Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Name
So. 02.09.18
#ZSMMN?
Anja Bohling
#ZSMMN?

#ZSMMN – so lautete das Motto der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der diesjährigen WM. Das aktuelle Fazit des Trainers: Es sei nicht gelungen, einen „Teamspirit“ zu schaffen. Zu dem Motto gab es ein passendes Lied von den Fantastischen Vier zusammen mit Clueso. In dem Video dazu setzt der Manager den Fanta 4 einen jungen Künstler vor die Nase, um die Verkaufszahlen zu steigern. Die Fanta 4 sind verärgert und zeigen das Clueso deutlich. Bei den Aufnahmen zum Video machen sie gute Miene zum bösen Spiel – hinter den Kulissen kracht es gewaltig. Nichts ist mit „Denn nur zusammen ist man nicht allein, komm lass uns alles miteinander teil‘n“, wie es im Lied heißt. Wie sieht es bei uns selbst aus? In unseren Bezügen zu anderen Menschen? In diesen Tagen finden Menschen neu zusammen: Erstklässler in der Schule, Schul- bzw. Klassenwechsel, Auszubildende in der Firma, Start ins Studium. Überall gibt es Gruppen, die bunt zusammen gewürfelt sind: Es kommen unterschiedliche Ansichten und Erfahrungen, soziale und geografische Herkunft, junge und ältere Personen zusammen. Konflikte sind dabei normal, die Frage ist nach dem Umgang damit. Im besten Fall werden Konflikte für alle Beteiligten gelöst. Das ist Voraussetzung für ein echtes Miteinander, ein echtes Zusammensein! In dem Video von „Zusammen“ sieht man am Ende auf dem T-Shirt von Clueso das Wort „NEUANFANG“. Voraussetzung dafür ist, dass wir einander so annehmen wie wir sind und anderen eine Chance geben. Leicht gesagt… In der Bibel werden wir dazu im Römerbrief ermutigt: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7) Lassen Sie sich davon ermutigen, jeden Tag einen Neuanfang mit Ihren Mitmenschen zu starten. Ich bin mir sicher: Das ist der Anfang für ein gutes #ZSMMN!

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Anja Bohling

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Anja
Bohling
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Sa. 01.09.18
Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit…
Monatsspruch
Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch...

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.  Pred 3,11 (L)

 

 

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter: https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

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Mi. 29.08.18
AN(GE)DACHT
Klaus Priesmeier
AN(GE)DACHT

Ernte-Dank-Momente

Der Spruch fiel mir nicht nur in die Augen, ich behielt ihn in meinen Gedanken: „Das Tischgebet ist das Erntedankfest des Alltags.“ Die Frage ist nur: wer eigentlich feiert dieses alltägliche Erntedankfest? Wer sieht, was er isst, als Gabe Gottes und der Menschen an – und nicht nur als etwas, das er sich als Kunde kauft? Und meint, deswegen habe er doch ein Recht darauf. Aber das ist ja wohl nicht alles, was hier wichtig ist!

Ich weiß auch noch, wie ich zusammenzuckte. Ich biss gerade genussvoll in eine Wurst – und hörte jemanden rufen: „Igitt, totes Fleisch!“ Da wurde es mir spontan wieder bewusst: um zu leben verzehre ich – Leben! Leben, das für mich sein Leben lässt. Seien es nun Pflanzen oder Tiere. Leben lebt vom Leben. Ist das nicht Anlass genug, mal einzuhalten? Nicht nur zuzugreifen, sondern einen Moment inne zu halten, sich dieser Zusammenhänge wieder bewusst zu werden. Und: zu danken. Zu danken, dass ich leben soll und leben darf. Dass ich genährt werde. Und da steckt mehr drin als meine Kaufkraft. Der Mensch ist noch mehr und anderes als Kunde. Ich bin lebendig und meine Lebendigkeit wird mir erhalten. Dafür wieder sensibel zu werden ist ein wichtiges und richtiges Ziel. Zu meiner Lebendigkeit brauche ich nicht nur Essen und Trinken. Das wusste auch Martin Luther. In seinem Kleinen Katechismus stellt er zur Vater-unser-Bitte  „Unser tägliches Brot gib uns heute“ die Frage: „Was heißt denn tägliches Brot?“ Und er antwortet: „Alles, was Not ist für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.“

Mit „fromm“ meinte man damals nicht eine zur Schau getragene Religiosität. Es bedeutet so viel wie gut, rechtschaffen, ehrlich, verlässlich. Und das gegenüber Gott und den Menschen. Das sollte man wohl voneinander erwarten können. Aber jeder weiß, wie wenig selbstverständlich das dennoch ist. Und es ist immer ein
Grund zu Dank und Anerkennung. Wann haben Sie denn zum letzten Mal Ihrem Partner, Ihrer Partnerin „Danke“ gesagt, Ihr Kind gelobt, Ihren Nachbarn gesagt: „Schön, dass Ihr unsere Nachbarn seid!“ usw.!? Es gibt Situationen, da wird es mir eindrücklich und ich spüre: ich sollte mal „Danke“ sagen. Nur: tue ich es? Tue ich es, und sei es nur in einer Art Stoßgebet: Danke, Gott! Tue ich es, sage Danke auch einem anderen Menschen oder gebe ein Trinkgeld, wenn ich es kann? Das tut ja nicht nur dem anderen gut. Es stellt zugleich mich selber in eine Welt, in der man bemerkt, was geschieht, in der man es wahrnimmt und annimmt. Und darin auch sich untereinander.

