Meldungen in der Gemeinde

So ist Kirche hier in der Gemeinde. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Mit aufrichtigem Interesse am Menschen

Rund 90 Ehrenamtliche aus dem Besuchsdienst arbeiten zum Thema „Krankheit“

Sie gehen zu den Menschen – zu Kranken, Neuzugezogenen, Einsamen, ans Haus Gebundene oder zu Menschen, die einen hohen Geburtstag feiern. „Besuche bei den Menschen und Kontakte zu den Menschen gehören zum Wesen christlicher Lebensäußerung einer jeden Kirchengemeinde“, sagt Diakonin Jutta Koopmann. Sie ist im Kirchenkreis Rotenburg Beauftragte für die Besuchsdienstarbeit.

Für die ehrenamtlichen Mitarbeitenden hat sie einen Informationstag organisiert, zu dem mehr als 90 Interessierte aus dem Kirchenkreis Rotenburg und zusätzlich noch Gäste aus dem Kirchenkreis Verden gekommen waren. Das Thema, mit dem sich die Teilnehmenden während eines Impulsvortrags und unterschiedlichen Workshops beschäftigten, lautete: „Krankheit kommt mit Extrapost – die Seele zwischen Gesundheit und Krankheit“.

„Immer wieder treffen die Ehrenamtlichen im Besuchsdienst auf kranke Menschen, die manches für sich klären wollen. Da ist es gut zu wissen, wie man sich in so einer Situation verhalten kann“, sagt Koopmann.

Um darüber etwas zu lernen und sich auch über eigene Erlebnisse auszutauschen, waren die Teilnehmenden in das Gemeindehaus der Stadtkirche nach Rotenburg gekommen. „Ich freue mich, dass so viele Ehrenamtliche das Angebot wahrgenommen haben“, sagt Pastorin Helene Eißen-Daub, hauptamtliche Referentin für den Besuchsdienst im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers. Denn die Konfrontation mit kranken Menschen und ihren Angehörigen ist vielfach eine große Herausforderung.

In seinem Impulsreferat nahm Pastor Martin Söffing, Seelsorger im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg, einige Situationen unter die Lupe, in denen Jesus Menschen geheilt hat. Darunter waren Personen mit ansteckenden Krankheiten, Gelähmte oder psychisch Erkranke. „Es geht Jesus nicht allein ums die Krankheit. Er hat auch die soziale Einbettung im Blick“, sagt Söffing. Er ging auch darauf ein, dass in der Bibel Krankheit häufig im Zusammenhang mit Schuld beschrieben wird. „Auch heute noch scheint diese Vorstellung tief in uns zu stecken“, ist die Beobachtung von Söffing, der in seinem Amt als Krankenhausseelsorger immer wieder mit Menschen zu tun hat, die die Schuld für ihre Erkrankung bei sich selber suchen.

„Als Besuchsdienst bekommen Sie viel zu hören“, richtet sich Söffing an die Tagungsteilnehmenden. Dieses Erzählen sei für die Betroffenen sehr wichtig. „Allein das ist schon ein erster therapeutischer Schritt und zeigt, wie wichtig Ihre Arbeit ist.“ Voraussetzung für ein gelingendes Gespräch sei das aufrichtige Interesse am einzelnen Menschen. „Das ist Ausdruck von christlicher Haltung, von Nächstenliebe. Das ist etwas Großartiges“, sagt der Theologe.

