Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Datum
Titel
Name
Fr. 01.11.19
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Monatsspruch
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

HIOB 19,25

 

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Di. 01.10.19
Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen…
Monatsspruch
Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!

Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!
Tob 4,8 (E)

 

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So. 29.09.19
Ansprache Bürgerkanzel, 22. September 2019,…
Anja Glock
Ansprache Bürgerkanzel, 22. September 2019, Dr. Christiane Looks

Bürerkanzel 2019, Bewahrung der Schöpfung - unser blauer Planet in Gefahr, am 22.09.2019 mit Dr. Christiane Looks

In der letzen unserer diesjährigen Bürgerkanzeln war Frau Dr. Christian Looks, Naturschutzbeauftragte des Landkreises Rotenburg, auf der Kanzel der Stadtkirche.

Auch hier können Sie wieder den Text der Ansprache noch einmla nachlesen und sich zum Thema "Bewahrung der Schöpfung" noch einmal inspirieren lassen.

Viel Freude dabei.

 

Liebe Gemeinde!

Zwei Sonntage haben Sie aus unterschiedlicher Perspektive Nachdenkenswertes zum Leitmotiv der 2019er Bürgerkanzel gehört. Heute nun ein dritter Teil, zu dem die Naturschutzbeauftragte des Landkreises angefragt wurde. Ich habe gerne zugesagt. Das Leitmotiv der diesjährigen Bürgerkanzelreihe enthält zwei Schlüsselbegriffe: 

• Schöpfung und 

• blauer Planet.

Schöpfung, darunter kann sowohl etwas vom Menschen Erschaffenes, z. B. ein Kunstwerk, verstanden werden, als auch die von Gott erschaffene Welt. Blauer Planet bezieht sich dagegen darauf, dass unsere Erde zu rund drei Viertel von blau schimmerndem Wasser bedeckt ist. Die beiden Schlüsselbegriffe stammen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen. Wer den blauen Planeten verstehen möchte, kommt an Naturwissenschaften nicht vorbei. In immer feinere Bausteine zerlegt, meinen wir, 

• ihn, den blauen Planeten besser und besser zu verstehen. 

• Im Rückgriff auf 1. Mose 1, 28 - 29 

(Vers 28): "Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen."

(Vers 29:) "Dann sprach Gott. Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten" wird gefolgert, korrigierend in Schöpfung eingreifen zu dürfen, wie ein Leser aus der Mitte unseres Landkreises in einem Leserbrief Anfang dieses Sommers feststellte: "Kaum einer will Wölfe in freier Natur haben. ... Von Gott haben wir den Auftrag bekommen: Der Mensch soll über die ganze Erde verfügen, über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde." 

Eine solche Auffassung ignoriert, dass im 1. Mose 1, 31 für den sechsten Schöpfungstag festgehalten wird: "Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut." 

Anfang der 70er Jahre lebte ich für einige Jahre  im Ruhrgebiet. Wohnte ich bis dahin an der Kieler Förde in einer Umgebung, die geprägt war von dem Dreiklang Blau - Gelb - Blau = Ostsee - Raps - Himmel war ich nun mitten im Ruhrgebiet bei meinem Mann, der damals für ein Stahlwerk unterhalb des größten Hochofens Europas arbeitete. So musste ich von unserer Wohnung aus für ein Schulpraktikum während meines Studiums die Emscher überqueren. Die Emscher, ein Nebenfluss des Rheins, entsteht in der Nähe des heutigen Autobahnkreuzes Dortmund/Unna und schlängelt sich gemächlich in einem immer breiter werdenden Tal durch das Ruhrgebiet. Mit Beginn der Industrialisierung wurde Emscherwasser zum Betrieb industrieller Anlagen verwendet und deren Abwässer sowie jene der rasch entstehenden Arbeiterviertel zurück in den Fluss  geleitet. Das war nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil, es gab sogar einen  gewissen Stolz darauf, dass aus der Emscher die swatte Emscher wurde, zeigte dieses doch, wie es mit dieser eigentlich armen Gegend wirtschaftlich bergauf ging. Erst als aus der swatten Emscher ein Köttelbeck wurde, der bei Überschwemmungen menschliche Fäkalien in Senken, die sich durch den zunehmenden Steinkohlebergbau gebildet hatten, zurückließ, machte deren bestialischer Gestank auch dem letzten Verantwortlichen klar, dass der lange aus wirtschaftlichen Gründen kritiklos hingenommene Zustand unhaltbar war. Die Emscher wurde kanalisiert, mit hohen Deichen versehen, um die unappetitlichen und gesundheitsgefährdenden Überschwemmungen zu verhindern. Weil das mittlerweile zum Abwasserfluss verkommene Gewässer später zur Erhöhung der Fließgeschwindigkeit teilweise ein abgeschrägtes, mit Beton ausgebautes Flussbett erhielt, musste er in Abschnitten eingezäunt und mit Warnschildern versehen werden. So habe ich den Fluss kennengelernt: ein abschreckendes Beispiel dafür, wozu Menschen fähig sein können.

Schöpfung will angesehen, erfahren werden, nicht theoretisch, sondern draußen. 

Immer wenn ich meiner ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehe, die Naturschutzbehörde des Landkreises bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, bedrohte Natur vor einem Zuviel durch wirtschaftende Menschen zu schützen, bereite ich mich selbstverständlich vor, studiere Akten, Karten, Luftbildaufnahmen, gehe dann aber nach draußen, um mir ein Bild vor Ort zu machen. 

So arbeitete ich mich erst kürzlich mit meiner Begleitung dicht bei einer wirtschaftlich nicht unbedeutenden Stadt unseres Landkreises durch ein eng aufgeforstetes Wäldchen, das Rauschen einer nahe gelegenen Straße im Ohr. Wir wühlten uns durch üppig aufgelaufene Brennnesseln in Richtung eines vor Jahren angelegten Amphibienteiches in der Nähe eines begradigten Flüsschens, um in Augenschein zu nehmen, was aus dem Angebot geworden war, Lebensraum für bedrohte Tiere zu schaffen. Nach Überwinden des beim Teichbau entstandenen Walls breitete sich vor uns das in Karten eingetragene und im Luftbild gut erkennbare flache Gewässer aus, wie aus einer anderen Welt: in der Luft lag der Duft von Minze, die am Fuß des Lehmwalls bis ins flache Wasser wuchs. Aus aufgelaufenen Gehölzen auf dem Wall ertönte Vogelgezwitscher, Frösche quakten, Libellen schwirrten über der durch die Trockenheit deutlich verkleinerten Wasserfläche, Schmetterlinge gaukelten hin und her, dazu das Zirpen von Heuschrecken und das Brummen der Hummeln. Durch den teils filigranen Bewuchs am Rande des Gewässers wippte eine eifrige Gebirgsstelze. Szenenwechsel: Der Landkreis bemüht sich wie andere Landkreise in Niedersachsen ebenfalls, Lebensräume, die unterzugehen drohen mit fatalen Auswirkungen für die an sie gebundenen Tiere und Pflanzen, diese nach übernational akzeptierten und beschlossenen Vorgaben durch nationales Recht zu schützen. Das macht sensibel für scheinbar Bekanntes. Wirklich bekannt? Vor einem Monat machten wir uns auf, um ein Gebiet näher in Augenschein zu nehmen, das wir mehrfach umrundet, aber nie betreten hatten. Welch eine Überraschung! Nach einem längeren Marsch durch eine nicht ungewöhnliche Waldlandschaft öffnete sich der Blick, und vor uns breitete sich umgeben von hohen Kiefern in einem schmalen Tal eine üppig blühende Heidefläche aus. Ihr Violett war überwältigend. Der tiefgrüne Kiefernsaum um diesen Bereich, zwei offene, voll in der Sonne liegende Sandbereiche unterstrichen das Violett der Heide, machten es fast knallig. Distelfalter schwebten über dem Heidekraut und auf dem schmalen Pfad vor uns sprangen Heuschrecken in die Heideflächen. Es war unwirklich still, wie in einer anderen Welt, von der ich angenommen hatte, sie zu kennen.