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die sind fast alle im Grunde ganz einfach. Dazu gehört: mir meine Angewiesenheit auf die anderen einzugestehen und frei werden, danke zu sagen. Es macht das Leben schöner. Denn es verbindet. Und der Dank kann uns miteinander auch mit Gott verbinden. Wer es tut, der merkt: mein Leben wird „rund“. Es passt. Und das macht schon wieder dankbar. Also, es lohnt sich, aufzumerken für die dankbaren Momente. Und sie auszuleben: Danke!

„Ein echtes Danke … ist immer ein Gebet!“ (Joachim Wanke)

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ (Francis Bacon)

Kürzlich fiel mir ein Verkehrsschild in die Hände: Einbahnstraße. Es geht immer nur in eine Richtung – voran. Der Rat meines plattdeutschen Navis im Auto wirkt da ziemlich hilflos: „drei ümme – wenn ´t geiht“. Geiht nich! So gehen wir auch auf dem Lebensweg immer voran, und die Zeit meiner Vertretung in Visselhövede und Wittorf geht auch schon wieder zu Ende. Und der Ruhestand beginnt – mit dem Herbst, wie sinnig! Es war ein Privileg, Ihre schöne Kirche und die wunderbare Kapelle in Wittorf kennen lernen zu dürfen. Begegnungen mit Menschen in unterschiedlichen Situationen kommen dazu. Für das alles sage ich ein herzliches „Danke!“ Ich hoffe, die Stelle kann bald wieder regulär besetzt werden. Ihnen allen wünsche ich Gottes Geleit. In der St. Johannis-Kirche steht ganz oben auf dem Altaraufsatz der Name Gottes, in vier hebräischen Buchstaben. Eingedeutscht: jhwh. Dieser Name Gottes bedeutet etwa: ich bin der „ich bin da“; ich bin der, der mitgeht; ich bin der, als der ich mich erweise. Ein Wege-Gott. Nicht einer, der still steht, sondern einer, der mitgeht. Der vorangeht, zur Seite geht,
hinterher geht. Das Geleit dieses Gottes wünsche ich Ihnen und sage: Gott befohlen!

Ihr Klaus Priesmeier

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Klaus Priesmeier

Klaus
Priesmeier
So. 26.08.18
Paradies mit Baustelle
Alexa Wilke
Paradies mit Baustelle

Die Ferien sind vorbei, die Tage werden kürzer und die Autoschlangen am Morgen länger. Im Auto neben mir hängt ein Traumfänger am Spiegel. Unwillkürlich muss ich grinsen. Ich kenne diesen indianischen Schmuck aus Schlaf- und Kinderzimmern. Er soll schlechte Träume auffangen und gute bescheren. Ich schaue die Fahrerin von der Seite an. Sie sieht nicht so aus, als würde sie gleich einschlafen. Zum Glück. Nicht dass sie irgendwann mit besonders schönen Träumen schlafend weiterfährt.

Ich bin abgebogen und komme nun zügiger voran. Im Auto träumen. Wie viele von denen, die gerade auf dem Weg zur Arbeit sind oder zur Schule, träumen sich wohl in diesem Moment zurück in den Urlaub und in die schönen Sommertage ohne Verpflichtung? Das Leben kann so leicht sein. Ich höre mich seufzen.

Im Verlauf des Tages treffe ich meinen Kollegen, der den ersten Tag wieder im Dienst ist. Ich freu mich richtig, ihn zu sehen: „Schön, dass Du wieder da bist!“ Es steht einiges an, was gemeinsam geplant werden soll. Und jetzt geht es endlich los.

Auf der Heimfahrt denke ich an den Traumfänger im Nachbarauto. Und an die Urlaubsträume am Morgen. Immer so viel Freiheit haben wie in den Ferien, das wär‘s. Oder? Ich zögere: Wär blöd gewesen, wenn der Kollege einfach weggeblieben wäre.

Mein Kollege wird gebraucht hier, und auch ich habe meine Aufgaben. Sei es im Beruf, unter Nachbarn, in der Familie. Ja, mein Ferien-Ich fehlt mir. Aber mein Alltags-Ich hat seine ganz eigene Würde. „Bebauen und bewahren“ nennt die Bibel die täglichen Mühen (1. Mose 2,15). Etwas schützen, etwas wachsen lassen, Verantwortung tragen. Das gehört eben auch zu mir. Und für das Ferien-Ich reserviere ich den Sonntag.

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Alexa Wilke

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So. 12.08.18
War es das jetzt?
Martin Söffing
War es das jetzt?

Soll es das gewesen sein? So oder so ähnlich klingen Fragen wenn etwas zu Ende geht, wenn es ums Abschied nehmen geht. Schon höre ich die Frage als nach gefühlt wochenlanger Hitze der Himmel wieder bedeckt ist und die Temperaturen sinken – war es das jetzt mit dem Sommer?

Ernster klingt die Frage wenn Menschen zurückschauen. Auf eine Zeit, die zu Ende geht, wenn klar wird dass das Leben fortan nicht mehr so sein wird wie früher. Wenn plötzlich alles anders ist. Ein Lebensabschnitt, der zu Ende geht. Wenn eine Krankheit alles verändert, wenn die Hoffnung auf Heilung schwindet. Dann schauen wir zurück, ziehen Bilanz. Oft wird dann, in der Rückschau erst deutlich, was wichtig war, was und wen ich geschätzt, geliebt habe, worauf ich nicht verzichten mag.

