Ein Quantum Trost

Ein Quantum Trost
So der Titel eines James Bond Films aus dem Jahr 2008.
Darin aber: Keine Spur von Trost. Vielmehr brutale
Morde mit dem Ziel, die Terrororganisation „Quantum“
zu vernichten. Ein Action-Abenteuer-Inferno.
Und damit furchterregend nahe dran an realen Ereignissen
unserer Welt. Der Terror in Paris und geplante
Anschläge in unserem eigenen Land, die Gewalttaten
in Syrien, Afghanistan, Nigeria und vielen anderen
Ländern der Welt erschrecken, empören: „Sind die
denn noch ganz bei Trost?“
Das fragt man sich auch angesichts anderer Ereignisse:
Der globale Wettbewerbsdruck führt in einigen
Unternehmen zu Betrug und Täuschung. Ehrlichkeit
und Anstand bleiben auf der Strecke. Vertrauen wird
verspielt. Am Arbeitsplatz oder im privaten Bereich
macht manches Verhalten, manche Reaktion fassungslos:
Noch ganz bei Trost?

 
Zusage von Trost
Mitten hinein in das Trostlose dieser Welt und unseres
Lebens werden uns biblische Worte als Losung für
das neue Jahr zugespielt: Gott spricht: Ich will euch
trösten, wie einen seine Mutter tröstet (Jesaja 66,13).
Wie tröstet eine liebende Mutter (ein liebender Vater)?
Angst, Schmerzen, Verzweiflung wischt sie nicht
einfach schnell weg: „Alles halb so schlimm“; das wäre
billiger Trost; oder, schlimmer: „Stell dich nicht so an!“.
Eine Mutter nimmt Leiden und Not ernst, steht zur Seite,
manchmal auch ganz ohne Worte, sie hält mit aus,
sie nimmt in den Arm, wischt Tränen ab. So auch und
noch viel mehr Gott. Er ist der „Gott allen Trostes“. Er
hat uns seinen Tröster, seinen Heiligen Geist, zugesagt.
Er schenkt uns Hoffnung, Mut und Kraft, Schweres
auszuhalten und, wenn möglich, zu verändern.
Bei Fehlern und Schuld brauchen wir dabei kein Aburteilen,
keine „Verdammnis“, sondern ehrliche Worte
und konstruktive Kritik. Auch das kann langfristig
tröstend sein. Ebenso Änderungen von Rahmenbedingungen.
Alles, was Vertrauen (wieder) aufbaut,
was Klarheit schafft, was ermutigt. Trost kann darum
nicht nur individuell, sondern auch strukturell gegeben
werden.

 
Des Trostes bedürftig
Wer braucht Trost? Alle, die unter einem schweren
Schicksalsschlag leiden, die trauern, die auf der Flucht
sind, die helfen, die überfordert sind, die am Rande
stehen. Aber letztlich ist jede/r von uns ein des Trostes
bedürftiger Mensch. Wir alle sind darauf angewiesen,
dass uns Trost geschenkt wird. Denn Trost, der nachhaltig
ist, schafft keiner aus sich selbst heraus, auch nicht
mit Hilfe von sog. „Trösterlie“.

 
Ein Jahr des Trostes
Trost kann Leiden und Not nicht aufheben. Aber durch
Trost verlieren Angst und Schrecken ihre oft lähmende
Macht. Trost lässt aufatmen. Er kann den Blick frei
machen für Veränderungen und neue Wege.
Gott will, dass wir nicht in ein trostloses, sondern in ein
getröstetes neues Jahr gehen. Er will, dass wir „ganz
bei Trost“ sind: in diesem Leben und dann vollkommen
ungetrübt im anderen Leben.

 

 
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de

 

WORTMELDUNG Januar 2016 "Ganz bei Trost?!"
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
Fon: 0511 1241-449
Autor: Michael Klatt (Landessozialpfarrer, Leiter des Fachbereichs Kirche.Wirtschaft.Arbeitswelt)
 

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

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So. 03.01.16
Zeitenwechsel?
Roger Moch
Zeitenwechsel?

