Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

Seiten

Datum
Titel
Name
Sa. 01.06.19
Monatsspruch Juni 2019
Monatsspruch
Monatsspruch Juni 2019

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

Sprüche 16,24 

BILDER
KONTAKT
Mi. 01.05.19
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott…
Monatsspruch
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. 2. Samuel 7,22

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. 2. Samuel 7,22

 

BILDER
KONTAKT
Mo. 01.04.19
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei…
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,20 (L) 

 

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter:
https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

 

 

BILDER
KONTAKT
So. 03.03.19
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen
Anja Bohling
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen

Die weißen Spitzenkniestrümpfe, die ich von Tante Marga als Sechsjährige geschenkt bekam, mochte ich überhaupt nicht. Das sagte ich ihr ganz ehrlich, was meine Mutter nicht gut fand. Sie raunte mir zu, dass ich das so deutlich nicht sagen und mich lieber dafür bedanken muss.

Ich verstand nicht, was daran falsch war, die Wahrheit zu sagen. Sonst war es doch immer wichtig gewesen, ehrlich zu sein. Auch heute als Erwachsene sträube ich mich dagegen, aus Höflichkeit „diplomatisch“ zu sein. Da sind wir schnell beim Kern der Sache: Wann fange ich an, jemanden anzulügen?

Wenn ich höflich sein und Tante Marga nicht verletzten möchte? Wenn ich mir beim Sport einen Vorteil verschaffen will und das Handspiel dementiere? Wenn ich meine Nachbarin vor einer harten Wahrheit schützen will? Wenn ich feige bin und nicht zu dem stehe, was ich verbockt habe? Wenn ich jemandem bewusst schaden will und Unwahrheiten verbreite?

Ganz klar: Es gibt Abstufungen beim Lügen, schädliche und unschädliche Lügen. Ich weiß als Christin aber auch, was in den 10 Geboten steht: „Belügt einander nicht.“ Aber: Die Wahrheit zu sagen, ist oft ein Abwägen von Schaden und Bewahren. Es geht immer um menschliche Beziehungen und darum, welche Absicht ich mit dem verfolge, was ich sage. Das Gebot ist eine Grundlage für mich: Geh so mit anderen um, rede so mit anderen, dass du kein Unrecht tust und Beziehungen zerstörst.

Jedes Jahr gibt es von Aschermittwoch bis Ostern eine Fastenaktion der evangelischen Kirche. In diesem Jahr werden wir eingeladen, in den sieben Wochen bis Ostern aufs Lügen zu verzichten. Denn Fasten bedeutet Verzicht und soll frei machen. Probieren Sie es aus und versuchen Sie, sieben Wochen aufs Lügen zu verzichten. Wie das gehen kann, erfahren Sie unter https://7wochenohne.evangelisch.de/

Und ich nehme mir vor zu üben, wie man Höflichkeit und Wahrheit miteinander in Einklang bringen kann, damit ich auf künftige Geschenksituationen vorbereitet bin.

 

KONTAKT

Anja Bohling

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Anja
Bohling
Diakonin
Kirchstraße 9
27367
Sottrum
Tel.: 
(04264) 836241
Sa. 02.03.19
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium…
Dr. Matthias Wilke
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium und Theodor Fontane durch die Passionszeit

20 Minuten unter Bäumen – mit
dem Evangelium und Theodor
Fontane durch die Passionszeit

Vier Bäume möchte ich mit Ihnen „Von Turm zu Turm“ und rund um Kirchwalsede entdecken. Wir starten an einem Samstag (23. März) unter einem Apfelbaum in Westerwalsede, Dorfstraße 4. Dann treffen wir uns jeweils an den Freitagen (29. März, 5. April und 12. April), um 18.00 Uhr für 20 Minuten. In der Zeitung und den Schaukästen unserer Kirchen und Gemeindehäuser wird noch bekannt gegeben werden, in welchem Ort wir jeweils sind. Kommen Sie gerne, wenn es Ihnen passt, zu einem oder allen Treffen dazu. Bei den ersten beiden spielt der Posaunenchor Kirchwalsede, danach gehen wir aus dem eigenen Gesang weiter in das schweigende Hören auf die Natur. 2019 ist das 200. Geburtsjahr Theodor Fontanes. Der Apfelbaum, eine Wiese, die Linde und einen Birnbaum hat Fontane bedichtet. Seine Worte und die Bäume werden uns zur Brücke, die Passionsgeschichte Jesu wieder neu zu bedenken.Auf dass wir nicht in den Frühling stolpern, sondern bewusst auf Karfreitag und Ostern zugehen. Seien Sie herzlich willkommen!
Ihr Pastor Matthias Wilke

KONTAKT

Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Matthias
Wilke
stellv. Superintendent
Goethestraße 20
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 630 39 10
Fax: 
(04261) 630 39 19
Fr. 01.03.19
Wir lassen uns unsere Zukunft nicht…
KDA (Kirchlicher Die…
Wir lassen uns unsere Zukunft nicht verhetzen!