Dieses Bilanzieren ist wichtig, es kann zeigen, wofür ich dankbar bin, was bisher geglückt ist, womit ich zufrieden bin. Und zugleich ist da angesichts einer größeren Veränderung auch die Aufgabe, mich neu zu arrangieren. Zu versuchen, mich auf die Situation einzulassen. Wenn das gelingt, lässt sich neu entdecken, was anders zwar als bisher, was aber dennoch gut und reizvoll ist. Diese Bereitschaft zur Veränderung ist nicht immer leicht. Und zugleich wissen wir, dass es mit dem Hüttenbauen nicht klappt, dass unser Leben ein Unterwegssein, Veränderung bedeutet.

Man sagt am Ende wird alles gut
Und wenn es nicht gut ist, kann es auch nicht das Ende sein, so heißt es in einem Song von Casper.

Ist es wirklich so einfach? Vermutlich nicht. Mir gefällt die Widerständigkeit, mit der es dort weiter heißt:

Am Ende wird alles gut
Und ist es nicht gut, ist es verdammt nochmal nicht das Ende
Nein

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Martin Söffing

Martin
Söffing
Pastor Klinikseelsorge AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM
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Mo. 06.08.18
Sommer für die Seele
Hilke Bauermeister
Sommer für die Seele

Bis zum 8. August haben die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen noch frei. Ferienzeit ist Urlaubszeit. Fahren Sie weg im Urlaub oder bleiben Sie zu Hause?

Was bedeutet eigentlich das Wort Urlaub? Im Wörterbuch steht, „Urlaub“ kommt von „Erlaubnis“. „Urlaub“ ist die „Erlaubnis, von der Berufsarbeit fernzubleiben“. Urlaub ist die Erlaubnis zum Ausspannen. Wer Urlaub hat, der darf für eine Weile aus dem Alltag aussteigen. Egal, ob man wegfährt oder zu Hause bleibt: Man kann sich all’ jenem widmen, was im täglichen Trott meistens unterbleibt: gemütlich frühstücken, ein gutes Buch lesen, lange Spaziergänge machen und nachdenken über sich und Gott und die Welt. – Sommer für die Seele hieße für mich, sich auch Zeit und Raum dafür zu gönnen, dem eigenen Dasein nachzuspüren: Die freie Zeit dafür nutzen, den Spuren nachzugehen, die Gott in unserem Leben hinterlassen hat. Da mag es Schönes und auch Schweres geben. Traurige Tage sind einem womöglich stärker im Gedächtnis als die schönen. Wir neigen schnell zum Vergessen. Das Schwere lässt vergessen, was es schon alles an Schönem und Gelungenem gab im Leben. In der Bibel heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Manchmal muss man einen Augenblick innehalten, um sich an die schönen Stunden zu erinnern. Manchmal muss man einen Moment überlegen, bis es einem einfällt, wie viel Glück und Wohlergehen es für uns schon gab – trotz so mancher schweren Stunde. Dass Ihnen vieles einfällt, was Sie froh stimmt, und wofür Sie Gott danken mögen, wünsche ich Ihnen für Ihre Augenblicke des Innehaltens.

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Hilke Bauermeister

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So. 01.07.18
Startup Kultur – eine Religion des 21.…
KDA (Kirchlicher Die…
Startup Kultur – eine Religion des 21. Jahrhunderts

Zu Beginn dieser Wortmeldung möchte ich Sie
auf eine Traumreise mitnehmen. Eine Reise, in der
farbenfrohe Helden, Einhörner und Engel gegen
einen grauen, mysteriösen Gegner kämpfen. Stellen
Sie sich den Gegner als einen sehr unbeweglichen,
vernebelten, alten Felsen vor, der sich von
Ungerechtigkeit, Leid und Inflexibilität ernährt. In
einer Höhle am Fuße des Felsens arbeitet ein Volk
an einem ausgeklügelten Plan, den uralten Felsen
zu vernichten. Das Volk besteht aus unzählig vielen
kleinen Figuren, in unterschiedlichsten Formen und
Farben. Sie wuseln und wirbeln. Und zwischen ihnen
galoppieren und fliegen die leuchtenden Helden,
Einhörner und Engel, die die Figuren delegieren.

Mythologie
Die Geschichte steht sinnbildlich für die Mythologie
heutiger Start-ups. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt
geht es im Kern darum, die Welt zu verändern,
zu verbessern. Um die Start-up Welt von der herkömmlichen
zu trennen spielt das „Wording“ eine
besonders wichtige Rolle. Wer ein Unternehmen
unterstützt ist ein „Business-Angel“, große Konkurrenten
werden als „800 Pound Gorilla“ bezeichnet
und Start-ups kurz vor dem Börsengang werden
„Unicorns“ genannt.
Um die Mythen des Kulturareals praktisch zu untermauern,
finden Sie in jedem gut geführten Start-up
einen Kickertisch, eine Schale mit frischem Obst
und kostenlose Getränke. Und in Stellenausschreibungen
wird mit flachen Hierarchien, Teamevents
und dem Standort Berlin-Mitte geworben. Es wird
eine scheinbar völlig neue Welt kreiert, in der alles
bunt, frisch und locker ist.

Wirklichkeit
Nun nehmen wir die „Helicopter view“ ein und
stellen der Mythologie die tatsächlichen Arbeitsbedingungen
gegenüber. Ein Grundproblem sind
oftmals prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Sie
sind befristet, versprechen eine schlechte Bezahlung
und begünstigen unbezahlte Überstunden.
Das meist knappe Budget der jungen Unternehmen
entschuldigt offensichtlich das Ersetzen fester
Mitarbeiter*innen durch unbezahlte Pflichtpraktikant*
innen. Ein ständiger Wechsel sowie die Befristung
der Mitarbeiter*innen vermitteln ein Gefühl
der Austauschbarkeit. Als Ausgleich dazu gibt es
aber mit Unterschrift des Arbeitsvertrages gleich
eine Reihe neuer Freunde dazu. Im Rahmen der
Start-up Mythologie findet eine bewusste Vermischung
von Privatem und Beruflichem statt.

