Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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So. 13.08.17
Bauanleitung gesucht
Alexa Wilke
Bauanleitung gesucht

Eine Strandmuschel, zum Beispiel, ist ja auch nicht immer so hilfreich, wie man es sich wünschen würde. Beim Stangenmodell bringt man sich und das Augenlicht der Mitreisenden schon beim Aufstellen in Gefahr. Wohingegen das sich selbst aufbauende Modell „pop-up“ sich beim abendlichen Rückzug vom Strand gern geheimnisvoll gibt und nur mit einigem Widerstand wieder „down“ gefloppt werden kann.

Der Grund liegt auf der Hand. Strand und Sand sind für Traumschlösser und Kleckerburgen. Bei Ankunft von Flut, Wind oder dem nächsten spielenden Kind fallen sie in sich zusammen. So entsteht immer wieder Platz für Neues: Staudämme oder Seerobben aus Sand etwa. Das ist die besondere Freiheit am Meer. Nichts bleibt hier draußen lange wie es ist.

Und doch: Die viele Freiheit und der aufgewirbelte Sand werden manchem auf Dauer zu mühsam. Hier und da erwacht die Sehnsucht nach Behausung. Wohin dann? Doch die Strandmuschel? Der Freigeist wütet: „Du wirst doch nicht ernsthaft versuchen, sogar Meer und Strand zur windstillen Komfortzone zu machen! Der Sand zwischen deinen Zähnen – das ist der Preis der Weite!“ Und der Architekt sagt: „Bau nicht auf Sand!“ (Matthäus 7,24-27).

„Aber wohin denn dann am Abend?“, frage ich zerknirscht. Bauen, ohne Wind und Weite zu verraten. Heimisch werden, ohne die Freiheit zu verlieren. Das wär’s. „Bau auf das, was ich Dir sage“, mischt sich der ins Gespräch, den keiner am Strand erwartet hätte. Er selbst, Jesus von Nazareth, war ständig unterwegs und hatte keinen sicheren Platz. Nicht mal in der Nacht. Er lebte die Freiheit und herrscht über Wind und Wellen. Sein Vater im Himmel hält ihn und er hält auch mich am Strand des Lebens, mit und ohne Strandmuschel.

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Alexa Wilke

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Di. 01.08.17
Unendliche Güte! Ohne Einschränkung
KDA (Kirchlicher Die…
Unendliche Güte! Ohne Einschränkung

Gott, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

(Psalm 36,6)

Unendliche Güte!
Ohne Einschränkung

Urlaub: Zeit, um neue Kräfte zu tanken und mich zu
erholen. Einige Tage wird es wohl wieder dauern, bis
ich die Entlastung spüre, mein Herz und die Sinne
wieder freier werden.

Am letzten Tag vor meinem Urlaub hatte ich noch
einen Beratungstermin mit einem Mann, der zum
ersten Mal in seinem Leben einen Antrag auf ALG II,
auf Grundsicherung, ausfüllen musste. Der Antrag ist
sehr umfangreich, Grunddaten von sich, der Ehefrau
und den Kindern, Bescheinigung vom Arbeitgeber
der Ehefrau, Arbeitslosengeldbescheid, Mietvertrag,
Bescheinigung vom Vermieter, letzte Nebenkostenabrechnung,
Abrechnung Energieversorger, Kindergeldbescheid,
Versicherungsunterlagen, Vermögensnachweis,
Kontoauszüge der letzten Monate.