Wir erleben heute verbale Entgleisungen, die unser
Zusammenleben massiv gefährden. Die Algorithmen,
nach denen die neuen sozialen Netzwerke funktionieren,
polarisieren über Erträgliches hinaus. Es sei an
dieser Stelle auf die Zitierung von Hass-Sätzen aus dem
Netz verzichtet, um nicht zur Verbreitung beizutragen.
Aber dort ist seit geraumer Zeit zu beobachten, wie
die Gesellschaft in einzelne Gruppen zerfällt, die sich
mit grenzenlosem Hass überziehen. Sie schicken in
rasender Geschwindigkeit Lügen, Beleidigungen und
Verleumdungen um den Erdball, zerstören das Leben
Einzelner und vergiften das gesellschaftliche Klima.
Dieser Kulturkrieg vergiftet unser Zusammenleben und
dem gilt es entschieden entgegenzutreten.

Die Geschichte lehrt uns
Die Geschichte lehrt, dass andauernde verbale Gewalt
uns irgendwann in tätlicher Gewalt um die Ohren
fliegt. Das ist nicht eine Frage des Geschmacks. Der
Hass in den Online-Medien ist so toxisch, dass er unsere
Zivilisation massiv gefährdet.
Klar, die Zeit ist nicht zurückzudrehen. (Anonyme) Internetkommunikation
ist eine Realität mit vielen Möglichkeiten
– aber sie muss stärker zur Verantwortung
gezogen werden. Wir brauchen eine engere, zeitnahe
Regulierung von Online-Kommunikation, wenn wir
nicht wollen, dass das, was in politischen Prozessen zum
Schutz des Einzelnen vereinbart wurde, ausgehebelt
wird. Gesetze gegen Diskriminierung, Volksverhetzung
etc. müssen auch im Netz stärker zur Geltung kommen.
Gegebenenfalls gilt es sie für die digitale Realität anzupassen.
Die „Würde des Menschen ist unantastbar“,
das steht in unserem Grundgesetz und dem sind alle
in unserem Land verpflichtet! Meinungsfreiheit findet
ihre Grenze in der Unversehrtheit von Anderen. Die
selbstherrlichen Trolle, die sich offensichtlich nur durch
Diffamierungen, Verhöhnung, Bedrohung Anderer
erfahren, brauchen das zivilgesellschaftliche „Stopp“.
Sie, ebenso wie die verantwortlichen Online-Unternehmen,
müssen für die Verbreitung von Fake News
und Hate Talk u. a. strafrechtlich und finanziell haftbar
gemacht werden.

Grundlagen des Zusammenlebens
Laufen lassen ist keine Option, denn es geht um die
Grundlagen eines vertrauensvollen Zusammenlebens,
trotz Differenzen und Interessenunterschieden. Wenn
Hass und Lüge nicht deutlicher Ächtung und Regulierung
entgegengesetzt wird, müssen wir uns nicht wundern
über Beleidigungen und Gewalt im alltäglichen
(Berufs-)Leben – Zugbegleiterinnen werden bespuckt,
Rettungssanitäter tätlich angegriffen, Lehrerinnen
verklagt, Sachbearbeiter im JobCenter beleidigt ...
Ja, es gibt im Alltag viel Grund zum Ärger, zum Frust,
aber weder nach oben noch nach unten dürfen dabei
Grenzen des Respekts überschritten werden. Gewalt
löst keine Probleme – weder im Zwischenmenschlichen
noch im Zwischenstaatlichen, weder in Familien noch
in Betrieben.

„Suchet Frieden und jaget ihm nach!“ – jede*r – überall – auch im Netz.
 

 

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
"Wir lassen uns unsere Zukunft nicht verhetzen!" - WORTMELDUNG März 2019
Waltraud Kämper, Referentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt
kaemper@kirchliche-dienste.de

KONTAKT

KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
Hannover
Tel.: 
(0511) 1241-449
Mo. 21.01.19
Sieben Woche...
Redaktion "bege…
Sieben Woche...

Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen.
06. März bis 22. April

Seit Jesu Tod erinnern sich Christen in
den Wochen vor Karfreitag an das Leiden
und Sterben Jesu Christi und bereiten
sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von
der Auferstehung. Die sogenannte Fasten-
oder Passionszeit beginnt mit dem
Aschermittwoch und endet am Karsamstag.
Kalendarisch dauert die Passionszeit
allerdings länger als 40 Tage, weil man die
Sonntage als Feiertage vom Fasten und Büßen
ausgenommen hat.
Seit mehr als 30 Jahren lädt
„7 Wochen Ohne“ dazu ein, die
Zeit zwischen Aschermittwoch
und Ostern bewusst zu erleben
und zu gestalten.
Sieben Wochen ohne Lügen.
Fast zwei Drittel der Deutschen
glauben, auf Fragen wie
„Hat es geschmeckt?“ oder
„Wie sehe ich aus?“ dürfe man
mit einer Lüge antworten. Gefälligkeitslügen
nennt man das und meist
geht es darum, die gute Stimmung zu halten
und eine Konfrontation zu vermeiden.
Was denken Sie darüber? Gilt das achte Gebot
unbedingt? Auch dann, wenn ich anderen
mit der Wahrheit vielleicht wehtue oder
gar schade?
Die Fastenaktion „Mal ehrlich! Sieben
Wochen ohne Lügen“ widmet sich dem
Umgang mit der Wahrheit.
Gemeinsam danach suchen, was die
Wahrheit eigentlich ist und wie wir sie erkennen,
versuchen, uns selbst nicht zu
belügen und mit anderen ehrlich zu sein.
Über Wahrhaftigkeit nachdenken und darüber,
wann man für die Wahrheit streiten
muss.
Woche 1:
Die Wahrheit suchen Psalm 25,4
Herr, zeig mir den Weg, den ich gehen
soll; lass mich erkennen, was du von mir
verlangst.
Woche 2:
Die Wahrheit erkennen 1. Mose 3,1-7
Woche 3: Ehrlich zueinander sein
Kolosser 3, 8–11
9 Belügt einander nicht mehr! Ihr habt
doch den alten Menschen mit
seinen Gewohnheiten ausgezogen.
Woche 4: Sich selbst nicht
belügen 2. Samuel, 1–7
Woche 5: Wahrhaftig leben
1. Johannes 3, 16–18
18 Meine Kinder, unsere Liebe
darf nicht nur aus schönen
Worten bestehen. Sie muss
sich in Taten zeigen, die der
Wahrheit entsprechen: der Liebe,
die Gott uns erwiesen hat.
Woche 6: Für die Wahrheit streiten
Apostelgeschichte 17, 16–24
Woche 7: Die Wahrheit erwarten
Johannes 14, 1–7
6 Jesus antwortete: »Ich bin der Weg,
denn ich bin die Wahrheit und das Leben. 7
Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.
In den sieben Wochen bis Ostern können
wir vielleicht auch Gottes Wahrheit näherkommen
– und dabei auch uns selbst.
Machen Sie sich auf den Weg!

 

Text: Aktion „7 Wochen Ohne“
Redaktionelle Bearbeitung: Klaus Imhoff

BILDER
KONTAKT

Redaktion "begegnen"

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Redaktion "begegnen"
Gemeindebrief
Di. 01.01.19
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt…
Monatsspruch
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken...

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Gen 9,13 (L)

 

KONTAKT
Sa. 01.12.18
Andacht zu Charles Dickens
Hilke Bauermeister
Andacht zu Charles Dickens

Kennen Sie die Geschichte von Ebenezer
Scrooge? Der britische Autor
Charles Dickens hat sie erfunden. 1843 ist
die Erzählung unter dem Titel „Ein Weihnachtslied“
erschienen. Scrooge ist Geschäftsmann,
ein alter Geizhals, griesgrämig
und missmutig.

Am Morgen des 24. Dezember lädt ihn
sein Neffe zum Weihnachtsessen ein.
Doch der Onkel lehnt
ab – wie alle Jahre. Von
Weihnachten will er
nichts wissen.

Als Scrooge abends
allein ist, passiert etwas
Merkwürdiges.
Ihm erscheinen drei
Geister, der Geist der
vergangenen Weihnacht
zuerst, dann die
Geister der gegenwärtigen
und der künftigen
Weihnacht.

Der erste Geist zeigt
Scrooge den Tag, als
sich seine Verlobte von
ihm trennt, weil sie das
Gefühl hat, Scrooge interessiere
sich viel zu sehr fürs Geld.

Es folgt der Geist der gegenwärtigen
Weihnacht. Er lässt Scrooge die fröhliche
Feier im Hause seines Neffen sehen. Ihm
wird es weh ums Herz, weil er nicht dabei
ist.

Schließlich kommt der dritte Geist,
der Geist der künftigen Weihnacht, der
unheimlichste von allen. Der zeigt dem
gestrengen Geschäftsmann, was ihn erwartet,
wenn sich nichts ändert in seinem
Leben.

Und dann geschieht etwas mit Scrooge.
Er verwandelt sich. Am Morgen des
25. Dezember ist er ein neuer Mensch. Er
besucht seinen Neffen und fortan spendet
er stets großzügig für wohltätige Zwecke.

Aus dem herzlosen alten Geizhals
wird über Nacht ein gütiger, hilfsbereiter
Mensch. Davon erzählt Charles Dickens in
seiner weihnachtlichen Geistergeschichte.
Obwohl gar nicht erwähnt wird, aus
welchem Anlass wir Weihnachten feiern,
so zeigt die Erzählung
doch, was an diesem
Fest so berührt. Gott
kommt in die Welt,
und da merken die
Menschen, was es
heißt, ein Mensch zu
sein.