Religion
Das alles wird für den Eintritt in eine junge, glitzernde,
coole Welt in Kauf genommen. Aber wie
funktioniert das? Menschen möchten im Leben
an etwas glauben, suchen nach Wegweisern und
möchten sich mit etwas schmücken. Früher bot dies
für viele Menschen die Kirche, die leistet es heute,
selbstkritisch betrachtet, für meine Generation kaum
noch. Warum eigentlich nicht?

 

 
WORTMELDUNG Juli 2018
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt - Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Laura Odile Rinderspacher, Referentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt
 

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So. 17.06.18
Grün
Hilke Bauermeister
Grün

Grün ist die Farbe der Natur und der Pflanzen. Im Internet kann man auch die Hinweise finden, Grün sei die Farbe der Frische und Natürlichkeit, und Grün sei die Farbe der Hoffnung und der Zuversicht. In alter Zeit war Grün auch das Sinnbild beginnender Liebe. In unserer Sprache gibt es noch Hinweise auf diese Bedeutung von früher: „Jemandem die grüne Seite zeigen,“ bedeutet, dass man sich freundlich und entgegenkommend verhält. Aber wenn man „jemandem nicht grün ist,“ dann heißt das, dass man den anderen nicht mag.

Ob es in den Ländern der Bibel auch viel Grün gibt? An der östlichen Mittelmeerküste? So viel grüne Natur wie bei uns? In Nordeuropa gibt es viele Wälder, viel Grün auch in Gärten und Parkanlagen. In der Bibel steht jedenfalls eine Geschichte über hervorsprießendes Pflanzengrün: „Jesus sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? Es ist wie ein Senfkorn: wenn das gesät wird aufs Land, so ist’s das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, so dass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.“ (Markus 4, 30-32)

Jesus spricht vom Hervorsprießen einer Senfstaude. Das Senfkorn ist überaus klein – man braucht mehr als 700 Samenkörner, bevor man nur 1 g beisammen hat – und aus diesen kleinen Körnchen wachsen Stauden von bis zu 3 m Länge hervor. So, sagt Jesus, so ist es auch mit dem Reich Gottes: Es ist da, klein und unscheinbar, und mit der Zeit wird es größer, bis es einmal groß und erhaben sein wird. Kleine Ursache, große Wirkung. – Bei Gott sind alle Dinge möglich.

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Hilke Bauermeister

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Fr. 08.06.18
App in die Zukunft – Den digitalen Wandel…
KDA (Kirchlicher Die…
App in die Zukunft – Den digitalen Wandel gestalten

Unsere Welt wird (immer) digitaler

Digitalisierung ist längst kein Thema mehr und auch
kein Trend. Sie ist allgegenwärtiger Teil unserer
Lebenswelt und dringt in immer weitere Bereiche
unseres Alltags vor, im öffentlichen Raum, im Beruf
und in die Privatsphäre. Mitarbeiter*innen des Kirchlichen
Dienstes in der Arbeitswelt haben dazu nun
ein Heft veröffentlicht: App in die Zukunft – Den
digitalen Wandel gestalten.

 
Den Wandel gestalten
Der Titel ist Programm. Wir sind der Meinung: Weder
Euphorie noch Apokalyptik helfen im Umgang
mit den Veränderungen, die sich durch die digitalen
Instrumente eröffnen. In meinem Beitrag zu dem
Heft habe ich geschrieben: Wandel braucht Zeit,
Solidarität und Hoffnung. Damit nehme ich einen
Dreiklang auf, der vor dreißig Jahren dem Strukturwandel
an Rhein und Ruhr Impulse gegeben hat.

 
Wandel braucht Zeit
Wahrscheinlich werden viele der heutigen Arbeitsplätze
verschwinden und neue entstehen. Vielleicht
werden auch diejenigen Recht behalten, die erwarten,
dass sich das letztendlich aufs Ganze gesehen
ausgleicht. Und ich höre immer wieder in Unternehmen
und Verbänden: So schnell wird das alles
nicht kommen und umgesetzt werden. Liegt dies
eventuell auch daran, dass wir im beginnenden dramatischen
Fachkräftemangel überhaupt nicht all die
Menschen haben, die benötigt werden, um die neue
Arbeitswelt zu besetzen? Wandel braucht Zeit –
allein um in Ruhe all die hiermit verbundenen
Fragen zu stellen und sich nicht mit vorschnellen
Antworten zu begnügen.

Wandel braucht Solidarität
Wandel braucht Solidarität, denn innerhalb mancher
Branchen wird es zu erheblichen Verwerfungen
kommen, wenn Märkte wegbrechen oder Tätigkeiten
durch Robotik oder Künstliche Intelligenz
übernommen werden. Natürlich benötigen Unternehmen
Gewinne für Investitionen in die Zukunft,
in technische Anlagen wie in die Weiterbildung ihrer
Mitarbeitenden. Aber es bedarf auch Investitionen
in den Menschen, die zu den Verlierer*innen der
Entwicklung zählen. Ressourcen müssen umverteilt
werden, wenn wir die Herausforderungen gemeinsam
bewältigen wollen.