Verschuldet arbeitslos
Der Mann wirkte sehr nüchtern, klar und gefasst.
Wie die meisten Männer, die meine Beratung in
Anspruch nehmen. Haltung bewahren. Dann fing er
plötzlich an zu weinen. Ihm war das sehr peinlich. Wir
haben noch lange gesprochen. Er erzählte von seiner
Arbeitslosigkeit, die er durch ein Fehlverhalten selbst
verschuldete, die nun schon zwölf Monate andauerte,
den leisen Vorwürfen der Ehefrau, den Fragen der
Familie, den Absagen. Niemand sollte erfahren,
dass die Familie jetzt Sozialhilfe beantragen musste.
Er sagte: „Ich habe früher selbst schlecht über
„Hartz-IV-Empfänger“ geredet, wie konnte ich nur
so arrogant sein? Ich bekomme auch keine zweite
Chance. Ich fühle mich so wertlos.“
Kein Selbstvertrauen mehr – das betrifft viele Langzeitarbeitslose.
Arbeitsplatzverlust macht Menschen
auf lange Zeit misstrauischer, die Erfahrung des
Jobverlusts hinterlässt Narben. Mit Auswirkungen
nicht nur für die betroffene Person, sondern für die
gesamte Gesellschaft. Denn Vertrauen kann wichtige
Vorteile bringen: Gesundheit und Zufriedenheit,
sozialen Zusammenhalt, eine effiziente, demokratische
Regierung und wirtschaftliche Entwicklung.

Vertrauen bewahren
Und da finde ich die biblische Erzählung von Josef
wunderbar. Bei Josef lief sehr vieles komplett schief.
Aber letztlich hat sich doch für ihn das Schlimme
zum Guten gewendet. Die Güte Gottes hat ihn auch
im fernen Ägypten nicht verlassen, und er ist wieder
glücklich geworden. Das wünsche ich auch diesem
Mann. Vertrauen als Grundlage, zu seiner Familie und
zu Gott, die Erfahrung, dass er sich auf seine Ehefrau
verlassen kann, trotz seines Fehlers. Vertrauen wieder
zu sich selbst. Ja, das Selbstvertrauen ist auch eine
Form des Vertrauens.
Die Güte Gottes macht das Leben natürlich nicht zum
Spaziergang, aber es besteht die Aussicht, sagen zu
können: „Ja, Gott hat es gut hinbekommen”. Ich
wünsche Ihnen eine erholsame Zeit.

 

WORTMELDUNG August 2017
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Sa. 01.07.17
Monatsspruch Juli
Monatsspruch
Monatsspruch Juli

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

Phil 1,9

BILDER
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Mo. 03.07.17
Immer reicher an Erkenntnis und Erfahrung
Susanne Briese
Immer reicher an Erkenntnis und Erfahrung

500 Antworten von Pädagogen wurden in einer Studie der Universität Oldenburg gesichtet mit dem Ergebnis, dass die Trennung von Name und Person keine leichte Sache ist. Das ist meistens kein Problem. Zum Beispiel beim Vornamen Astrid, der sich von den altnordischen Begriffen „ass/oss“ (Göttergeschlecht) und „frior“(Schönheit) ableitet. Somit kann man zum Vornamen Astrid die Bedeutung „göttlich Schöne“ assoziieren. Das ist gut so. Dass allerdings ein Vorname mit einer Voreinstellung gehört werden kann, könnte da, wo Kinder und Jugendliche neu in Gruppen oder Schulklassen zusammenkommen, auch schwierig sein. Es ist gut, wenn wir einander ohne Bedingungen vorurteilsfrei begegnen. Denn alle tragen die gleiche Würde in sich und müssen die gleichen Chancen haben.

Trotz aller Bemühungen jedoch von Eltern, Freunden und Lehrern im wertschätzenden und vorurteilsfreien Umgang mit Namen ist ungefähr jeder zehnte Deutsche mit seinem Vornamen unzufrieden. Manche leiden geradezu unter ihrem Namen. Das ist kein einfaches Thema. Manche versuchen, ihren Namen zu ändern. Schwerwiegende, sehr ernst zu nehmende Gründe werden vorgetragen und sind auch Voraussetzung für eine eventuelle Änderung. Andere finden im Laufe des Lebens ein positives Verhältnis zu ihrem Namen und prägen ihm ihr eigenes Bild auf: Durch die Art, wie sie ihren Namen repräsentieren, bestimmen sie die Bedeutung ihres Namens mit, und es wird ihr Name.

„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung“, heißt es im Monatsspruch für den Monat Juli (Philipper 1,9). Ein gutes Motto. Auch für den Umgang mit Namen.