Der Neffe von Ebenezer
Scrooge sagt:
„Weihnachten ist doch
die einzige Zeit im
Jahr, in der Frauen und
Männer gleichermaßen
ihre sonst so verschlossenen
Herzen
öffnen und aufhören,
ihre Mitmenschen danach
zu beurteilen,
ob sie höher oder niedriger gestellt sind
als sie selbst. In dieser schönsten Zeit des
Jahres sehen die Menschen einander an
als das, was sie eigentlich sind: Geschöpfe,
die gemeinsam durchs Leben gehen.“
Weihnachten lässt die Herzen erweichen,
weil wir angesichts des Gotteskindes
merken, dass wir alle Gottes Kinder
sind. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede
auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“
(Lk 2,14)

 
Eine frohe Advents- und Weihnachtszeit
wünscht Ihnen
Hilke Bauermeister

KONTAKT

Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 961 33 90
Sa. 01.12.18
Advent, Advent … Worauf warten?
KDA (Kirchlicher Die…
Advent, Advent … Worauf warten?

Ist doch klar, auf Weihnachten und auf Ferien! Auf
Geschenke und gute Gefühle. Mindestens für unsere
Kinder trifft das hoffentlich ungebrochen zu.
Und wir Erwachsenen? Das kommt darauf an. Vielleicht
überstrahlt ein in naher Zukunft liegendes
Ereignis alles andere: Wir feiern in wenigen Wochen
unsere Hochzeit. Wir treten die lang ersehnte
Arbeitsstelle an. Wir begleiten unseren Vater beim
Sterben.

 
Für die meisten von uns wird es solche Eindeutigkeit
dessen, auf das sie warten, nicht geben. Sie warten
vielleicht auf nichts. Das Leben geht seinen Gang,
hat seine Hochs und Tiefs und ist insgesamt ein schönes
Leben. Das ist ja schon eine ganz Menge. Und
bei dankbarem Gemüt stellt sich Zufriedenheit ein.
Mit dieser Haltung bewegt man allerdings nichts.
Wenn es gut geht, bleibt der status quo erhalten.
Wenn nicht, gebe ich mich schicksalsergeben dem
was kommt hin.

 

Und mit weniger dankbarem Gemüt? Warte ich vielleicht
auch auf nichts, finde mich mit der Situation
ab, wie sie ist, bin aber eher unzufrieden. Und ich
habe Erklärungen dafür, warum so vieles so schlecht
läuft und weiß, was passieren müsste, damit alles
schnell besser wird: Die Politiker ..., die Chefs …, die
Kirche …, die Flüchtlinge … Und wenn das Gemecker
zu Ende ist, mir keiner mehr zuhört, setze ich mich
mit Bier und Chips aufs Sofa …

 

Ob wir darauf warten oder nicht, es kommen Ereignisse
auf uns zu. Das sind private, persönliche und
auch solche, die viele Menschen auf einmal betreffen
werden oder sogar den ganzen Planeten. Wir
haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, uns darauf
einzustellen: „Immer kommen lassen, wird schon
schiefgehen, kann man sowieso nicht ändern.“ Oder
wir krempeln die Ärmel auf, überzeugt davon, dass
es auch an uns liegt, was da auf uns zukommt und
wie, ob es uns umhaut oder ob wir es mitgestalten.
Unsere Familie, unser Ort, unser Land, unser Planet
lebt von Leuten, die anpacken, die kleinen Booten
und großen Tankern mit falschem Kurs Stück für
Stück neue Richtungen geben. Die Stubenhocker
wissen natürlich, dass das alles nicht reicht, dass die
anderen Schuld haben … Aufstehen, mitmachen, mit
Gleichgesinnten Kompromisse finden: Alles anstrengend!
Wer sich trotzdem darauf einlässt, erlebt nicht
selten ein Wunder: Die befürchtete Anstrengung
verkehrt sich in einen Kraftquell, Freundschaften
entstehen, neue Perspektiven stellen sich ein, Hoffnung
wächst, das Leben macht Sinn. Tausende von
Bürgerinitiativen, Vereinen, Kirchengemeinden
können das bezeugen.

 
Advent, das will uns ermutigen: Hoffnung ist begründet,
trotz der Katastrophen, die wir vielleicht
auf uns zukommen sehen. Selbst wenn sie unausweichlich
wären, sind sie nicht endgültig. Wir können
etwas zum Besseren verändern und Gott wird
es tun.

 

 
WORTMELDUNG Dezember 2018
Autor: Reinhard Benhöfer, Referent für Umwelt- und Klimaschutz

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Advent, Advent … Worauf warten?
 

KONTAKT

KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
Hannover
Tel.: 
(0511) 1241-449
So. 25.11.18
Wie weit ist mein Horizont?
Thomas Steinke
Wie weit ist mein Horizont?

Kopfkino: Ich stehe am Meer, frische Luft, gelblich-roter Himmel, der Horizont eine klare Linie, hinter der die Sonne als feuriger Ball verschwindet. Ich liebe es, diese Weite. Sie stellt mein kleines Leben und meine kleine Welt in einen großen Zusammenhang.

Auf einmal tauche ich wieder auf, mitten in meinem Alltag. In meiner privaten Welt, in der es um meine Familie, um mich, um unsere Freundinnen und Freunde geht. In der sich alles um unser persönliches Wohlergehen dreht. Zumindest in dem Sinn, dass die Dinge funktionieren und wir größere Katastrophen möglichst von uns fernhalten. Mein Horizont: Bis zum Gartenzaun?