Ich habe in meiner religionspädagogischen Ausbildung eine Reihe von biblischen Geschichten näher kennenlernen dürfen, die mir viel bedeuten, obwohl ich sie vor meiner Ausbildung gar nicht so wahrgenommen habe. Dazu zählt der Schöpfungsmythos aus 1. Mose 2, an den die heutige Lesung erinnerte und der vermutlich rund zweihundert Jahre älter ist, als jener, in dem es heißt "Macht euch die Erde untertan". Beide Schöpfungsmythen  greifen Kernfragen philosophischen Denkens auf:

• Woher kommen wir?

• Was bewirken wir mit unserem Handeln?

• Wofür sind wir verantwortlich?

Im Gegensatz zu dem jüngeren gibt der ältere Mythos eine völlig andere Antwort auf Kernfragen menschlichen Lebens: "Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und behüte."

Was für ein Bild! Was für ein Geschenk in einen Garten gesetzt zu werden, ihn nutzen und pflegen zu dürfen, Teil von ihm zu werden, anstatt sich die Welt untertan zu machen!

Ich wünsche uns allen, dass wir uns viel mehr daran erinnern: wir wurden von Gott in den Garten Eden gesetzt, um ihn zu bebauen und zu behüten.

Amen!

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Anja Glock

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So. 01.09.19
Ansprache Bürgerkanzel, 1. September, Sophia…
Anja Glock
Ansprache Bürgerkanzel, 1. September, Sophia Heeg und Zora Slomma

Unsere erste Bürgerkanzel in diesem Jahr beginnt mit einer Predigt von Zora Slomma uns Sophia Heeg aus der ev. Jugend Rotenburg.

Die beiden Mädels möchten mit ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen inspirieren. Und wenn Sie sagen, diese Ansprache würde mich noch einmal zum nachlesen interessieren, dann finden Sie sie hier. Viel Freude damit.

 

Dramatische Zahlen über Co2 Emissionen, schockierende Bilder vom brennenden Regenwald, Schildkröten gefangen in Fischernetzen. Aufgebracht von all den schrecklichen Nachrichten, die mich jeden Tag erreichen, merke ich, wie die Welt immer mehr den Bach runter geht. Natürlich mache ich mir Gedanken um die Umwelt, das habe ich schon immer getan. Aber jetzt ist die Politik dran. Mein Handeln bringt doch eh nichts. 

Freitagabend, Alexa Wilkes Büro. Vorbereitung auf die Predigt nächste Woche. Lockere Gespräche über Hobbys, Umwelt und Engagement und eine Frage, die uns erst einmal nicht aus dem Kopf geht:“ Was hat euer Glaube mit Umweltschutz zu tun?“

Ganz ehrlich, so richtig haben wir die Verbindung zuvor nicht wahrgenommen. Doch nach genauerem Nachdenken kamen wir zu mehreren Antworten und konnten die Themen gar nicht mehr getrennt voneinander sehen. Also: Was hat dein Glaube mit deinem ökologischen Verhalten zu tun? Es folgen keine wissenschaftlichen Zahlen oder….

1. Ich will meinen Nächsten lieben, wie mich selbst.

Um meinen Arm trage ich ein Armband, auf dem die Buchstaben „WWJD“ stehen. „WWJD“, das steht für „what would Jesus do“, also „was würde Jesus tun“. Ich habe mir damals so ein Band auf meiner ersten Kinderfreizeit gekauft, da muss ich ungefähr 10 Jahre alt gewesen sein, und ich war unfassbar stolz darauf. Vermutlich mehr stolz darauf, dass ich mir selbst ein Armband gekauft habe, als darauf, dass das Armband eine Bedeutung hat. In den nächsten Jahren habe ich dann aber an verschiedenen Orten immer wieder junge Menschen mit so einem Armband getroffen und irgendwann habe ich auch angefangen, mir über die Bedeutung dieses Armbandes bewusst zu werden. „Was würde Jesus tun?“ – das ist gar nicht mal so eine dumme Frage. 

In letzter Zeit habe ich mir noch ein wenig mehr Gedanken darum gemacht. Wir stecken in einer ökologischen Krise, einem Notstand, einer Katastrophe…was würde Jesus jetzt tun? Was würde er uns sagen? 

Das erste, was mir zu Jesus einfällt ist seine große Nächstenliebe und sein selbstloses Verhalten. Immer -zu jeder Zeit, und überall- auf der ganzen Welt. Jesus würde sich um die Menschen in Indien sorgen, die in vergifteten Flüssen baden, und auch um die Menschen auf den niedrig gelegenen Inseln, die bald nur noch ein überschwemmtes Zuhause haben. Und um die kleinen Bauern in zahlreichen Entwicklungsländern, die durch unsere hohes und anscheinend ja so unverzichtbares Bedürfnis nach Nestle Produkten maßlos ausgenutzt werden. Genau dort, wo die öffentliche Trinkwasserversorgung oft so marode ist, dass man das Wasser allenfalls abgekocht trinken kann. Und ich bin mir sicher, dass er dem kleinen Jungen, der im Jahre 2075 geboren wird, genauso seine Nächstenliebe schenken würde. Die Menschen sind ihm eben wichtig. Klar, denn Menschen, die ich liebe, lasse ich nicht im Stich. Ich lasse sie nicht verhungern. Ich handle für sie, nicht gegen sie. Und auch, wenn es sich dabei um Menschen handelt, die eine oder zwei Generationen von mir entfernt sind. Die in eine Welt reingeboren werden, für die sich nichts können, mit dessen Konsequenzen sie aber leben müssen. 

Ich möchte nicht egoistisch handeln. Ich liebe meinen Nächsten, wie mich selbst. Und das will ich in jedem Moment sichtbar machen. Dann, wenn ich mich bewusst gegen das Nestle Wasser, Öl, oder zahlreiche andere Nestle Produkte entscheide. Wenn ich bewusst Fahrgemeinschaften bilde, oder das Fahrrad nehme. Wenn ich mich bewusst für den gebrauchten Ebay Schrank entscheide, anstatt Ressourcen durch neu hergestellte Dinge zu verschwenden.

2. Ich will Verantwortung übernehmen 

Ich stehe morgens auf, gehe aus meinem Zimmer, verlasse das Haus und fahre durch den Wald zur Schule. Rotenburg- alle Strecken sind mit dem Fahrrad in 10min zu erreichen. Und so im Alltag vergesse ich oft: Ich lebe auf einem Planeten. Eine riesige, blaue Kugel, auf der ich jeden Tag umherwandle. Das ist meine Heimat hier und ich liebe und schätze das alles auch sehr. Und ich brauche es auch. Das einfache Wasser aus der Leitung, was ich viel zu selten wertschätze und die Luft zum Atmen.