 

 

 

 

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So. 25.06.17
Spaltet Religion die Welt?
Werner Burfeind
Spaltet Religion die Welt?

Zeichen für den Frieden

Im Namen Gottes

 

Nun ist es passiert. In der Nacht zu Montag dieser Woche wurden Muslime Ziel eines Attentats. Ein 47 jähriger Mann aus Wales steuerte einen Lieferwagen in eine Menschenmenge nahe einer Londoner Moschee. Offenbar aus Vergeltung.

Spaltet Religion also unsere Gesellschaft?

Es scheint so kommen zu können. Dieser Angriff gegen ein Gruppe gläubiger Muslime spricht dafür. Aber es ist kein muslimisches Phänomen. Es ist nicht allzu lange her, da spaltete die Frage nach der Konfession ganz Nordirland. Evangelische Christen kämpften gegen katholische Christen.

Geht es bei allem um Religion? Ich wage es zu bezweifeln. Es geht um Macht. Es braucht einen Sündenbock, um den eigenen Zielen näher zu kommen. Dabei wird nicht nach dem Anteil des Einzelnen am eigenen Leid gefragt. Es reicht die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Die Menschen aus der Londoner Moschee sind unschuldig an den Anschlägen zuvor auf der London Bridge oder der Westminster Bridge. Sie beten lediglich zu dem Gott, in dessen Namen die Attentäter dort gemordet haben.

Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht im Netz der Terroristen verfangen, die unsere Zivilgesellschaft spalten wollen. Wir müssen unterscheiden zwischen Islam und islamistischem Terror.

Im Namen Gottes lässt sich nicht töten. In der Bibel lesen wir die Aussage Jesu: „Glücklich sind, die Frieden stiften. Sie werden Gottes Kinder heißen“ (Bergpredigt). Auch im Begriff Islam steckt das Wort „Salam“, arabisch für Frieden. Im Namen Gottes können wir also nur für den Frieden eintreten. Für das Miteinander der Menschen.

Gut finde ich, dass wir in der letzten Woche eine Demonstration von Muslimen in Köln gegen den Terror gesehen haben. Bemerkenswert ebenso die Meldung, der Imam der Londoner Moschee habe sich schützend vor den 47-jährigen Waliser gestellt, als er nach seiner Tat attakiert wurde.

Von dieser friedenstiftenden Kraft der Religionen brauchen wir im Moment mehr.

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Werner Burfeind

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Di. 06.06.17
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen
Thomas Steinke
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen

Der Monatsspruch für Juni aus Apostelgeschichte 5, Vers 29 hat es in sich. Und fordert heraus: Wird hier etwa dazu aufgerufen, gegen staatliche Ordnung zu rebellieren? Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin von Herzen dankbar dafür, dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben, der uns in unseren persönlichen Freiheiten und Rechten schützt. Und doch kann es auch hier in Einzelfällen zu Konflikten kommen, wie die Debatte um das Kirchenasyl belegt. Damit stellt sich die Kirche nicht über staatliches Recht, sondern in besonderen Härtefällen gewährt sie aus Barmherzigkeit Menschen in Not einen Schutzraum, bis ihre Situation nochmals geprüft ist - übrigens nie ohne dass die zuständigen Behörden informiert sind.

Noch dichter dran sind für uns alle wohl die "täglichen Konfliktfelder": Gehe ich mit Spickzettel zur nächsten Klassenarbeit, blinzele ich mal aufs Blatt des Sitznachbarn herüber - oder bleibe ich ehrlich?
Mache ich mit, wenn andere über jemanden herziehen - oder habe ich den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und ihn in Schutz zu nehmen? Dreht sich alles um mich und meinen eigenen Vorteil - oder liegt mir der andere wirklich am Herzen? Suche ich das schnelle Abenteuer - oder bleibe ich treu in meiner Beziehung? Manchmal sind wir nicht verlegen, Entschuldigungen zu finden, oder wir hören auf die Stimmen derer, die sagen: "Jetzt stell dich mal nicht so an, man kann's auch übertreiben, das machen doch alle!" Hinterher merken wir oft, dass es besser gewesen wäre, sich anders zu entscheiden. Segen liegt darauf, wenn wir tun, was Gott uns in seinem Wort sagt.