Und manchmal auch nur bis zum Abend? Weil jeder Tag seine eigenen Herausforderungen hat und mich voll und ganz fordert. Abarbeiten von Listen, was alles zu erledigen ist. Leben von der Hand in den Mund.

Auch gesellschaftlich? Wie weit ist unser Horizont da eigentlich? Setzen wir uns nur für unsere eigene Berufs- oder Interessensgruppe ein, für unsere eigene Altersgruppe? Was ist mit den anderen? Mit den nachfolgenden Generationen oder mit den alten Menschen? Und mit denen hinter unserer Landesgrenze oder die von dort zu uns gekommen sind?

Und unser kirchlicher Horizont, reicht der nur bis zum eigenen Kirchturm? Und die Nachbargemeinden, die anderen Konfessionen oder die Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen interessieren uns nicht wirklich?

In diesen Tagen zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag tritt sie uns entgegen, die Frage nach unserem Horizont. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“, heißt es in Psalm 90, Vers 12. Im Horizont meines begrenzten Lebens rücken sich die Dinge heilsam zurecht. Überlege ich, was mir wirklich wichtig ist. Wofür und wem ich verantwortlich bin. Wozu ich eigentlich lebe, worauf ich am Ende einmal zurückblicken möchte: Dass Menschen Vorrang haben vor Dingen, dass Beziehungen wichtiger sind als alles Materielle. Dass der Horizont meiner Verantwortung weiter ist als meine engen Grenzen. Dass ich nicht zuerst als Vertreter der Institution Kirche in Erinnerung bleiben möchte. Sondern als Freund von Jesus Christus, durch den andere etwas von seiner Liebe erfahren haben.

Und doch ist die Grenze meines eigenen Todes nicht der letzte Horizont für mich: Hinterm Horizont geht's weiter. Darum nochmals Kopfkino – nein, viel mehr: Versprechen des auferstandenen Jesus Christus an alle, die ihm vertrauen: „Wenn die Sonne Deines Lebens sinkt, dann werde ich da sein. Hinterm Horizont warte ich auf Dich, in der neuen Welt Gottes, in der Ewigkeit.“
Was für ein grenzenloser Horizont! Ich liebe diese Weite!

KONTAKT

Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Mission, Ökumene und Partnerschaft
Thomas
Steinke
Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven
Querweg 2a
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 9662586
So. 18.11.18
"Suche Frieden und jage ihm nach"
Rolf Hirte
"Suche Frieden und jage ihm nach"

Es ist Volkstrauertag, ein Feiertag, an dem in vielen Ortschaften unseres Landes an die gefallenen Soldaten der Weltkriege und der Kriege unserer Tage gedacht wird. Ebenso wird in den Gedenkfeiern an das Leid der verschleppten, verletzten und getöteten Zivilisten und an alle Opfer von Gewaltherrschaft erinnert.

Die Opfer von Krieg und Gewalt mahnen uns, immer wieder für den Erhalt des Friedens und die Ermöglichung friedlichen Miteinanders zu arbeiten. Gerade heute scheint mir das besonders wichtig zu sein. In den Jahren des „Kalten Krieges“, war für viele Krieg zu führen einfach undenkbar, weil ein nuklearer Krieg millionenfachen Tod und das Ende der uns bekannten Zivilisation bedeutet hätte.

Heute scheint es mir für immer mehr Menschen wieder denkbar zu werden, mit kriegerischen Mitteln die eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Aber Frieden lässt sich auf die Dauer nicht mit Gewalt sichern. „Suche Frieden und jage ihm nach“. So heißt es in der Bibel in Psalm 34. Frieden kann schnell entschwinden, darum muß man ihm nachjagen. Das ist anstrengend. Aber es lohnt sich. Vertrauen aufbauen und stärken, lernen wie man Konflikte lösen kann ohne Gewalt.

Und das passiert ja auch schon: bei Schüleraustausch und Städtepartnerschaften, guten Handelsbeziehungen und Kulturaustausch mit anderen Nationen. Ich wünsche uns allen einen langen Atem und viel Phantasie für viele Projekte, die Menschen aus aller Herren Länder zusammenbringen, um gemeinsam Probleme zu lösen und um gemeinsam zu feiern.

Und so mag aus dem Gedenken am Volkstrauertag dann in der Zukunft etwas Frohes erwachsen.

KONTAKT

Rolf Hirte

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 11.11.18
Wie von Zauberhand
Ole Peyk
Wie von Zauberhand

Immer am Abend des 11. Novembers lag da wie von Zauberhand dieses kleine Tütchen, zugebunden mit einen goldenen Bändchen, auf meinem Kopfkissen. In jedem Jahr war das so, in dem ich als Kind und Jugendlicher noch zu Hause bei meinen Eltern lebte. Gefüllt mit ein wenig Schokolade, den ersten Marzipankartoffeln, Lebkuchenherzen und Pfefferkuchen. Für mich begann mit diesem kleinen Tütchen immer die dunkle, gemütliche und besinnliche Jahreszeit. Morgen ist wieder der 11. November und ich werde mich an diese Tradition meiner Familie und an den dazugehörigen Grund erinnern. Morgen ist St. Martin.