Und genau deswegen trage ich Verantwortung. Das, was ich geschenkt bekommen habe, muss und möchte ich schließlich beschützen. Das fängt beim Geburtstagsgeschenk an und hört bei den Ressourcen der Erde auf. Ich nehme Verantwortung, für das, was in meiner Heimat passiert. Und dabei konzentriere ich mich nur auf mich selbst. Mit meinem Gewissen stehe ich dafür ein. Ich suche keine Schuldigen und keine Ausreden, denn irgendwie erscheint es mir als sinnvoll anstelle eines Kritikers ein Vorbild zu sein. Und das jeden Tag aufs Neue. Äpfel im vierer Pack eingeschweißt, oder lose? Plastikzahnbürsten von Rossmann, oder einen Umweg zum Biomarkt gehen für eine Bambuszahnbürste? Mein Handeln bewirkt etwas. Mein Konsumverhalten verändert etwas. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Ich, als Konsument, habe die Macht, denn jeder Einkaufszettel ist ein Stimmzettel. 

Für Fairtrade oder dagegen? Für Co2 Emissionen, oder dagegen? Für Massentierhaltung, oder dagegen? 

Ich habe jeden Tag eine neue Chance, einen neuen Start. Ich kann jeden Tag mehr auf Plastik verzichten, weniger Fleisch essen, eine Tour weniger Auto fahren. Gestern war es die Plastik Zahnbürste, die ich ersetzt habe, heute ist es der Plastikseifenspender, der zur Handseife wird. Ich möchte jeden Tag handeln, denn jetzt lebe ich hier. Jetzt habe ich die Chance, etwas zu tun.
 
3. Ich glaube daran, dass in jedem das Gute steckt

Ich bin in einer westlichen Welt aufgewachsen, ich hatte eine behütete Kindheit. Ich kenne weder das richtige Hungergefühl, noch war meine Existenz je bedroht. Ich habe das unfassbare Glück, mir über Themen wie Umweltschutz und Politik Gedanken machen zu können. Das haben nicht alle. Ich meine, wie viele Menschen auf dieser Welt haben nicht dieses Privileg? Zahlreiche Menschen auf dieser Erde müssen sich darum sorgen, überhaupt den nächsten Tag zu überleben, weil sie keinen Zugang zu Trinkwasser haben.

Wo bleibt da die Zeit und die Kraft über Plastik in den Meeren, oder brennende Regenwälder nachzudenken? Manche Menschen erleben bewegende Schicksale, während wir Wasser in Plastik Flaschen kaufen, obwohl wir Zugang zu fließendem Wasser haben. Ich möchte damit sagen, dass wir nichts dafürkönnen, wo oder wie wir geboren sind. Sei es Bestimmung oder Schicksal, ich glaube, jeder handelt aus seiner Lebenslage heraus. Und die einen haben leider mehr Einfluss darauf, was gerade auf dieser Welt passiert, als die anderen. Doch da ist eine Gemeinsamkeit zwischen uns allen. Wie wir vorhin in der Geschichte gehört haben, haben wir alle dieses eine Licht in uns. Uns wird sogar von Jesus gesagt, wir seien das Licht der Welt. Also: Wenn wir jetzt so weitermachen wie bis her, dann werden wir nicht mehr lange etwas von der Erde haben. Jeder hat das Gute, Gottes Licht, in sich, welches die Macht hat, etwas zu verändern. Und genau deshalb verliere ich die Hoffnung nicht. Wir können das schaffen. Wir müssen dieses Licht nur nutzen, anstatt es zu verbergen.  
 
Schlussteil Wenn wir alle dasselbe Ziel haben, und zwar die Schöpfung zu bewahren, warum schauen wir dann auf die anderen?

Lasst uns mit unserem ökologischen Verhalten nicht trumpfen, sondern inspirieren. Denn dies ist kein Einzelsport, sondern ein gemeinsamer Kampf. Lasst uns auch danach handeln. Lasst uns die Erde als aller erste Priorität setzen. Überall und in jedem Moment. 

Weil wir: 1. Unseren Nächsten Lieben wollen, wie uns selbst. Und deshalb bei jeder Handlung auch an die nächsten Generationen denken sollten.

Weil wir 2. Verantwortung tragen. Und deshalb sollten wir als erstes bei uns anfangen.

Weil wir 3. Alle das Gute, Gottes Licht, in uns haben. Und deshalb sollten wir dieses Licht nicht weiter verstecken.

Weil wir nur diese eine Erde haben.

Wir selbst können jeden einzelnen Moment entscheiden: Für unsere Erde oder dagegen?

 

Amen
 
 

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So. 08.09.19
Ansprache Bürgerkanzel, 8. September 2019,…
Anja Glock
Ansprache Bürgerkanzel, 8. September 2019, Roland Meyer (NABU Rotenburg)

Anläßlich unserer Bürgerkanzelreihe "Schöpfung bewahren" hatten wir am 8. September 2019 Herrn Roland Meyer, 1. Vorsitzender des NABU Rotenburg, in der Stadtkirche zu Gast. Hier können sie seine Ansprache gern noch einmal nachlesen.

Viel Freude und gute Gedanken dabei.

 

„König Belsazar machte ein herrliches Mahl seinen tausend Gewaltigen und soff sich voll mit ihnen. … Und da sie so soffen, lobten sie die goldenen, silbernen, … hölzernen und steinernen Götter. Eben zu derselben Stunde gingen hervor Finger wie einer Menschenhand, die schrieben … auf die     Wand in dem königlichen Saal; und der König ward gewahr der Hand, die da schrieb.  Da erbleichte der König, und seine Gedanken erschreckten ihn, dass ihm die … Beine zitterten.“- So beginnt die Erzählung „Belsazars Gastmahl“, 5. Kapitel Daniel.

Liebe Gemeinde: Lassen Sie uns den Blick von unseren Göttern - Wirtschaft, Wohlstand und Wachstum - abkehren und nach den Zeichen an der Wand sehen. Und dann lassen Sie uns beginnen, unser großes Gelage möglichst schnell zu beenden.

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Die Masse an Fluginsekten war vor 30 Jahren etwa vier Mal so groß. Uferschnepfe und Rotschenkel, einst Charaktervögel unserer Landschaft, sind weg. Kiebitz und Brachvogel sind Seltenheiten. Deutschlandweit sind seit 1990 eine Million Feldlerchen verstummt. Der Bestand an Rebhühnern ist um 90 Prozent zurückgegangen. Insgesamt leben auf Europas Äckern und Wiesen nur noch halb so viele Vögel wie 1980.

Dass es wieder Seeadler, Uhus und Wanderfalken gibt, ist ein kleiner Lichtblick. Die wenigen Erfolge bei Arten, die keine besonderen Ansprüche an ihre Lebensräume haben, dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Biodiversität dramatisch zurückgeht. Wer speziellere Ansprüche hat, ist auf dem Rückzug und vielerorts bereits verschwunden, zum Teil unwiederbringlich.

Viele ehemalige Grünflächen sind zu Äckern umgebrochen. Wo die Böden zu nass für schwere Maschinen sind, wird mit Drainagen nachgeholfen. Handelt es sich um Moorböden, wird der darin gespeicherte Kohlenstoff zu CO2 und befeuert die Erderwärmung. Dieser Effekt ist in Niedersachsen ebenso groß, wie der CO2-Ausstoß des gesamten Verkehrs.

Die allermeisten Wiesen, die es noch gibt, sind in Wirklichkeit Äcker für wenige Hochleistungsgräser. Sie werden bis zu sechs Mal im Jahr gemäht. Da bekommt kein Vogel seine Brut hoch. Und wer überlebt, erhält eine Gülledusche.