Der ursprüngliche Zusammenhang des Monatsspruchs ist übrigens, dass Petrus und den anderen Aposteln verboten worden war, öffentlich von ihrem Glauben an Jesus Christus zu reden. Darüber konnten und wollten sie aber nicht schweigen, sie hatten den Auftrag ja von Gott selbst bekommen. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Gott sei Dank genießen wir in unserem Land die Religionsfreiheit - ein hohes Gut! Da sollte es uns doch nicht schwer fallen, etwas von der Freude und der Hoffnung weiterzugeben, die Jesus in unser Leben gebracht hat - oder?

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Thomas Steinke

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Thomas
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So. 04.06.17
„Segelst Du schon?“
Thomas Steinke
„Segelst Du schon?“

- „Oder ruderst Du noch?“ So könnte die Karikatur überschrieben werden, die mir vor Augen ist: Verbissen legen sich zwei Ruderer ins Zeug, während ganz entspannt und gelassen ein Paar Arm in Arm in einem Segelboot an ihnen vorbeifährt.

Für mich ist dies auch ein pfingstliches Bild. Gott hat seinen Geist versprochen, der weht, wo er will. Wie der Wind kommt er von außen. Wir können ihn nicht selbst machen, aber wir können uns dafür öffnen. Wir können die Paddel aus der Hand legen und die Segel setzen. Indem wir z.B. einen Gottesdienst besuchen. Jesus Christus hat die Nähe in seinem Geist in besonderer Weise zugesagt, wo wir in seinem Namen zusammen kommen. So laden z.B. sieben Gemeinden aus Rotenburg, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen verbunden sind, am Pfingstmontag um 11 Uhr zu einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst auf dem Pferdemarkt ein. Auch in anderen Regionen unseres Kirchenkreises werden an diesem Pfingstfest besondere Gottesdienste gefeiert. Ebenfalls am Pfingstmontag findet etwa im Schulwald Lauenbrück neben der Kirche um 10 Uhr ein regionales Tauffest an der Wümme statt.

Immer geht es darum, dass wir uns an dem orientieren, was Christus in unsere Welt gebracht hat. Nicht verkrampft, nicht verbissen, nicht engstirnig sind wir unterwegs. Sondern von seinem Geist wollen wir uns bewegen lassen. Dieser Geist ist nicht ein Geist der Furcht oder der Abschottung. Nein, es ist der Geist Christi: Der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit! (2. Timotheus 1,7)

Möge dieser Geist kräftig in unser Leben hineinwehen - bei uns persönlich und in unseren Kirchen und Gemeinden. Setzen wir die Segel, dann werden wir seine Kraft spüren! Gesegnete Pfingsten!

Thomas Steinke,
Pastor in Fintel

 

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Thomas Steinke

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Do. 01.06.17
Wissen was wertvoll ist
KDA (Kirchlicher Die…
Wissen was wertvoll ist

„Ich finde Vieles schwer in Deutschland. Früher war
ich erfolgreicher Architekt. Heute funktioniert gar
nichts. Ich schäme mich vor meinen Kindern.“

„Deutsche und Geflüchtete können gemeinsam
Probleme lösen. Wir können viel mehr als schlechtes
Deutsch.“

„Ich fühle mich völlig alleingelassen in diesem Land.
Was kann ich dafür, dass mein Betrieb Pleite ging?“

Soweit drei Rückmeldungen von Menschen, die seit 2 –
3 bzw. seit 53 Jahren in Deutschland leben. „Deutsche
wie Geflüchtete brauchen Respekt und sie brauchen
Arbeit, dann gelingt Integration“ darüber sind sich
JobPaten und Geflüchtete im „Ponteprojekt“ einig.
Die brennende Frage, die sich daraus ableitet: wo
und wie erfahren Einheimische wie Zugewanderte
notwendigen Respekt in ihrem Alltag? Inwieweit
erfahren sie ihr Leben als gestaltbar und damit zukunftsfähig?