Mit diesem Tag werden viele unterschiedliche Bräuche verbunden. Die Martinsgans oder der Laternenumzug mit Liedern durch die Stadt oder das Dorf. Sie alle erinnern an den heiligen Martin von Tours und seine Geschichte. Die Geschichte, die in einer bitterkalten Nacht spielt, in der der damalige Soldat seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Dieses Ereignis veränderte das Leben von Martin grundlegend. Er ließ sich taufen, kündigte als Soldat und wurde Mönch. Diese Geschichte verbinde ich mit einem Vers aus der Bibel. „Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.“ - (Sprüche, 3,27). Martin hatte damals als Soldat weder Geld noch Nahrung bei sich, um das ihn der Bettler anflehte. Lediglich seine Waffen und Soldatenkleidung. So gab Martin das, was er in diesem Moment konnte. Das, was seine Hand vermochte. Ein Teil des Mantels erhielt der Bettler, mit dem anderen wärmte er sich selbst. Jeder kann etwas geben. Die eine Hand etwas mehr als die andere. Aber alles ist ausreichend. Es ist die Tat an sich, die das Handeln wertvoll macht.

Es ist nur ein kleines Tütchen mit goldenem Bändchen gewesen. Verbunden mit der jährlich wie von Zauberhand wiederkehrenden Überraschung, mit dem St.-Martins-Tag und der Geschichte, hält es aber die Erinnerung wach, dass selbst Kleinigkeiten etwas bewirken und große Freude bereiten können. Amen.

KONTAKT

Ole Peyk

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Jugendarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Diakon/-innen
Gemeindegruppen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Kirchengemeindeverband
Ole
Peyk
Kinder- und Jugendarbeit der Kirchenregion Rotenburg
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 3741
Do. 01.11.18
Und ich sah die heilige Stadt, das neue…
Monatsspruch
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 

Offb 21,2 (L)

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter: https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

KONTAKT
So. 28.10.18
Endlich frei
Lotte Blattmann
Endlich frei

Endlich frei, das werden am nächsten Mittwoch viele sagen. Schulfrei, arbeitsfrei.

„Freiheit, schöner Götterfunke“ sangen Chöre aus aller Welt im Jahr 1989 voller Freude über den Mauerfall und dichteten so Beethovens „Ode an die Freude“ um. Freiheit ist eine Sehnsucht. Jeder, der einmal von einer Reise geträumt hat, weiß das. Freiheit gehört zum Reformationstag.

Wie bitte: Freiheit und Kirche? Ist die Kirche nicht voller Regeln? Ich sehe das nicht so. Heutige Gottesdienste sind meistens nicht langweilig oder unfrei. Und wenn das einmal so ist, dann ist das nicht im Sinne des 'Erfinders'. Denn über Jesus heißt es in der Bibel: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ (Gal 5,1). Martin Luther kritisierte deshalb jede Unfreiheit in der Kirche und predigte: „Du musst nichts leisten, um geachtet zu werden. Du bist geliebt, auch wenn du ganz und gar nicht perfekt bist. Egal, wie viel du besitzt oder wie intelligent du bist: Jeder zählt gleich viel für Gott.“ Das zu glauben befreit, über dem Leistungsdruck zu stehen.

Wussten Sie, dass Martin Luther eigentlich gar nicht Martin Luther hieß? Am 11. November 1483 wurde er auf den Namen Martin Luder getauft, Luder, wie seine Eltern. Bis zum Jahr 1517 nannte er sich so. Bis zum Thesenanschlag, dem Beginn der Reformation. Von diesem Zeitpunkt an nannte er sich Luther. Nicht, weil das besser klingt. Sondern weil im Namen „Luther“ das griechische Wort „eleutheria“ anklingt, auf Deutsch: Freiheit. Martin Luther: der Befreite, der von Freiheit redet.

Einmal mitten in der Woche verschnaufen und einatmen, das tut gut. Freiheitsluft. Sehen wir uns im Gottesdienst am Reformationstag? Endlich frei, das wäre schön!

KONTAKT

Lotte Blattmann

Lotte
Blattmann
Pastorin in Fintel
Sa. 06.10.18
Wos is?
Dr. Matthias Wilke
Wos is?

„Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 am Münchner Hauptbahnhof, erledigte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlag getroffen zu Boden sank und starb. Zwei Engerln schleppten ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er vom Heiligen Petrus empfangen wurde.“ So beginnt die Geschichte von Ludwig Thoma „Ein Münchner im Himmel“. „Petrus ... überreichte ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt: "Von morgens 8 Uhr bis mittags 12 Uhr: frohlocken; von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr: Hosianna singen."“ Alois aber verstand nicht recht und fragt nur: „Wos is?“

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr werden wir frohlocken – in unseren Kirchen, mit Orgel und Posaunen – Alois aber wird fragen: „Wos is?“

Alois Hingerl erledigte seine Arbeit sein Leben lang mit solcher Hast, dass er … und dann findet er sich im Himmel wieder und soll nun dauern nur dankbar sein. Zu viel verlangt – von Alois. War er doch tagein tagaus mit ganz viel anderem beschäftigt, fühlte sich eher als Nummer denn als Engel. Er rannte von da nach dort, war stets zu Diensten und schulterte, was es zu tun galt. In der wenigen freien Zeit aber, die er hatte, da wollte er dann einfach nur mal sitzen, beim Maß oder Stamperl und ohne Bewegung. Da war er zum bewusst dankbaren „Luhja singen“ einfach zu müde.

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr sitzen hunderte von Menschen in unseren Kirchen und hören und singen. Bestimmt sitzen viele von uns darunter, die eigentlich nur müde sind. Viel gelaufen, viel gekümmert und jetzt – „Wos is?“

Feiertag ist! Ernte-Dank! „Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen“ (Psalm 111). Denn er gibt mir Kraft. Ich esse, trinke, liebe, lebe – und bin bei Dir. Danke!

KONTAKT

Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Matthias
Wilke
Pastor
Westerwalseder Straße 7
27386
Kirchwalsede
Tel.: 
(04269) 9320121
Fax: 
04269-2187
Di. 02.10.18
Zurück zur Quelle des Lebens
Lars Rüter
Zurück zur Quelle des Lebens

An seinem Grab war ein Blumenmeer. Wunderschöne Kränze, Ausdruck der Verehrung und Anerkennung. Ehrendes Andenken bewahren, so stand es später in der Zeitung. Und ein paar Tage später: Ein trauriger Anblick, die ganze schöne Pracht war dahin. Das kann man nur noch entsorgen.

Verwelkende Menschen lassen sich zuweilen liften. Als würde das den Prozess des Verwelkens aufhalten können. Wie schnell das ehrende Andenken verwelkt, ist nicht so klar zu erkennen, aber es verwelkt. Das ist der Lauf der Zeit. Wenn die Kränze auf dem Grab entsorgt sind, wird man es bepflanzen. Was bleibt? Erinnerung? Vergessen? Nichts?

In diesen Wochen, in denen die Natur verwelkt und stirbt und uns an unserer Vergänglichkeit erinnert, werden wir uns unserer Sehnsucht bewusst, dem Kreislauf der Natur zu entrinnen. Wir wollen nicht nur Material für neues, entstehendes Leben sein. Wir sehnen uns nach Geborgenheit in der Verlorenheit.

Wie gut, von dem Gott zu wissen, der am Anfang der Welt sprach: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei…“ Und der am Ende spricht: „Kommt wieder, Menschenkinder!“ Zurück zur Quelle des Lebens.

KONTAKT

Lars Rüter

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Archivpflege
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Lars
Rüter
Pastor
An der Kirche 3
27389
Lauenbrück
Tel.: 
(04267) 274
So. 23.09.18
Grundgesetz und Nächstenliebe
Roger Moch
Grundgesetz und Nächstenliebe

Die Vorkommnisse in Chemnitz verunsichern nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Politikerinnen und Politiker in unserem Land. Ich habe das Gefühl, dass auf allen Seiten eine große Ratlosigkeit herrscht. Keiner überblickt so recht, wie man auf den Mord an einem 25-jährigen Deutschen, mutmaßlich von Migranten begangen, reagieren soll. Rechtsgesinnte machen Stimmung gegen Migranten, der Verfassungsschutz äußert sich über die „Bildzeitung“ mit noch zu beweisenden Vermutungen. Kanzlerin Merkel wird vorgeworfen: „Wir schaffen das nicht“. Parolen und Worthülsen kursieren überall im Land und im Netz.

In einem Telefongespräch mit meinem fast 93-jährigen Vater sprach er davon, dass er sich durch die jetzigen Ereignisse an die Zeit kurz vor der Machtübernahme Hitlers erinnert fühle. Damals, sieben Jahre alt, in Berlin aufwachsend, könne er sich gut daran erinnern, wie die SA (Sturmabteilung der NSDAP) als reine Schlägertruppe für provozierte Zusammenstöße mit linksgerichteten Parteien und anderen sorgte. Vielfach arteten die in brutale Straßenkämpfe aus. Weiter erinnere er sich, dass fast jeden Nachmittag ein nebenan wohnender Postbote, der bei der SA war, völlig zerbeult und blutend nach Hause kam.

Noch hat keine erneute „Machtergreifung“ stattgefunden. Aber nationalsozialistisches Vokabular kursiert, teilweise unbestraft, immer wieder in unserer Gesellschaft.

Dabei haben wir staatlicherseits oder von religiöser Seite, ob gläubig oder nicht gläubig, zwei ganz eindeutige Grundsätze in unserem Land, nach denen wir handeln sollen. Das Liebesgebot des Neuen Testamentes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mk 12,32 ff). Und die Artikel eins bis drei unserer Verfassung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Das sollte als Kompass für gesellschaftliches Handeln in den Mittelpunkt rücken.