Im Kreis Rotenburg wird nur noch eine von 35 Wiesen als einigermaßen artenreich eingestuft. Es existieren doppelt so viele Äcker wie früher. Die Schläge sind größer, viele Hecken und Wege und deren Randstreifen verschwunden. Auf fast zwei Dritteln der Äcker wächst Mais. Die Hälfte davon ist für Gaskraftwerke, also nicht für die Ernährung. Die andere Hälfte ist fürs Vieh und dient allenfalls mittelbar als unser Essen.

Die Intensivierung bezweckt die möglichst billige Milch- und Fleischerzeugung. Aber genau anders herum würde ein Schuh daraus: Wir müssten die Nachfrage dämpfen und weniger Fleisch erzeugen und essen, damit alle Menschen auf der Erde satt werden. Aber um bei uns Tiere zu mästen, werden in Südamerika und Zentralafrika - mit allen schlimmen Folgen für Ureinwohner und Klima - Urwälder gerodet. Bolsonaros Feuer am Amazonas lodern auch für uns. Und das von dort als Tierfutter eingeführte Soja wird am Ende zu Gülle, die unsere Böden und Flüsse belastet. Dabei sind bereits jetzt die Nitratwerte im Grundwasser an vielen Stellen zu hoch. Und Entwicklungshelfer beobachten, dass mit Steuergeld gefördertes Billigfleisch aus Europa den Markt für Kleinbauern zum Beispiel in Afrika zerstört.

Aber statt die Vergiftung des Grundwassers zu stoppen, feilscht unsere Bundesumweltministerin mit der EU-Kommission, damit die Änderungen in der Düngepraxis möglichst gering bleiben. Die konsequente Lösung wäre: Es dürften mittelfristig nicht mehr Tiere gehalten werden, als die Fläche ernährt.

(Eine Nebenbemerkung: Es geht nicht darum, einzelne Landwirte zu verurteilen. Sie stehen oft unter hohem finanziellem Druck. Wir haben den Eindruck, dass viele fast wehrlos in einem System gefangen sind, das am Ende ihnen selbst schadet und nur wenige Gewinner kennt. In den vergangenen 40 Jahren mussten drei Viertel aller bäuerlichen Betriebe aufgeben. Und das Höfesterben geht weiter. Das System ist irre. Das müssen wir ändern und neue, andere Anreize schaffen. )

Zurück zum Haupttext: Das Artensterben bei uns und die Verelendung von Kleinbauern in Entwicklungsländern sind Früchte unserer Lebensweise. Auch der rasante Klimawandel ist eine Folge des großen Konsums. Fast wöchentlich berichten die Zeitungen über neue Temperaturrekorde. Gletscher und Polkappen schmelzen, Ozeane werden wärmer, der Meeresspiegel steigt, küstennahe Gebiete drohen zu versinken. Hochwasser, Stürme, Dürren häufen sich. Bäume vertrocknen. Straßen im Moor brechen entzwei. Felder werden künstlich bewässert. Selbst wer nur im Bullensee baden möchte, merkt, dass da etwas nicht mehr stimmt.

Während der Wassermangel bei uns noch nicht lebensbedrohlich ist, ist die Lage in manchen Teilen Afrikas dramatisch. Sauberes Trinkwasser wird immer knapper, Ernten fallen aus, Lebensmittel sind dann kaum zu bezahlen. Dass sich immer mehr Menschen dorthin aufmachen, wo sie sich bessere Lebenschancen erhoffen, ist vollkommen klar. Papst Franziskus beklagt unsere Gleichgültigkeit. Ich zitiere: „Der Mangel an Reaktionen angesichts dieser Dramen unserer Brüder und Schwestern ist ein Verlust jenes Verantwortungsgefühls … , auf das sich jede zivile Gesellschaft gründet.“ Das steht in seiner Lehrschrift „Laudato si“. Mauern zu bauen, eine Festung Europa anzulegen, ist erstens ethisch nicht vertretbar und zweitens aussichtslos. Der Druck wird Wege finden. Oder es kommt zu Explosionen, zu weiteren Kriegen und Bürgerkriegen.

Auf der Erde leben 7,6 Milliarden Menschen. Dauerhaft in Frieden miteinander auszukommen, kann nur gelingen, wenn wir allen Menschen die gleichen Rechte zugestehen. Auch die gleichen Verschmutzungsrechte. Jeder von uns Deutschen ist im Durchschnitt für elf Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr verantwortlich. Damit die Erderwärmung noch auf zwei Grad begrenzt werden kann, dürften es pro Mensch nur etwa 2,5 Tonnen sein. Weniger als ein Viertel.

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Die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden hängen zusammen. Durch das Artensterben gehen Gene verloren, die für unser Überleben noch einmal wichtig werden könnten. Täglich. Und weit über solche Nützlichkeitserwägungen hinaus ist das Ausrotten von Spezies für uns Christen ein Frevel an sich. Denn alle Geschöpfe haben einen Eigenwert. Noch einmal Papst Franziskus: „Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.“ (33).

Die von uns angerichtete Zerstörung richtet sich auch gegen uns Menschen selbst. Die Bischofskonferenz Neuseeland fragt: Was bedeutet das Gebot „Du sollst nicht töten“, wenn 20 Prozent der Weltbevölkerung Ressourcen in solchem Maß verbrauchen, dass sie den armen Nationen und den kommenden Generationen das rauben, was sie zum Überleben brauchen? - Diese Frage nach dem 5. Gebot ist radikal. Aber sie ist berechtigt. Und sie ist kaum auszuhalten.

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 „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“ Sie kennen diese Redewendung, liebe Gemeinde. Wir alle sind natürlich sehr dafür, dass die Schöpfung bewahrt wird. Aber unser Leben soll sich möglichst nicht ändern.

Das wird nicht funktionieren.

Trotz des Ausbaus der Erneuerbarer Energien ist der CO2-Ausstoße in den vergangenen 40 Jahren nur zwei Mal gesunken: beim Zusammenbruch der DDR-Industrie und bei der Wirtschaftskrise nach Lehmann-Brothers. Tatsache ist: Immer, wenn die Wirtschaft wächst, wächst der CO2-Ausstoß. Das können Wissenschaftler schlüssig erklären. Die Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch ist ein Versprechen, das noch nie eingelöst wurde. Wollen wir uns darauf wirklich verlassen? Seit der Rio-Konferenz 1992 ist der weltweite CO2-Ausstoß nicht gesunken, sondern hat sich fast verdoppelt.

Dennoch erwecken alle Parteien den Anschein, dass Wachstum weiter richtig und der Klimawandel sich rein technisch werde lösen lassen. Durch Windparks, E-Autos, Fassadendämmung, durch Videokonferenzen statt Dienstreisen, durch wunderbare neue Erfindungen usw.. Ich will nicht alle Ideen verwerfen. Aber wir müssen sie einordnen. Und vieles deutet darauf hin, dass die positiven Effekte weit überschätzt und die negativen unterschätzt werden.

Mit welchem Strom sollen all die Elektroautos eigentlich fahren? Und der Ressourcenverbrauch: Schon jetzt werden in Europa jedes Jahr so viele Autos verschrottet und neue produziert, dass sie übereinandergestapelt bis zum Mond reichen. Dass die Kehrseite der Biogaserzeugung Monokulturen und Artensterben sind, wissen wir im Kreis Rotenburg nur zu gut. Windparks tragen nur 2,5 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch in Deutschland. Mehr als Biogas. Aber selbst wenn der Beitrag der Windräder verdreifacht würde, bliebe er gering. Aber die Schäden wären groß. Bei uns durch Totschlag von Insekten, Fledermäusen und Vögeln. Und große Giftmüllseen und -halden entstehen in all den Ländern, wo die fürs angekündigte E-Zeitalter benötigten Rohstoffe gefördert werden.