Das Neue Jahr hat begonnen. Was wird es diesmal bringen? „Siehe, ich will ein Neues schaffen!“ Das hat Gott vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren seinem Propheten Jesaja (Jes 43,19) angekündigt. Der hat es weiter gesagt an Leute, die ihr Leben aus verschiedenen Gründen nicht mehr ertragen konnten. „Siehe, ich will ein Neues schaffen!“ Auch das noch, in dieser Zeit, wo soviel passiert und nichts mehr so bleibt, wie es war. Bitte nicht noch mehr Neues! Ich habe genug von all den Veränderungen und Neuerungen der letzten Monate. Neuerungen bringen fast immer Unruhe mit sich und kaum etwas Gutes. Vermutlich kennen auch Sie Lebensverhältnisse und Beziehungen, die nicht so bleiben können, wie Sie es gewohnt sind. So ging es den Menschen, mit denen der Prophet damals, vor fast 3.000 Jahren, sprach. Manche hatten schon aufgehört zu hoffen, dass sich irgendetwas ändern könnte. Diesen Menschen hat damals Jesaja im Auftrag Gottes gesagt: Ihr müsst nicht in einem fremdem Land als Geflohene, Verschleppte und Vertriebene die niedrigsten Arbeiten erledigen. Das ist nicht gottgewollt, dass es euch so geht. Gott selbst wird euch einen neuen Anfang möglich machen. Er wird euch aus der Sackgasse Eures Lebens führen. Mir fallen heute junge Leute ein, die trotz ausreichender Angebote aus verschiedenen Gründen keinen Ausbildungsplatz finden. Ich denke an lieblos gewordene Partnerschaften und an Menschen, deren Krankheit ihr Leben plötzlich umkrempelt. Manche Menschen fühlen sich wie gefangen in ihrem Leben oder in ihrem Land. Und für die gilt Gottes Ankündigung: „Siehe, ich will ein Neues schaffen!“ Ich glaube, das gilt bis heute für die, die nicht mehr weiterkönnen und nicht mehr weiterwissen. Für die, die spüren, wenn sich nicht bald etwas ändert, dann bleibt nichts Sinnvolles mehr übrig von meinem Leben. Es gibt Menschen, die fühlen sich wie eingesperrt in ihrem Leben. Weil sie im falschen Land sind. Oder weil sie dort keinen Platz finden können. Oder weil es ihnen nicht gelingt, auch mal Nein zu sagen. Oder weil sie sich auffressen lassen von den Ansprüchen anderer. Aber nicht allein für diese Menschen gilt der Spruch: „Siehe, ich will ein Neues schaffen!“. Manchmal sieht man wirklich nicht, dass das Neue schon angefangen hat. Wir schaffen das schon, gerade wenn im neuen Jahr wieder unvorhergesehene Dinge geschehen werden.

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Roger Moch

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Schulpastor/-innen
Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Schmezer-Str. 8
27283
Verden
Tel.: 
(04231) 9378888
Do. 24.12.15
„Ich komme bald“
Dr. Matthias Wilke
„Ich komme bald“

Das klingt wie ein kurzes Telegramm. Mehr dahin gekritzelt, als dass es ordentlich geschrieben worden wäre. Drei Worte. Mehr steht nicht drauf auf dem Zettel. Und bei genauem Hinsehen entdecke ich: Das „e“ hebt sich vom Wort „Komme“ ab. Und die ersten beiden Worte scheinen in einem Zuge geschrieben worden zu sein, womöglich standen diese Worte zuerst da: „Ich komme“. Und dann erst „bald“. Oder haben zwei verschiedene Schreiber hier ihre Notiz hinterlassen? Der eine kündigt seine Ankunft an und der andere wünscht sich, dass es schnell gehen möge damit. Könnte ja auch sein.

„Ich komme bald“ – Der Künstler und emeritierte Professor Thomas Zacharias hat die Radierung geschaffen. Drei Worte. Es scheint mit diesen Worten alles gesagt. Der Adressat scheint sehr gut bekannt zu sein. Die Ankündigung ist schon die Botschaft selbst. Und was heißt das? Was wird die Ankunft bringen, was bedeutet sie? Ich denke an Hoffnung, wenn ich die Worte ansehe. Aber sie ermahnen auch. Einige werden die drei Worte mit Erleichterung lesen. Andere müssen sich wohl eher warm anziehen.