KONTAKT

Roger Moch

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Schulpastor/-innen
Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Schmezer-Str. 8
27283
Verden
Tel.: 
(04231) 9378888
So. 16.09.18
Lastenträger
Jens Ubben
Lastenträger

Von „Sherpas“ war oft die Rede, letztes Jahr beim G-20-Gipfel in Hamburg. Von den erfahrenen Chefunterhändlern also, die bis kurz vor dem Ziel Kompromisse berieten. Die schon Monate vorher über Vereinbarungen verhandelt hatten und nun die letzte Kurve vor dem Gipfel ihren Vorgesetzten überließen. Die Lastenträger der großen Politik.

In der Welt der Bergsteiger kennt man den Begriff schon lange, erfuhr ich: Sherpas sind Lastenträger, die die Wege zu den ganz großen Gipfeln kennen. Die sich als Gepäckträger engagieren lassen. Die unterwegs die Knochenarbeit machen und ihren Auftraggebern dann die Ziellinie überlassen. Sherpas machen sich kaputt, damit andere ihr Ziel erreichen. Aber das gehört dazu. Schließlich verdienen sie damit ihr Geld. Leistung für Gegenleistung.

Die Sherpas kamen mir wieder in den Sinn, als ich letzte Woche über einen Abschnitt aus dem Neuen Testament nachdachte: „Einer trage des anderen Last!“ ermutigt der Apostel Paulus! Hat er einen Tauschhandel vor Augen? Soll das Miteinander optimiert werden? Jeder trägt einen Teil bei, und alle profitieren, indem sie gleichwertigen Einsatz erbringen?

„Einer trage des anderen Last“: Im Neuen Testament höre ich eine andere Motivation. Der schönste Beweggrund ist nicht, dass ich eine Gegenleistung erwarte, sondern dass ich mich innerlich leicht, entlastet erlebe und deshalb aktiv werden möchte! Dahinter steht die Überzeugung: Jesus Christus selbst hat sich zu meinem Lastenträger gemacht. Ohne dass ich ihn gebucht oder bezahlt hätte. Er will mir den Rücken freihalten von dem, was ich so mit mir rumschleppe. Von der Last, Ansprüchen nicht zu genügen. Von der Last, mich selbst rechtfertigen zu müssen, für alles Mögliche, vor allen Möglichen, vor mir selbst. Grundlegende Lasten hat mir jemand vom Rücken genommen!

„Einer trage des anderen Last“: Lieber nicht, weil ich auf die Gegenleistung spekuliere. Besser auch nicht, weil ich meine, das tun zu sollen. Am besten doch, weil ich selber Entlastung erfahren habe!

KONTAKT

Jens Ubben

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
Tel.: 
(04263) 4920
So. 09.09.18
Sondermüll
Hartmut Nack
Sondermüll

Deutschland soll ja Weltmeister im Mülltrennen sein. Nirgends wird so genau darauf geachtet, dass der Müll genau in die Tonne kommt, die für ihn vorgesehen ist. Das ist gut für die Umwelt, kann aber auch manchmal etwas nervig sein, wenn man mal nicht so genau weiß, welcher nun der richtige Ort für diesen oder jenen Müll ist. Trotzdem lohnt es sich, darauf zu achten. Müll muss ja schließlich richtig entsorgt werden.

Aber wir sind damit auch noch nicht am Ende. Zu viel Verpackungsmüll oder Mikroplastik sind immer noch eine hohe Belastung für die Umwelt. Wir können in unserem Umgang mit dem Müll immer noch besser werden. Und dann gibt es ja auch immer noch die Sachen, die wir gar nicht so richtig loswerden wollen. Eigentlich sollte ich mich davon trennen,aber so richtig komme ich nicht dazu. Aber dann kann es doch diesen kurzen richtigen Moment geben. Die alte Tasse mit dem Riss sehe ich im Schrank stehen und ohne groß darüber nachzudenken, landet sie endlich im Müll. Dann ist es gut, dass ich mich überwinde und das Alte wegwerfe.

Schwieriger ist es da aber mit anderen Dingen. Mit Sachen, die ich mir schon lange angewöhnt habe oder schon lange mit mir rumtrage. Vor allem Sorgen können so etwas sein. Das, was ich länger schon im Kopf oder im Herzen hin und her bewege, und was dann schon mal zu schlechter Laune führt oder mich sogar schlechter schlafen lässt. Da ist es gut, wenn ich auch da den richtigen Ort kenne,wo ich so etwas wegwerfen kann.

Der Wochenspruch für die kommende Woche hat da eine gute Empfehlung. Zu Jesus Christus kann ich mit meinen Sorgen kommen und sie da auch einfach mal wegwerfen. „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7).

KONTAKT

Hartmut Nack

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindegruppen
Mitarbeit im Gottesdienst
Pastor/-innen
Hartmut
Nack
Vikar in Kirchwalsede

Seiten