In den Workshops wurde das Thema Krankheit in verschiedenen Facetten vertieft. Beispielsweise zu den Themen „Die Seele zwischen Gesundheit und Krankheit“, „Krankheit als Krise“ oder „Besuche bei Kranken“. Auch ein Workshop zum Thema „Besuchsdienst unter der Lupe“ wurde angeboten. Er richtete sich hauptsächlich an Neueinsteiger im Besuchsdienst, die noch viele allgemeine Fragen haben. Geleitet hat diese Gruppe Helene Eißen-Daub. „Gerade im Raum Rotenburg, Verden, Bremervörde gibt es eine lange Tradition im Besuchsdienst und einen großen Zulauf. Da freut es mich besonders, dass für viele der Ehrenamtlichen auch ganz selbstverständlich Fortbildungen dazugehören.“

 

Im Raum Stade kennen dich alle“

Burkhard Peters wird als langjähriger Referent für die Besuchsdienstarbeit entpflichtet

Nach 47 Jahren Engagement wurde Burkhard Peters jetzt in einem feierlichen Gottesdienst aus seinem Amt als Referent für die Besuchsdienstarbeit in der Landeskirche Hannovers verabschiedet. Pastorin Helene Eißen-Daub, hauptamtlich zuständig für den Besuchsdienst in der Landeskirche, nahm in der Stadtkirche Rotenburg im Rahmen eines Fortbildungstages für die Kirchenkreise Verden und Rotenburg die Entpflichtung vor. „Du hast seit 1971 deine Zeit, Begabung und Kraft in den Dienst der Besuchsdienstarbeit gestellt und sie entscheidend mitgeprägt“, sagte Eißen-Daub und dankte dem 82-Jährigen herzlich im Namen der Landeskirche Hannovers.

Der Besuchsdienst gehört zum Selbstverständnis der evangelischen Kirche. Ehrenamtliche gehen zu den Menschen – zu Kranken, Neuzugezogenen, Einsamen, ans Haus Gebundene oder zu Menschen, die einen hohen Geburtstag feiern. Dass Burkhard Peters sich dieses Themas als junger Pastor in seiner ersten Gemeinde in Oyten so besonders stark annahm, war zunächst aus der Not geboren. „Es gab damals 40 Senioreneinrichtungen in Oyten. Er konnte als Pastor die Menschen dort unmöglich alle allein besuchen“, erklärte Eißen-Daub. Also gründete Peters erste Besuchsdienstgruppen, bildete sich selber in diesem Bereich fort, beriet die Ehrenamtlichen und sorgte für eine große Verbreitung dieses Dienstes am Nächsten in der Region. Vor 25 Jahren wurde er dann ehrenamtlicher Beauftragter für die Besuchsdienstarbeit. „Viele Besuchsdienste der Landeskirche haben von Deiner Professionalität profitiert. Im Raum Stade kennen dich alle, die jemals etwas mit Besuchsdienst zu tun hatten oder haben.“, sagte Eißen-Daub.

Das Engagement von Pastor Peters auch nach Ende seiner aktiven Dienstzeit hat dazu geführt, dass im Raum Verden, Rotenburg und Bremervörde-Zeven die Besuchsdienstarbeit besonders aktiv und gut organisiert ist. „In dieser Region erleben wir immer noch einen großen Zulauf an Ehrenamtlichen“, sagte Eißen-Daub. Das zeigte sich einmal mehr an der großen Beteiligung am ganztägigen Besuchsdiensttag, dem nach dem Gottesdienst mit Verabschiedung von Burkhard Peters ein Vortrag und Workshops zum Thema „Krankheit kommt mit Extrapost – die Seele zwischen Gesundheit und Krankheit“ folgten. Peters nahm trotz seiner Entpflichtung natürlich gerne daran teil.

 

Helene Eißen-Daub würdigt das lange und konstruktive Engagement von Burkhard Peters in der ehrenamtlichen Besuchsdienstarbeit

DATUM

22. März 2018

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (5)
Krankenhausseelsorger Martin Söffing informierte über die theologische Seite des Heilens.
Diakonin Jutta Koopmann begleitet die Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes im Kirchenkreis RotenburgPastor Martin Söffing referierte Das Interesse der Teilnehmenden am Thema war sehr großHelene Eißen-Daub würdigt das lange und konstruktive Engagement von Burkhard Peters in der ehrenamtlichen Besuchsdienstarbeit
Krankenhausseelsorger Martin Söffing informierte über die theologische Seite des Heilens.