Mich erinnert der kleine Zettel an das Wort aus dem letzten Buch der Bibel, an die Offenbarung des Johannes. Der Seher Johannes beschreibt die Ankunft Jesu Christi, der diejenigen, die sich an ihn halten, erlösen und befreien wird. Die anderen aber werden sehen, dass ihr Mangel an Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Glaube ebenfalls genau angeschaut wird – je nach der eigenen Lebensweise.

Diese Zeit ist eine Zeit der Besinnung. Jenseits des lieblichen Kerzenduftes ist Raum da zum Nachdenken darüber, was Jesus wohl über das eigene Leben zu sagen hätte. Manches wird daran wirklich so sein, dass man es ihm gern zeigt. Hier und da aber haben sich auch Dinge in das Leben eingeschlichen, die man noch nicht einmal selbst gern ein zweites Mal anschaut. Wir können Dinge ändern und neu starten. Schade wäre es, wenn wir jetzt die Augen davor verschließen würden. Denn ein Leben in Frieden ist allemal lebenswerter und bringt Segen – für sich selbst, aber vor allem auch für andere.

 

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Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Matthias
Wilke
stellv. Superintendent
Goethestraße 20
27356
Rotenburg
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Fax: 
(04261) 630 39 19
Mi. 16.12.15
Bei uns zu Hause gehört die Krippe zur…
Ralf Meister
Bei uns zu Hause gehört die Krippe zur weihnachtlichen Grundausstattung

Bei uns zu Hause gehört die Krippe mit der Heiligen Familie zur weihnachtlichen
Grundausstattung. Die größte Krippe steht im Zimmer meines Sohnes auf der
Fensterbank. In groben Zügen geschnitzt, das Jesus-Kind in schlichtem Futtertrog,
Maria kniet und Joseph mit träumend-fernem Blick daneben. Die Tiere drum
herum, Esel, Ochse und Schafe, dazwischen Hirte und Hund. Die drei Weisen aus
dem Morgenland sind am Rand postiert.

 
Wenn wir die Heilige Familie genauer anschauen und heute Abend wieder die
biblische Erzählung von Maria, Josef und dem neugeborenen Kind in der Krippe
hören, erkennen wir, wie zerbrechlich das Gefüge ist. Nichts ist perfekt. Die
Mutter ist unsicher in ihrer Rolle, der Vater ist zweifelnd über seine Vaterschaft,
die Umgebung ist feindselig und das Kind ist sprach- und hilflos. Jahre später
werden die Eltern ihren Sohn oft mit Kopfschütteln und Unverständnis begleiten.
Heilige Familie heißt nicht heile Welt. Vielleicht liegt darin unsere besondere
Nähe zu diesem Geschehen, weil wir in der großen Sehnsucht nach einer heilen
Familie immer wieder unsere Unzulänglichkeit erkennen. Was wollten wir nicht
alles sein und sind es nicht geworden: Liebevolle, sorgsame Väter mit viel Zeit für
die Familie. Geduldige Mütter, die fröhlich die vielfältigen Anforderungen unter
einen Hut bringen. Aufmerksame Partnerinnen und Partner. Artige Kinder, zumindest
nicht ganz so frech, wie wir dann waren. Behutsame Begleiter unserer
altgewordenen Eltern mit einem guten Gefühl für das, was an Hilfe nötig ist. Eine
Schwester ohne Gemeinheiten gegenüber dem Bruder. Eine Schwiegermutter,
die großzügig die Eigenheiten des Schwiegersohns übersieht. Ein Großvater, der
nicht ablehnt, sondern geduldig und gelassen all das Neue erlebt. Alles das sind
wir oft nicht gewesen.
Die Heilige Familie zeigt Schwächen – aber auch Stärken. Denn sie hält gerade
in dieser Vorläufigkeit fest, was wir sein können: Schon in der Halbheit unserer
Liebe, schon im beherzten Bemühen um das Gute sind wir Gott und unserem
Nächsten nah. Wir sind noch nicht fertig. Noch lange nicht. Aber unsere Familie,
in welcher Konstellation wir sie auch leben, ist nicht nur ein zufällig entstandenes
Beziehungskonstrukt, sondern unsere wichtigste Lerngemeinschaft. Hier lernen
wir Aushalten und Akzeptieren, was uns fremd scheint. Hier lernen wir Toleranz
und Nachsicht. Hier bewahren wir unser Eigenes, um für den anderen ein Gegenüber
zu sein. Hier üben wir uns über Jahre in der Liebe.
Denken wir daran, wie dieses Bild der Heiligen Familie seit Jahrzehnten unser
Leben begleitet. Es stehen in vielen Adventszimmern immer noch die gleichen
Figuren. Sie sind nicht älter geworden. Sie sind uns treu geblieben und scheinen
unverändert alles hineinzutragen in diese Nacht, was wir seit 20, 30 oder 50 Jahren
damit verbinden. In diesen Jahren ist viel passiert. Wir sind älter geworden.
Familien haben sich verändert. Wir sind keine Kinder mehr, sondern halten selbst
Ausschau nach einem Partner. Menschen, die uns nahe standen, sind nicht mehr
bei uns oder gehen andere Wege. Kinderwünsche haben sich nicht erfüllt. Ideale
von Familie und Partnerschaft mussten sich an der Wirklichkeit messen lassen
und haben vielleicht keinen Bestand gehabt. Das Leben war bunt, nicht immer
einfach, mit vielen schmerzhaften Einschnitten und so großen Freuden. Doch immer
war das Kind, immer war diese kleine Familie dabei. Sie ist an unserer Seite
geblieben.
Das Symbol der Krippe und die Bilder der Weihnachtsgeschichte sind nicht nur
Dekoration, sie sind nicht nur ein kultureller Brauch, sondern sie sind ein großes
Trostbild. Was da auf der Fensterbank steht ist nicht ein Kunstgewerbe, sondern
ein Bild für das Heil in dieser Welt durch Gott. Und in dieser Heiligen Nacht ist
es auch ein Bild für das Heil in unseren Familien, in unseren Beziehungen und
Freundschaften.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Friede sei in Ihrem Haus.
Ihr Ralf Meister