Und dann gibt es ganz abenteuerliche Pläne. Zum Beispiel die Düngung der Weltmeere, auf dass kräftig Plankton wachse und CO2 aufnehme. Solche Ideen lassen die gleiche naive Fortschrittsgläubigkeit erkennen, die uns schon auf den Irrweg mit der Atomkraft geführt hat.

Seien wir ehrlich: Neue und immer mehr Technik erzeugt große, neue Probleme. Aber dass wir so ein eigentliches Problem wirklich lösen, den CO2-Ausstoß, ist Wunschdenken. Ich meine, da wird uns Sand in die Augen gestreut. Vielleicht damit weiter viel produziert und verdient werden kann. Und aus Angst vor uns Wählern, die weiter ungestört konsumieren wollen.

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Wie ist es damals in Babel mit Belsazar und dem großen Gelage weiter gegangen? Er hat sich den Juden Daniel bringen lassen, damit dieser die Zeichen an der Wand deute. Der erklärt: König Belsazar sei nicht demütig, sondern habe sich gegen den Herrn erhoben und die falschen Götter verehrt. Belsazar sei gewogen und für zu leicht befunden worden. In derselben Nacht wurde der König getötet.

Auch wir sind hochmütig, liebe Gemeinde. Und wir dienen oft den falschen, süßen Göttern. Lassen Sie uns einander Halt geben, damit aufzuhören. Lassen Sie uns einander Mut zusprechen und allen Politikern vermitteln, dass wir es honorieren, wenn sie unbequeme Wahrheiten ansprechen und wirksame Gesetze verabschieden. Und lassen Sie uns einander dabei helfen, das große Fressen schrittweise, aber entschlossen zu beenden. Weniger zu konsumieren: immer weniger Autos, immer weniger Fleisch, keine Flugreisen, immer weniger Mode, weniger neue Fernseher und so weiter. Weniger industrielle Produktion. Dafür nach und nach immer mehr Selbst- und Regional- und Nahversorgung, längere Nutzungsdauern, mehr Reparatur, mehr Second-Hand, mehr Leihen und Verleihen, mehr gemeinschaftliche Nutzung. Ein Leben auf kleinerem Fuße.

Wenn wir ehrlich sind, können wir doch auf vieles verzichten, liebe Gemeinde. In einer schrumpfenden Wirtschaft werden wir dann zwar weniger Einkommen haben. Aber dafür freiere Zeiteinteilung, mehr Muße, mehr Selbstbestimmung, mehr Unabhängigkeit in Wirtschafts- und Versorgungskrisen, mehr Miteinander, mehr Gerechtigkeit, mehr Natur, ein stabileres Klima und wahrscheinlich die Chance auf mehr Frieden in der Welt.

Amen.

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So. 01.09.19
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze…
Monatsspruch
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Mt 16,26 (L)

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Sa. 01.06.19
Monatsspruch Juni 2019
Monatsspruch
Monatsspruch Juni 2019

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

Sprüche 16,24 

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Mi. 01.05.19
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott…
Monatsspruch
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. 2. Samuel 7,22

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. 2. Samuel 7,22

 

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Mo. 01.04.19
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei…
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,20 (L) 

 

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So. 03.03.19
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen
Anja Bohling
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen

Die weißen Spitzenkniestrümpfe, die ich von Tante Marga als Sechsjährige geschenkt bekam, mochte ich überhaupt nicht. Das sagte ich ihr ganz ehrlich, was meine Mutter nicht gut fand. Sie raunte mir zu, dass ich das so deutlich nicht sagen und mich lieber dafür bedanken muss.

Ich verstand nicht, was daran falsch war, die Wahrheit zu sagen. Sonst war es doch immer wichtig gewesen, ehrlich zu sein. Auch heute als Erwachsene sträube ich mich dagegen, aus Höflichkeit „diplomatisch“ zu sein. Da sind wir schnell beim Kern der Sache: Wann fange ich an, jemanden anzulügen?

Wenn ich höflich sein und Tante Marga nicht verletzten möchte? Wenn ich mir beim Sport einen Vorteil verschaffen will und das Handspiel dementiere? Wenn ich meine Nachbarin vor einer harten Wahrheit schützen will? Wenn ich feige bin und nicht zu dem stehe, was ich verbockt habe? Wenn ich jemandem bewusst schaden will und Unwahrheiten verbreite?

Ganz klar: Es gibt Abstufungen beim Lügen, schädliche und unschädliche Lügen. Ich weiß als Christin aber auch, was in den 10 Geboten steht: „Belügt einander nicht.“ Aber: Die Wahrheit zu sagen, ist oft ein Abwägen von Schaden und Bewahren. Es geht immer um menschliche Beziehungen und darum, welche Absicht ich mit dem verfolge, was ich sage. Das Gebot ist eine Grundlage für mich: Geh so mit anderen um, rede so mit anderen, dass du kein Unrecht tust und Beziehungen zerstörst.

Jedes Jahr gibt es von Aschermittwoch bis Ostern eine Fastenaktion der evangelischen Kirche. In diesem Jahr werden wir eingeladen, in den sieben Wochen bis Ostern aufs Lügen zu verzichten. Denn Fasten bedeutet Verzicht und soll frei machen. Probieren Sie es aus und versuchen Sie, sieben Wochen aufs Lügen zu verzichten. Wie das gehen kann, erfahren Sie unter https://7wochenohne.evangelisch.de/

Und ich nehme mir vor zu üben, wie man Höflichkeit und Wahrheit miteinander in Einklang bringen kann, damit ich auf künftige Geschenksituationen vorbereitet bin.

 

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Anja Bohling

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Anja
Bohling
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Sa. 02.03.19
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium…
Dr. Matthias Wilke
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium und Theodor Fontane durch die Passionszeit

20 Minuten unter Bäumen – mit
dem Evangelium und Theodor
Fontane durch die Passionszeit

Vier Bäume möchte ich mit Ihnen „Von Turm zu Turm“ und rund um Kirchwalsede entdecken. Wir starten an einem Samstag (23. März) unter einem Apfelbaum in Westerwalsede, Dorfstraße 4. Dann treffen wir uns jeweils an den Freitagen (29. März, 5. April und 12. April), um 18.00 Uhr für 20 Minuten. In der Zeitung und den Schaukästen unserer Kirchen und Gemeindehäuser wird noch bekannt gegeben werden, in welchem Ort wir jeweils sind. Kommen Sie gerne, wenn es Ihnen passt, zu einem oder allen Treffen dazu. Bei den ersten beiden spielt der Posaunenchor Kirchwalsede, danach gehen wir aus dem eigenen Gesang weiter in das schweigende Hören auf die Natur. 2019 ist das 200. Geburtsjahr Theodor Fontanes. Der Apfelbaum, eine Wiese, die Linde und einen Birnbaum hat Fontane bedichtet. Seine Worte und die Bäume werden uns zur Brücke, die Passionsgeschichte Jesu wieder neu zu bedenken.Auf dass wir nicht in den Frühling stolpern, sondern bewusst auf Karfreitag und Ostern zugehen. Seien Sie herzlich willkommen!
Ihr Pastor Matthias Wilke

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Dr. Matthias Wilke

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Matthias
Wilke
stellv. Superintendent
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Fax: 
(04261) 630 39 19
Fr. 01.03.19
Wir lassen uns unsere Zukunft nicht…
KDA (Kirchlicher Die…
Wir lassen uns unsere Zukunft nicht verhetzen!