 
Für Einheimische wie Geflüchtete
Aus Forschung wie Praxis wissen wir: eine zuversichtliche,
gesundheitsfördernde Sicht auf das Leben
wird bei Menschen gestärkt, 1. wenn das, was passiert,
einschätzbar und vorhersehbar ist, 2. wenn der
Mensch das Vertrauen hat, dass fremde Situationen
und Aufgaben mit Hilfe der zur Verfügung stehenden
Mittel zu lösen sind und 3. wenn die Anforderungen
des neuen Lebens als sinnvoll angenommen werden
können und sich das Engagement lohnt (vgl. A. Antonovsky).
Dies gilt für Frauen wie Männer, für Christen
wie Muslime und auch deren Kritiker gleichermaßen.
Bei zu entwickelnden Konzepten für gelingendes,
zukunftsweisendes Zusammenleben gilt es einerseits
die personalen Ressourcen der Menschen – wie Selbstwert-
und Zugehörigkeitsgefühl – so früh wie möglich
bzw. wieder neu zu stärken. Und andererseits gilt es
für verlässliche (gesetzliche) Rahmenbedingungen
zu sorgen. Sozialer Frieden hängt entscheidend vom
grundsätzlichen Gefühl der Zuversicht ab, dass das
Leben in Deutschland handhabbar ist – dass es eine
Perspektive gibt.

Zivilisatorische Errungenschaften
Wenn wir unsere zivilisatorischen Errungenschaften:
Glaubens-, Gewissens- und Meinungsfreiheit ebenso
wie Gleichberechtigung hoch halten und nach innen
wie nach außen verteidigen wollen, müssen wir dafür
sorgen, dass sie ohne Ansehen der Person Anwendung
finden. Allerdings sind Rechte und Freiheiten
nicht nur zu genießen, sondern erforderlich ist auch –
und sei es zähneknirschend – die innere Zustimmung,
zu diesen Grundwerten. Rechte sind nicht
ohne Pflichten zu haben, wenn eine Gesellschaft
funktionieren soll. Dafür gilt es reden, zuhören und
streiten zu lernen – respektvoll und geduldig, aber
auch entschieden.
„Prüfet alles und behaltet das Gute“ fordert der Apostel
Paulus die Gemeinde in Thessalonich auf „und bei
allem sorgt für ein friedvolles Zusammenleben.“ Gewinnen
wir Menschen für solch ein Vorgehen. Arbeiten
wir an wertvollem gelingendem Leben – für alle.

 

Autorin:
Waltraud Kämper, Referentin
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt - www.kirchliche-dienste.de

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So. 07.05.17
Monatsspruch für den Mai
Frank Heyden
Monatsspruch für den Mai

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kolosser 4,6

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Kirchenvorstand
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Mo. 01.05.17
Eure Rede sei allezeit freundlich und mit…
Monatsspruch
Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. Kol 4,6

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. Kol 4,6

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So. 16.04.17
Ein Glaube, der lebt und wirkt
Susanne Briese
Ein Glaube, der lebt und wirkt

Sonntag – Auferstehungstag – in Jerusalem. Vor wenigen Stunden hatte Maria Magdalena eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus gehabt, die alles auf den Kopf gestellt hatte. Nun sitzen die Jünger hinter verschlossenen Türen. Sie haben Angst. Angst, dass ihnen Unheil droht, dass man sie sucht und verfolgt. Plötzlich steht Jesus mitten im Raum. Durch die verschlossene Tür muss er gekommen sein – wie geht das denn? „Friede sei mit euch!“ Das haben sie schon einmal gehört. War es nicht beim Abschied von ihrem Herrn? Ja, so war es. Und nun wieder diese vertraute Stimme.