(Landesbischof der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers)

[Bildquelle: https://landesbischof.wir-e.de/]

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Ralf Meister

Ralf
Meister
Landesbischof der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
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Mo. 07.12.15
Nikolaus - nicht aus Schokolade
Martin Söffing
Nikolaus - nicht aus Schokolade

In Myra, einer Hafenstadt in der heutigen Türkei, herrschte damals zu Lebzeiten des Bischofs Nikolaus große Not. Die Bevölkerung hungerte. Gewalt, Krieg, Krankheit gehörten zum Alltag. Grausame Zeit. Von Bischof Nikolaus wird erzählt, dass er in grausamer Zeit für die Menschen sorgte. Wunder habe er vollbracht. So haben die Menschen seine tatkräftige Hilfe erlebt und Legenden und Geschichten um Bischof Nikolaus erzählt und Lieder gesungen.

Nikolaus war ein guter Mann. So heißt es in dem fröhlichen Lied, das Kinder und Erwachsene in dieser Zeit gerne trällern.

Die Zeit des Bischof Nikolaus war überhaupt nicht lustig – kein Tralala. Aber danken können wir ihm: Bischof Nikolaus war ein mitfühlender, wachsamer, mutiger und aufrechter Mann. Er hatte den Mut, für Menschen einzustehen. Was Recht war, sollte auch Recht sein, wo Not war, musste sie gelindert werden, wo Geld war, diente es zum Teilen, wo Krieg war, rief er zum Frieden, wo Tod war, rief er zum Leben.

Wenn er sich doch vervielfachen könnte! Aber nicht aus Schokolade! Wenn wir so viele lebendige Nikoläuse hätten wie aus Schokolade in den Regalen der Supermärkte stehen, hätten wir vielleicht ausreichend Sozialen Wohnraum, genügend Ärzte und Pflegekräfte in unseren Krankenhäusern, viele aufrechte Menschen in den Regierungen in Berlin, im Land, in den Kreisen und Kommunen, die den Reichtum in unserem Land dort verteilen, wo es notwendig ist.

In einem Adventslied bitten wir: „O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf, reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für!“

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Martin Söffing

Martin
Söffing
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