 
Wandel braucht Hoffnung
Hoffnung gibt Zukunft. Selbstbestimmung in der
Arbeit ist ein Schlagwort, das aktuell Hoffnungen
weckt auf eine andere Arbeitskultur und partizipative
Führungskonzepte. Das ist gut und richtig, reicht
aber nicht aus. Es braucht Diskussion und Verständigung
auch über die Ziele von Arbeit und Wirtschaft
jenseits einer konsumorientierten Gesellschaft, die
wir uns eigentlich schon heute nicht mehr leisten
können und in den nächsten Jahren immer weniger.
Die biblischen Texte sind voller Hoffnung und sie
malen Bilder vom Reich Gottes, dass in der Zukunft
liegt, aber immer auch schon unter uns anbricht.
Es lohnt, diese sperrigen Bilder und Texte mitzubedenken,
weil wir uns so mit der Tradition verbinden
und zugleich über die „Hölle der Gegenwärtigkeit“
hinausgeführt werden.

 
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
WORTMELDUNG Juni 2018
Dr. Matthias Jung
Landessozialpfarrer und Leiter des Fachbereichs Kirche.Wirtschaft.Arbeitswelt
jung@kirchliche-dienste.de

 

Die Broschüre steht kostenlos zum Download bereit im HKD-Materialshop: www.hkd-material.de

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Di. 01.05.18
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht…
Monatsspruch
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr 11,1 (L)

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr 11,1

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Fr. 04.05.18
Sehnsucht
Haike Gleede
Sehnsucht

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, dich zu sehn, dir nah zu sein...“

Dieses moderne Kirchenlied ist beliebt und wird in vielen Gottesdiensten gesungen. Der Text rührt etwas in mir an, eine verborgene Sehnsucht, die in mir schlummert. Wonach?

Vor wenigen Wochen haben wir Ostern gefeiert – das Befreiungsfest der Christen. Am ersten Ostermorgen machten sich die Frauen auf zum Grab Jesu. Sie suchten nach Antworten auf ihre Trauer.

Mit kostbaren Ölen wollten sie seinen Leichnam salben, ihm so noch einmal hautnah sein. Aber sein Grab war leer. Die Stimme des Engels zwang sie ihren Blick zu heben, sich aufzurichten, neu auszurichten. Er sprach: „Fürchtet euch nicht!“.  Sie flohen vor Angst zitternd von dem Grab.

Aber diese Sehnsucht blieb und rührte sich in ihren Herzen mehr denn je.

So wagten sie zu glauben, was sie gehört hatten. „Der Herr ist auferstanden!“

Was rührt Ostern in mir an? Mit dem Frühling erwacht die Sehnsucht nach Wärme, nach Aufatmen, nach neuem Leben. Aber das Leben richtete sich nicht nach den Jahreszeiten.

In den letzten Monaten rollte eine Sterbewelle durchs Land , und nicht enden wollende Grippewelle sitzt noch vielen in den Knochen.

Sehnsucht nach Heilung und  nach Trost ist vielerorts spürbar.

Wie können wir  unter solchen Bedingungen die Osterbotschaft wahrnehmen.

Wie können wir unseren Blick erheben, wenn wir erschöpft und niedergeschlagen sind? Wie dem „Fürchte dich nicht!“ vertrauen?

Es wohnt da diese Sehnsucht in mir – dass da einer ist, der die Angst und die Trauer sieht. Eine Sehnsucht nach etwas, das größer ist als alle menschlichen Grenzen. Was verlieren wir, wenn wir der Botschaft trauen? Nichts! Aber wir gewinnen alles! Darum gehe ich das Wagnis ein, glaube an den Auferstandenen und stimme ein in den Ruf, der nicht nur Ostern gilt:

„Der Herr ist auferstanden!“

 

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Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
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Haike
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So. 15.04.18
Neulich am Lottotresen
Dietmar Meyer
Neulich am Lottotresen