Wir erleben heute verbale Entgleisungen, die unser
Zusammenleben massiv gefährden. Die Algorithmen,
nach denen die neuen sozialen Netzwerke funktionieren,
polarisieren über Erträgliches hinaus. Es sei an
dieser Stelle auf die Zitierung von Hass-Sätzen aus dem
Netz verzichtet, um nicht zur Verbreitung beizutragen.
Aber dort ist seit geraumer Zeit zu beobachten, wie
die Gesellschaft in einzelne Gruppen zerfällt, die sich
mit grenzenlosem Hass überziehen. Sie schicken in
rasender Geschwindigkeit Lügen, Beleidigungen und
Verleumdungen um den Erdball, zerstören das Leben
Einzelner und vergiften das gesellschaftliche Klima.
Dieser Kulturkrieg vergiftet unser Zusammenleben und
dem gilt es entschieden entgegenzutreten.

Die Geschichte lehrt uns
Die Geschichte lehrt, dass andauernde verbale Gewalt
uns irgendwann in tätlicher Gewalt um die Ohren
fliegt. Das ist nicht eine Frage des Geschmacks. Der
Hass in den Online-Medien ist so toxisch, dass er unsere
Zivilisation massiv gefährdet.
Klar, die Zeit ist nicht zurückzudrehen. (Anonyme) Internetkommunikation
ist eine Realität mit vielen Möglichkeiten
– aber sie muss stärker zur Verantwortung
gezogen werden. Wir brauchen eine engere, zeitnahe
Regulierung von Online-Kommunikation, wenn wir
nicht wollen, dass das, was in politischen Prozessen zum
Schutz des Einzelnen vereinbart wurde, ausgehebelt
wird. Gesetze gegen Diskriminierung, Volksverhetzung
etc. müssen auch im Netz stärker zur Geltung kommen.
Gegebenenfalls gilt es sie für die digitale Realität anzupassen.
Die „Würde des Menschen ist unantastbar“,
das steht in unserem Grundgesetz und dem sind alle
in unserem Land verpflichtet! Meinungsfreiheit findet
ihre Grenze in der Unversehrtheit von Anderen. Die
selbstherrlichen Trolle, die sich offensichtlich nur durch
Diffamierungen, Verhöhnung, Bedrohung Anderer
erfahren, brauchen das zivilgesellschaftliche „Stopp“.
Sie, ebenso wie die verantwortlichen Online-Unternehmen,
müssen für die Verbreitung von Fake News
und Hate Talk u. a. strafrechtlich und finanziell haftbar
gemacht werden.

Grundlagen des Zusammenlebens
Laufen lassen ist keine Option, denn es geht um die
Grundlagen eines vertrauensvollen Zusammenlebens,
trotz Differenzen und Interessenunterschieden. Wenn
Hass und Lüge nicht deutlicher Ächtung und Regulierung
entgegengesetzt wird, müssen wir uns nicht wundern
über Beleidigungen und Gewalt im alltäglichen
(Berufs-)Leben – Zugbegleiterinnen werden bespuckt,
Rettungssanitäter tätlich angegriffen, Lehrerinnen
verklagt, Sachbearbeiter im JobCenter beleidigt ...
Ja, es gibt im Alltag viel Grund zum Ärger, zum Frust,
aber weder nach oben noch nach unten dürfen dabei
Grenzen des Respekts überschritten werden. Gewalt
löst keine Probleme – weder im Zwischenmenschlichen
noch im Zwischenstaatlichen, weder in Familien noch
in Betrieben.

„Suchet Frieden und jaget ihm nach!“ – jede*r – überall – auch im Netz.
 

 

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
"Wir lassen uns unsere Zukunft nicht verhetzen!" - WORTMELDUNG März 2019
Waltraud Kämper, Referentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt
kaemper@kirchliche-dienste.de

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
Hannover
Tel.: 
(0511) 1241-449
Mo. 21.01.19
Sieben Woche...
Redaktion "bege…
Sieben Woche...

Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen.
06. März bis 22. April

Seit Jesu Tod erinnern sich Christen in
den Wochen vor Karfreitag an das Leiden
und Sterben Jesu Christi und bereiten
sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von
der Auferstehung. Die sogenannte Fasten-
oder Passionszeit beginnt mit dem
Aschermittwoch und endet am Karsamstag.
Kalendarisch dauert die Passionszeit
allerdings länger als 40 Tage, weil man die
Sonntage als Feiertage vom Fasten und Büßen
ausgenommen hat.
Seit mehr als 30 Jahren lädt
„7 Wochen Ohne“ dazu ein, die
Zeit zwischen Aschermittwoch
und Ostern bewusst zu erleben
und zu gestalten.
Sieben Wochen ohne Lügen.
Fast zwei Drittel der Deutschen
glauben, auf Fragen wie
„Hat es geschmeckt?“ oder
„Wie sehe ich aus?“ dürfe man
mit einer Lüge antworten. Gefälligkeitslügen
nennt man das und meist
geht es darum, die gute Stimmung zu halten
und eine Konfrontation zu vermeiden.
Was denken Sie darüber? Gilt das achte Gebot
unbedingt? Auch dann, wenn ich anderen
mit der Wahrheit vielleicht wehtue oder
gar schade?
Die Fastenaktion „Mal ehrlich! Sieben
Wochen ohne Lügen“ widmet sich dem
Umgang mit der Wahrheit.
Gemeinsam danach suchen, was die
Wahrheit eigentlich ist und wie wir sie erkennen,
versuchen, uns selbst nicht zu
belügen und mit anderen ehrlich zu sein.
Über Wahrhaftigkeit nachdenken und darüber,
wann man für die Wahrheit streiten
muss.
Woche 1:
Die Wahrheit suchen Psalm 25,4
Herr, zeig mir den Weg, den ich gehen
soll; lass mich erkennen, was du von mir
verlangst.
Woche 2:
Die Wahrheit erkennen 1. Mose 3,1-7
Woche 3: Ehrlich zueinander sein
Kolosser 3, 8–11
9 Belügt einander nicht mehr! Ihr habt
doch den alten Menschen mit
seinen Gewohnheiten ausgezogen.
Woche 4: Sich selbst nicht
belügen 2. Samuel, 1–7
Woche 5: Wahrhaftig leben
1. Johannes 3, 16–18
18 Meine Kinder, unsere Liebe
darf nicht nur aus schönen
Worten bestehen. Sie muss
sich in Taten zeigen, die der
Wahrheit entsprechen: der Liebe,
die Gott uns erwiesen hat.
Woche 6: Für die Wahrheit streiten
Apostelgeschichte 17, 16–24
Woche 7: Die Wahrheit erwarten
Johannes 14, 1–7
6 Jesus antwortete: »Ich bin der Weg,
denn ich bin die Wahrheit und das Leben. 7
Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.
In den sieben Wochen bis Ostern können
wir vielleicht auch Gottes Wahrheit näherkommen
– und dabei auch uns selbst.
Machen Sie sich auf den Weg!