Als ich neulich am Lottotresen darauf warte, dass ich drankomme, steht Jesus hinter mir in der Schlange. Man soll‘s nicht glauben, aber er sieht tatsächlich genauso aus wie man ihn sich vorstellt. Überrascht bin ich trotzdem. „Was machst du denn hier, Jesus?“ frage ich. „Hätte nicht gedacht, dich ausgerechnet hier am Lottotresen zu treffen.“ Passt mir jetzt gar nicht so gut, denke ich. Habe ja den Lottoschein in der Hand und komme jeden Augenblick dran. Und muss noch überlegen, ob ich die 7 oder wie immer die 11 ankreuzen soll. Und nun das. Das letzte Kreuz muss ich noch setzen. „Ich nehme die 12!“ sage ich leise zu mir selbst. „12 Jünger, 12 Stämme Israel, 12 als Zahl für Vollkommenheit“. Vielleicht ist das ja ein Zeichen. Vor mir tut sich nichts. Dauert noch, bis ich dran bin. „Du spielst Lotto, Jesus?“ Ich wundere mich. Er hat das Geld doch gar nicht nötig. Ob er mir seine Zahlen nennt? Er müsste ja wissen, welche fallen werden. Ich drehe mich ganz zu ihm: „Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass dich der Jackpott reizt“ Ich erinnere ihn an seine eigenen Worte. „Hast Du nicht gesagt, es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in den Himmel kommt?“ Jetzt bin ich gespannt, was er dazu sagt. Gar nichts. Er steht da. „Oder: Schafft Euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motten und Rost sie fressen. Schafft Euch lieber Schätze im Himmel. Hm? Deine Worte!“ Jaja denke ich, sagen kann man also viel. Am Ende geht es doch ums Geld. Sogar bei Christus. Wie komme ich nur an seine Zahlen? „Das wär was: Den Jackpott knacken, oder Jesus? “ Christus kommt einen Schritt näher, und weist mit einer leichten Kopfbewegung nach vorne. Ah, die Schlange vor mir bewegt sich. Gleich bin ich dran. Dass Christus Lotto spielt, nee, ich werd verrückt! „Du weißt aber schon, dass die meisten Gewinner mit dem Geld unglücklich werden?!“ sage ich ihm über die Schulter. Dazu gibt es Studien. Außerdem stellt doch jeder, der auf den Gewinn hofft, sein bisheriges Leben in Frage. Überhaupt, du hast doch alles, was man braucht. Die ganze Welt gehört Dir doch. Sogar der Himmel.
Ich denke plötzlich an die Website, auf der kann man sehen, an welcher Stelle man weltweit mit seinem Einkommen rangiert (http://www.globalrichlist.com/). Mein Platz kann auf der Skala schon gar nicht mehr abgebildet werden, soweit oben rangiere ich. Sogar mit meinem BAFöG-Satz hätte ich damals schon unabbildbar vorne gestanden. „Wo würdest Du da erst stehen, Jesus?!“ Der braucht das doch wirklich nicht. Immer dasselbe, denke ich, je mehr man hat, umso mehr will man. Und wer nicht zufrieden ist, meint, er hätte nicht genug. „Was willst du denn mit dem Geld, Jesus? Noch mehr kaufen?! Noch mehr verbrauchen?! Glücklich werden?!“ Ich werde richtig ärgerlich. Hab ich mich so in Jesus getäuscht? Die anderen gucken schon. Ist mir egal. „Ich an Deiner Stelle würde das Geld lieber sinnvoller einsetzen“ brülle ich ihn an. „Und zufrieden sein!“ Dann ist er verschwunden. Und ich bin gleich an der Reihe.

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Dietmar Meyer

Dietmar
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So. 01.04.18
Normal ist das nicht
Dr. Matthias Wilke
Normal ist das nicht

„Ich hoffe bloß, dass bald Ostern ist!“ Meine Freundin ist genervt. „Gestern“, sagt sie, „Konferenz. Ich stell wie immer Schoki auf den Tisch. Da haut mich einer an, ob ich denn nicht wüsste, dass Fastenzeit ist. Ich so: ‚Zwing ich dich etwa, davon zu essen?‘“ Sie schnaubt: „Und dann haben sich alle gegenseitig erzählt, wie toll sie gerade fasten. Nicht zum Aushalten!“ Sie greift zu den Gummibärchen: „Es ist ja nicht nur die Fastenzeit. Es fängt im Januar an: Gute Vorsätze. Und in der Kantine mümmeln alle nur noch Salat. Im Februar jammern sie, dass sie nicht durchgehalten haben und warum sie schon seit zwei Wochen nicht mehr beim Sport waren. Und dann denkst du, du hast es hinter dir – und die Fastenzeit beginnt. Können die nicht einfach normal sein?“

Zuhause checke ich meine Mails. Wieder eine Nachricht mit Hinweisen für die Fastenzeit. Und ich komme ins Träumen. So wäre ich gerne. Ich will mich mutig für andere einsetzen, Strom sparen und auf Fleisch verzichten, will mehr an die Armen denken, die Frustschokolade drangeben oder am besten ganz auf Zucker pfeifen. Nicht normal sein, sondern gut. Wenigstens für sieben Wochen.

Neben dem Computer liegt ein Kreuz. Die Menschen um Jesus hatten ganz normal Sehnsucht nach einem, der ihnen hilft. Waren schrecklich normal mit ihrer feigen Sorge ums eigene Leben. Und ausgerechnet diese Menschen haben das erste Ostern erlebt. Dazu passt der Spruch für die nächste Woche (Römer 5,8): „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Und ich steh da mit meinem Frust und meiner Sehnsucht nach gutem Leben. „Danke, Gott, dass du es in all dem Murks Ostern werden lässt!“

 

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Dr. Matthias Wilke

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So. 01.04.18
Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch!
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch!

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Joh.10,21 

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Fr. 30.03.18
Durch alles geht ein Riss…
Pastor*in N.N.
Durch alles geht ein Riss…

In einem Lied von Leonard Cohen heißt es: “There’s a crack in everything, and that’s how the light gets in.” Übersetzt heißt das: Durch alles geht ein Riss, und nur so fällt das Licht hinein. Dieser Text kommt mir in den Sinn, wenn ich über Ostern nachdenke. Immer wieder durchziehen Risse unser Leben. Oft entstehen sie durch Enttäuschungen oder durch Kummer. Wenn etwas kaputt gegangen ist in meinem Leben, oder wenn ich vor meinen eigenen Scherben stehe. Dann zerreißt etwas in mir. Es entsteht ein Riss in meinem Leben. Und das tut weh.

Dennoch gehören diese Risse zu unserem Leben dazu. Sie machen uns menschlich. In den Rissen unseres Lebens will Gott uns begegnen. Dort, wo wir eigentlich niemanden hineinlassen. Er will uns berühren, wo der Schmerz liegt. Durch unsere Zerrissenheit kommt sein Licht in unser Leben. In seinem Licht kann Verwandlung entstehen, so können wir wachsen und reifen.

Jesus stirbt an einem Kreuz. Der Vorhang im Tempel zerreißt. Ein Vorzeichen für den Riss, der die Welt verändern wird. Denn am Ostermorgen erhält der Tod einen Riss. Die Mauern der Endgültigkeit zerbrechen. Durch diesen Riss scheint nun das Licht der Auferstehung in die Kammer des Todes.