 

Text: Aktion „7 Wochen Ohne“
Redaktionelle Bearbeitung: Klaus Imhoff

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Redaktion "begegnen"

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Gemeindebrief
Redaktion "begegnen"
Gemeindebrief
Di. 01.01.19
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt…
Monatsspruch
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken...

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Gen 9,13 (L)

 

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Sa. 01.12.18
Andacht zu Charles Dickens
Hilke Bauermeister
Andacht zu Charles Dickens

Kennen Sie die Geschichte von Ebenezer
Scrooge? Der britische Autor
Charles Dickens hat sie erfunden. 1843 ist
die Erzählung unter dem Titel „Ein Weihnachtslied“
erschienen. Scrooge ist Geschäftsmann,
ein alter Geizhals, griesgrämig
und missmutig.

Am Morgen des 24. Dezember lädt ihn
sein Neffe zum Weihnachtsessen ein.
Doch der Onkel lehnt
ab – wie alle Jahre. Von
Weihnachten will er
nichts wissen.

Als Scrooge abends
allein ist, passiert etwas
Merkwürdiges.
Ihm erscheinen drei
Geister, der Geist der
vergangenen Weihnacht
zuerst, dann die
Geister der gegenwärtigen
und der künftigen
Weihnacht.

Der erste Geist zeigt
Scrooge den Tag, als
sich seine Verlobte von
ihm trennt, weil sie das
Gefühl hat, Scrooge interessiere
sich viel zu sehr fürs Geld.

Es folgt der Geist der gegenwärtigen
Weihnacht. Er lässt Scrooge die fröhliche
Feier im Hause seines Neffen sehen. Ihm
wird es weh ums Herz, weil er nicht dabei
ist.

Schließlich kommt der dritte Geist,
der Geist der künftigen Weihnacht, der
unheimlichste von allen. Der zeigt dem
gestrengen Geschäftsmann, was ihn erwartet,
wenn sich nichts ändert in seinem
Leben.

Und dann geschieht etwas mit Scrooge.
Er verwandelt sich. Am Morgen des
25. Dezember ist er ein neuer Mensch. Er
besucht seinen Neffen und fortan spendet
er stets großzügig für wohltätige Zwecke.

Aus dem herzlosen alten Geizhals
wird über Nacht ein gütiger, hilfsbereiter
Mensch. Davon erzählt Charles Dickens in
seiner weihnachtlichen Geistergeschichte.
Obwohl gar nicht erwähnt wird, aus
welchem Anlass wir Weihnachten feiern,
so zeigt die Erzählung
doch, was an diesem
Fest so berührt. Gott
kommt in die Welt,
und da merken die
Menschen, was es
heißt, ein Mensch zu
sein.

Der Neffe von Ebenezer
Scrooge sagt:
„Weihnachten ist doch
die einzige Zeit im
Jahr, in der Frauen und
Männer gleichermaßen
ihre sonst so verschlossenen
Herzen
öffnen und aufhören,
ihre Mitmenschen danach
zu beurteilen,
ob sie höher oder niedriger gestellt sind
als sie selbst. In dieser schönsten Zeit des
Jahres sehen die Menschen einander an
als das, was sie eigentlich sind: Geschöpfe,
die gemeinsam durchs Leben gehen.“
Weihnachten lässt die Herzen erweichen,
weil wir angesichts des Gotteskindes
merken, dass wir alle Gottes Kinder
sind. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede
auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“
(Lk 2,14)

 
Eine frohe Advents- und Weihnachtszeit
wünscht Ihnen
Hilke Bauermeister

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Hilke Bauermeister

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Hilke
Bauermeister
Pastorin
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Sa. 01.12.18
Advent, Advent … Worauf warten?
KDA (Kirchlicher Die…
Advent, Advent … Worauf warten?

Ist doch klar, auf Weihnachten und auf Ferien! Auf
Geschenke und gute Gefühle. Mindestens für unsere
Kinder trifft das hoffentlich ungebrochen zu.
Und wir Erwachsenen? Das kommt darauf an. Vielleicht
überstrahlt ein in naher Zukunft liegendes
Ereignis alles andere: Wir feiern in wenigen Wochen
unsere Hochzeit. Wir treten die lang ersehnte
Arbeitsstelle an. Wir begleiten unseren Vater beim
Sterben.

 
Für die meisten von uns wird es solche Eindeutigkeit
dessen, auf das sie warten, nicht geben. Sie warten
vielleicht auf nichts. Das Leben geht seinen Gang,
hat seine Hochs und Tiefs und ist insgesamt ein schönes
Leben. Das ist ja schon eine ganz Menge. Und
bei dankbarem Gemüt stellt sich Zufriedenheit ein.
Mit dieser Haltung bewegt man allerdings nichts.
Wenn es gut geht, bleibt der status quo erhalten.
Wenn nicht, gebe ich mich schicksalsergeben dem
was kommt hin.

 

Und mit weniger dankbarem Gemüt? Warte ich vielleicht
auch auf nichts, finde mich mit der Situation
ab, wie sie ist, bin aber eher unzufrieden. Und ich
habe Erklärungen dafür, warum so vieles so schlecht
läuft und weiß, was passieren müsste, damit alles
schnell besser wird: Die Politiker ..., die Chefs …, die
Kirche …, die Flüchtlinge … Und wenn das Gemecker
zu Ende ist, mir keiner mehr zuhört, setze ich mich
mit Bier und Chips aufs Sofa …

 

Ob wir darauf warten oder nicht, es kommen Ereignisse
auf uns zu. Das sind private, persönliche und
auch solche, die viele Menschen auf einmal betreffen
werden oder sogar den ganzen Planeten. Wir
haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, uns darauf
einzustellen: „Immer kommen lassen, wird schon
schiefgehen, kann man sowieso nicht ändern.“ Oder
wir krempeln die Ärmel auf, überzeugt davon, dass
es auch an uns liegt, was da auf uns zukommt und
wie, ob es uns umhaut oder ob wir es mitgestalten.
Unsere Familie, unser Ort, unser Land, unser Planet
lebt von Leuten, die anpacken, die kleinen Booten
und großen Tankern mit falschem Kurs Stück für
Stück neue Richtungen geben. Die Stubenhocker
wissen natürlich, dass das alles nicht reicht, dass die
anderen Schuld haben … Aufstehen, mitmachen, mit
Gleichgesinnten Kompromisse finden: Alles anstrengend!
Wer sich trotzdem darauf einlässt, erlebt nicht
selten ein Wunder: Die befürchtete Anstrengung
verkehrt sich in einen Kraftquell, Freundschaften
entstehen, neue Perspektiven stellen sich ein, Hoffnung
wächst, das Leben macht Sinn. Tausende von
Bürgerinitiativen, Vereinen, Kirchengemeinden
können das bezeugen.

 
Advent, das will uns ermutigen: Hoffnung ist begründet,
trotz der Katastrophen, die wir vielleicht
auf uns zukommen sehen. Selbst wenn sie unausweichlich
wären, sind sie nicht endgültig. Wir können
etwas zum Besseren verändern und Gott wird
es tun.

 

 
WORTMELDUNG Dezember 2018
Autor: Reinhard Benhöfer, Referent für Umwelt- und Klimaschutz

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Advent, Advent … Worauf warten?
 

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So. 25.11.18
Wie weit ist mein Horizont?
Thomas Steinke
Wie weit ist mein Horizont?

Kopfkino: Ich stehe am Meer, frische Luft, gelblich-roter Himmel, der Horizont eine klare Linie, hinter der die Sonne als feuriger Ball verschwindet. Ich liebe es, diese Weite. Sie stellt mein kleines Leben und meine kleine Welt in einen großen Zusammenhang.