Wir feiern Ostern, weil Christus von den Toten auferstanden ist. Seine Auferstehung gilt auch uns. Sie gilt uns nicht nur am Ende unseres Lebens, sondern schon jetzt. Es gibt sie immer wieder, diese kleinen oder großen Augenblicke, in denen Gottes Welt schon in unsere Welt hineinbricht. Es sind Momente, in denen unsere kleine Welt aufreißt und ein Riss entsteht hin zur Ewigkeit Gottes – im Gebet, durch sein Wort, das uns im Herzen trifft, in der Stille, auf unseren ganz banalen Wegen durch den Alltag, wenn wir es nur zulassen.

Durch alles geht ein Riss – auch durch unsere kleine Welt hin zur Ewigkeit – und nur so fällt das Licht hinein.

 

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Pastor*in N.N.

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27356
Rotenburg (Wümme)
Di. 20.03.18
Kennen Sie den?
Kennen Sie den?

Wann haben Sie das letzte Mal so richtig von Herzen gelacht? Lachen ist gesund. Beim Lachen werden 80 Muskeln im gesamten Körper bewegt. Lachen hebt die Stimmung. Lachen kann man am besten mit anderen zusammen. Vor einigen Wochen haben wir in einem Seniorenkreis miteinander ein Lachseminar erlebt. Wir wurden angeleitet, ganz bewusst zu lachen. Zuerst fiel mir das schwer, aber als ich mich darauf eingelassen hatte und alle anderen auch lachen sah, war das Eis gebrochen. Ich bin selten so entspannt und gut gelaunt nach Hause gefahren.

Lachen nimmt auch Machtstrukturen nicht ernst – das wird uns besonders im Karneval vor Augen geführt. In einer Büttenrede nehmen wir die auf die Schippe, die das Sagen haben, die Macht ausüben können. Im Lachen kehren wir also die Verhältnisse um.

Vielleicht wurde aus all diesen Gründen das Osterlachen erfunden. Am Ostersonntag erzählte der Pfarrer einen Witz, und alle durften lachen, was sonst ja eher unüblich war im Gottesdienst.

Die Botschaft von Ostern lautet: Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium (2. Tim 1,10). Ostern feiern wir, dass Gott es gut mit uns meint, nicht nur hier und jetzt, sondern in alle Ewigkeit. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern das Leben!

Kennen Sie den? Dem alten Rabbi ist das Herz schwer. Seit Tagen trauert er nur und wird immer grauer im Gesicht. Und so begibt er sich zur Klagemauer und erzählt dem allmächtigen Gott, welches Leid ihm widerfahren ist: „Mein einziger Sohn ist Christ geworden.“ „O ja“, sagt Gott, „ich kann dich gut verstehen, das ist mir auch passiert.“ Auf so viel Verständnis, ja Mitleiden im gleichen schweren Schicksal war der Rabbi gar nicht vorbereitet. So fragt er einigermaßen erstaunt zurück, was Gott denn dann getan hätte. Und auch hier wird er nicht allein gelassen, sondern bekommt eine Antwort. So spricht Gott zu ihm: „Ein neues Testament geschrieben“...

Und den?:

Lehrer: Was werden sich wohl die Hochzeitsgäste bei der Hochzeit zu Kanaan gedacht haben, als Jesus das Wasser in Wein verwandelt hat? Schüler: "Den laden wir auch mal ein!

Frohe, gesegnete Ostern!

Do. 01.03.18
CARE üben – Ur-Verbundenheit stärken
KDA (Kirchlicher Die…
CARE üben – Ur-Verbundenheit stärken

CARE üben – Ur-Verbundenheit stärken

Wechselseitige Sorge
In der Care-Ethik wird das Netzwerk von Beziehungen
besonders betont. Tätigkeiten wie für jemanden sorgen, erziehen,
pflegen und die innere Haltung von sich zuwenden,
mitfühlen und Verantwortung für andere übernehmen sind
unentbehrliche Güter für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Es ist unstrittig, dass menschliche Gemeinschaften
ohne CARE (wechselseitige Sorge) nicht funktionieren. Das
Ur-Band der Verbundenheit miteinander erfordert diese
Sorge umeinander, damit es nicht zerreißt.

Staatliche Fakten
In Deutschland haben zwei Drittel der über 2,9 Millionen
Pflegebedürftigen das große Glück, von einem nahen Angehörigen
zu Hause in gewohnter Umgebung versorgt zu
werden. Pflegende Frauen und (einige) Männer steigen aus
dem Beruf aus oder verkürzen ihre Arbeitszeit und sind eine
unverzichtbare Stütze unserer Gesellschaft, unseres Staats.
Genau einen Rentenpunkt bekommen Arbeitnehmer*innen,
wenn sie ein Jahr zum durchschnittlichen Bruttogehalt sozialversicherungspflichtig
beschäftigt sind. Pflegen sie stattdessen
einen Angehörigen, müssen sie sich in der Regel mit
einem Bruchteil davon zufriedengeben. Sind die pflegenden
Frauen und Männer bereits selbst in Rente, bekommen sie gar
nichts dafür, dass sie ihr persönliches Leben für den Erhalt der
Ur-Verbundenheit und damit für den Zusammenhalt unserer
Gesellschaft reduzieren, in Extremfällen gar aufgeben, auf
jeden Fall auf vieles verzichten.