Auf einmal tauche ich wieder auf, mitten in meinem Alltag. In meiner privaten Welt, in der es um meine Familie, um mich, um unsere Freundinnen und Freunde geht. In der sich alles um unser persönliches Wohlergehen dreht. Zumindest in dem Sinn, dass die Dinge funktionieren und wir größere Katastrophen möglichst von uns fernhalten. Mein Horizont: Bis zum Gartenzaun?

Und manchmal auch nur bis zum Abend? Weil jeder Tag seine eigenen Herausforderungen hat und mich voll und ganz fordert. Abarbeiten von Listen, was alles zu erledigen ist. Leben von der Hand in den Mund.

Auch gesellschaftlich? Wie weit ist unser Horizont da eigentlich? Setzen wir uns nur für unsere eigene Berufs- oder Interessensgruppe ein, für unsere eigene Altersgruppe? Was ist mit den anderen? Mit den nachfolgenden Generationen oder mit den alten Menschen? Und mit denen hinter unserer Landesgrenze oder die von dort zu uns gekommen sind?

Und unser kirchlicher Horizont, reicht der nur bis zum eigenen Kirchturm? Und die Nachbargemeinden, die anderen Konfessionen oder die Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen interessieren uns nicht wirklich?

In diesen Tagen zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag tritt sie uns entgegen, die Frage nach unserem Horizont. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“, heißt es in Psalm 90, Vers 12. Im Horizont meines begrenzten Lebens rücken sich die Dinge heilsam zurecht. Überlege ich, was mir wirklich wichtig ist. Wofür und wem ich verantwortlich bin. Wozu ich eigentlich lebe, worauf ich am Ende einmal zurückblicken möchte: Dass Menschen Vorrang haben vor Dingen, dass Beziehungen wichtiger sind als alles Materielle. Dass der Horizont meiner Verantwortung weiter ist als meine engen Grenzen. Dass ich nicht zuerst als Vertreter der Institution Kirche in Erinnerung bleiben möchte. Sondern als Freund von Jesus Christus, durch den andere etwas von seiner Liebe erfahren haben.

Und doch ist die Grenze meines eigenen Todes nicht der letzte Horizont für mich: Hinterm Horizont geht's weiter. Darum nochmals Kopfkino – nein, viel mehr: Versprechen des auferstandenen Jesus Christus an alle, die ihm vertrauen: „Wenn die Sonne Deines Lebens sinkt, dann werde ich da sein. Hinterm Horizont warte ich auf Dich, in der neuen Welt Gottes, in der Ewigkeit.“
Was für ein grenzenloser Horizont! Ich liebe diese Weite!

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Mission, Ökumene und Partnerschaft
Thomas
Steinke
Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven
Querweg 2a
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 9662586
So. 18.11.18
"Suche Frieden und jage ihm nach"
Rolf Hirte
"Suche Frieden und jage ihm nach"

Es ist Volkstrauertag, ein Feiertag, an dem in vielen Ortschaften unseres Landes an die gefallenen Soldaten der Weltkriege und der Kriege unserer Tage gedacht wird. Ebenso wird in den Gedenkfeiern an das Leid der verschleppten, verletzten und getöteten Zivilisten und an alle Opfer von Gewaltherrschaft erinnert.

Die Opfer von Krieg und Gewalt mahnen uns, immer wieder für den Erhalt des Friedens und die Ermöglichung friedlichen Miteinanders zu arbeiten. Gerade heute scheint mir das besonders wichtig zu sein. In den Jahren des „Kalten Krieges“, war für viele Krieg zu führen einfach undenkbar, weil ein nuklearer Krieg millionenfachen Tod und das Ende der uns bekannten Zivilisation bedeutet hätte.

Heute scheint es mir für immer mehr Menschen wieder denkbar zu werden, mit kriegerischen Mitteln die eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Aber Frieden lässt sich auf die Dauer nicht mit Gewalt sichern. „Suche Frieden und jage ihm nach“. So heißt es in der Bibel in Psalm 34. Frieden kann schnell entschwinden, darum muß man ihm nachjagen. Das ist anstrengend. Aber es lohnt sich. Vertrauen aufbauen und stärken, lernen wie man Konflikte lösen kann ohne Gewalt.

Und das passiert ja auch schon: bei Schüleraustausch und Städtepartnerschaften, guten Handelsbeziehungen und Kulturaustausch mit anderen Nationen. Ich wünsche uns allen einen langen Atem und viel Phantasie für viele Projekte, die Menschen aus aller Herren Länder zusammenbringen, um gemeinsam Probleme zu lösen und um gemeinsam zu feiern.

Und so mag aus dem Gedenken am Volkstrauertag dann in der Zukunft etwas Frohes erwachsen.

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Rolf Hirte

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 11.11.18
Wie von Zauberhand
Ole Peyk
Wie von Zauberhand

Immer am Abend des 11. Novembers lag da wie von Zauberhand dieses kleine Tütchen, zugebunden mit einen goldenen Bändchen, auf meinem Kopfkissen. In jedem Jahr war das so, in dem ich als Kind und Jugendlicher noch zu Hause bei meinen Eltern lebte. Gefüllt mit ein wenig Schokolade, den ersten Marzipankartoffeln, Lebkuchenherzen und Pfefferkuchen. Für mich begann mit diesem kleinen Tütchen immer die dunkle, gemütliche und besinnliche Jahreszeit. Morgen ist wieder der 11. November und ich werde mich an diese Tradition meiner Familie und an den dazugehörigen Grund erinnern. Morgen ist St. Martin.

Mit diesem Tag werden viele unterschiedliche Bräuche verbunden. Die Martinsgans oder der Laternenumzug mit Liedern durch die Stadt oder das Dorf. Sie alle erinnern an den heiligen Martin von Tours und seine Geschichte. Die Geschichte, die in einer bitterkalten Nacht spielt, in der der damalige Soldat seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Dieses Ereignis veränderte das Leben von Martin grundlegend. Er ließ sich taufen, kündigte als Soldat und wurde Mönch. Diese Geschichte verbinde ich mit einem Vers aus der Bibel. „Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.“ - (Sprüche, 3,27). Martin hatte damals als Soldat weder Geld noch Nahrung bei sich, um das ihn der Bettler anflehte. Lediglich seine Waffen und Soldatenkleidung. So gab Martin das, was er in diesem Moment konnte. Das, was seine Hand vermochte. Ein Teil des Mantels erhielt der Bettler, mit dem anderen wärmte er sich selbst. Jeder kann etwas geben. Die eine Hand etwas mehr als die andere. Aber alles ist ausreichend. Es ist die Tat an sich, die das Handeln wertvoll macht.

Es ist nur ein kleines Tütchen mit goldenem Bändchen gewesen. Verbunden mit der jährlich wie von Zauberhand wiederkehrenden Überraschung, mit dem St.-Martins-Tag und der Geschichte, hält es aber die Erinnerung wach, dass selbst Kleinigkeiten etwas bewirken und große Freude bereiten können. Amen.

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Ole Peyk

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Jugendarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Diakon/-innen
Gemeindegruppen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Kirchengemeindeverband
Ole
Peyk
Kinder- und Jugendarbeit der Kirchenregion Rotenburg
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 3741
Do. 01.11.18
Und ich sah die heilige Stadt, das neue…
Monatsspruch
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 

Offb 21,2 (L)

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter: https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

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