Ungerechtigkeit
Meist sind es Frauen, die sich um die Pflegebedürftigen
kümmern: Viele hunderttausend Ehefrauen, Töchter, Schwiegertöchter
und Enkelinnen jeglicher Altersgruppen. Die
Zuweisung der Care-Tätigkeiten an Frauen als ihre scheinbar
natürliche Aufgabe hat sich historisch bedingt offenbar bis
heute gehalten. Das ist eine Abwertung und verstärkt die
Ungerechtigkeit. Unser Staat will zwar nicht auf die Unterstützung
der Pflegenden verzichten, erkennt diese aber viel
zu wenig an. Zu oft rutschen gerade diese Frauen durch
langjährige Pflege – ob für Kinder oder später die Eltern – in
die Altersarmut. Sie haben sich ihrer Möglichkeit, genügend
Rentenpunkte fürs eigene Auskommen zu sammeln, jahrelang
beschnitten und werden im Nachhinein von unserem
Staat dafür allein gelassen. Die geringe Wertschätzung der
Pflege zeigt sich zugleich in der niedrigen Bezahlung der
– ebenfalls überwiegend – Frauen in den Pflegeberufen.
Auch sie müssen fürchten, trotz ihrer Berufstätigkeit später
mit ihrer Rente nicht auskommen zu können. Wo ist da
Verbundenheit?

CARE üben
Im 2. Timotheus 1,7 lese ich:
Der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft,
sondern erfüllt uns mit Kraft und Besonnenheit.
Wir befinden uns gerade mitten in der Fastenzeit. Wir üben,
frei zu sein von Bedürfnissen, die uns nicht gut tun. Gleichzeitig
schafft mir das Raum, mich von dem Geist der Kraft
und Besonnenheit erfüllen zu lassen und dies zu nutzen, um
mich anderen zuzuwenden, mitzufühlen und verantwortlich
zu sein. CARE zu üben und Ur-Verbundenheit zu stärken also.
Wie wenig dies in der Gesellschaft anerkannt ist, zeigt der
unglaublich bittere Beitrag von Monja Eszehah auf Twitter:
„Notaufnahme: Der alte Mann kam zum Sterben.
Ich setzte mich dazu. Meine Kollegin: Was machst Du denn
da? Ich: Sterben! Sie: Weißt Du, wie unkollegial das ist?
Komm raus und ARBEITE!“
Wie sollen da 8.000 zusätzliche Stellen in der Pflege ausreichen?
Auch hier gilt es CARE zu üben.

 

 
WORTMELDUNG März 2018
Andrea Plotzki (Fachbereichsassistentin im Fachbereich Kirche. Wirtschaft. Arbeitswelt im Haus kirchlicher Dienste)

 

Veröffentlicht durch:

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

 

 

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Archivstraße 3
30169
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Tel.: 
(0511) 1241-449
Do. 01.02.18
Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem…
Monatsspruch
Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
Dtn 30,14 

 

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So. 04.02.18
Wochenspruch aus Psalm 95, zitiert im Brief…
Wochenspruch in zwei…
Wochenspruch aus Psalm 95, zitiert im Brief an die hebräische Gemeinde (Heb3,15)

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Luther 2017)

Heute, wann immer ihr Gottes Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. (Bibel in gerechter Sprache, 4.Auflage)

 

So. 04.02.18
Gibt es Gott?
Dr. Matthias Wilke
Gibt es Gott?

Als Gunnar Barbarotti - Kriminalkommissar in Hakan Nessers Roman „Mensch ohne Hund“ – von seiner Ehefrau verlassen wurde, kam er auf die Idee, einen Deal mit Gott zu machen: Wenn Gott wirklich existierte, meinte Barbarotti, dann bestünde eine seiner wichtigsten Aufgaben darin, den Gebeten der armen Menschheit zu lauschen – und diese soweit zu erhören, wie es angemessen erschien. Gunnar Barbarotti seinerseits konnte sich nicht daran erinnern, ein einziges Mal in seinem Leben erhört worden zu sein. Tatsächlich?, hatte Gott erwidert. Und wie viele Gebete hast du reinen, ernsten Herzens zu mir herauf geschickt, du agnostische Kanaille? Barbarotti musste zugeben, dass er darüber keinen genauen Überblick hatte, aber so schrecklich viele konnten es nicht gewesen sein…

Ich finde es großartig, wie Hakan Nesser seinen Kommissar theologische Denkversuche unternehmen lässt. Gunnar Barbarotti machte einfach mutig einen Handel mit Gott. Und Gott ließ sich im Roman darauf ein: Barbarotti betete und immer dann, wenn ein Gebet erhört wird, bekam Gott von ihm einen Punkt. War der Punktestand hoch, dann wollte Barbarotti gern glauben, dass es Gott gibt. Anfangs standen die Aussichten für einen guten Punktestand eher schlecht. Doch das konnte auch daran liegen, dass Gunnar Barbarotti im Beten noch ungeübt war. Mehr und mehr erhöhte sich die Zahl auf Gottes Punktekonto und Gunnar Barbarotti musste einsehen, dass Gott da ist.

Ob es Gott gibt oder nicht – diese Frage bewegt viele Menschen. Nicht alle können an ihn glauben oder schaffen es, am Glauben fest zu halten und – besonders in Krisenzeiten – aus ihm Kraft zu gewinnen. Doch Gott ist da und trägt mit. Auf verborgene Weise. Und man kann mit ihm sprechen. Er wird es hören. Das konnte sogar Kommissar Gunnar Barbarotti erkennen. Einen Versuch ist es doch also wert, nicht wahr?

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Dr. Matthias Wilke

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