Thomas hat das alles nicht mitbekommen. Wenn er ihnen glauben soll, müsste er es selbst sehen. Mehr noch: Er müsste die Wundmale Jesu mit seinen eigenen Händen fühlen. Dann wäre er überzeugt. Ob er wirklich damit gerechnet hat, dass sich dieser Wunsch erfüllt? Am nächsten Sonntag ist es so weit. Wieder sitzen die Jünger – natürlich wieder ohne Judas Iskariot – im Hause zusammen. Die Tür ist zu. Wieder steht Jesus mitten im Raum. Wieder grüßt er mit dem Friedensgruß. Ohne Umschweife wendet er sich Thomas zu und fordert ihn auf, zu tun, was er braucht, um zu glauben. „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.“ Das öffnet Thomas die Augen. Es bricht förmlich aus ihm heraus: „Mein Herr und mein Gott!“

Mehr geht nicht. „Selig sind die nicht sehen und doch glauben“, muss er sich anhören. Das ist die Regel für die Zukunft: Nicht sehen und doch glauben. Wie kommt man dazu, an Gott zu glauben, wenn für uns so eine spürbare Begegnung mit dem Herrn, wie sie hier von Thomas berichtet wird, nicht möglich ist? Wie kriegt man das hin? Wie es zum Glauben kommt, ist schwer zu sagen. Trotzdem muss man auf die Frage hin nicht verstummen. Man kann selbst ein gutes Beispiel sein und davon erzählen, was der Glaube im eigenen Leben bewirkt. Man kann sprechen über die größere Klarheit der Entscheidungen, über die Kraft in Krisenzeiten, den Mut, den ersten Schritt zu tun, über die Freude an Versöhnung und Gerechtigkeit. Glaube ist ein Geschehen zwischen Dir und mir, zwischen Gott und Mensch – das aber natürlich trotzdem nach außen hin sichtbar und spürbar werden kann.

Davon erzählen Worte und Taten von Menschen, die in ihrem Beruf, in der Familie und in der Freizeit als Menschen, die auf Gott vertrauen, leben. Vielleicht ganz still und unbemerkt. Vielleicht öffentlich sichtbar. Auf jeden Fall getragen von der Überzeugung, dass es gut ist, sich einzubringen – als Anwälte des Lebens. Zum Beispiel Ingeburg und Werner. Statt im Ruhestand die Füße hochzulegen, entwickelten sie gemeinsam mit dem Diakonischen Werk die Idee, mit dem „Zahnmobil – Hilfe mit Biss“ bedürftigen Menschen eine Zahnbehandlung zu ermöglichen. Ihr Engagement lindert die Not da, wo sie am größten ist. In und im Umkreis einer Großstadt bietet das Ehepaar gemeinsam mit anderen Zahnärzten und weiteren Mitarbeitenden Behandlungen an – auch, wenn etliche der Patienten nicht krankenversichert sind. „Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen“, sagt Ingeburg. Entscheidend ist neben der medizinischen Versorgung auch, dass die Patienten durch dieses Angebot Wertschätzung und Aufmerksamkeit erfahren – etwas, was ihnen im Alltag oft fehlt.

Menschen in unserer Kirche geben ihre Zeit und ihre Kompetenz für andere. Gut, dass es sie gibt. Das ist ein Beispiel für einen Glauben, der lebt und wirkt. Christlicher Glaube tut der eigenen Seele gut und hat zugleich eine gesellschaftliche, soziale, politische Dimension. Wer Gott liebt, liebt auch den Nächsten wie sich selbst. Und das kann man sehen und spüren. So soll es sein.

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Susanne Briese

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Susanne
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Mi. 01.03.17
Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen…
Monatsspruch
Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten

Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR. Lev 19,32

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Sa. 04.02.17
Wochenspruch Sonntag, 05. Februar 2017 bis…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 05. Februar 2017 bis Samstag, 11. Februar 2017

Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. (Jes 60, 2b)

Feiertag

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Erklärung

Was bleibt von und was folgt der Geburt im Stall von Bethlehem? Das Fest Epiphanias, zu Deutsch Erscheinung, und die folgenden Sonntage gehen dieser Frage nach. Sie gehören noch zum Weihnachtsfestkreis.
Gott wird sichtbar in Jesus über die Grenzen Israels hinaus, sowohl in dem neugeborenen Kind als auch im herangewachsenen Mann. Davon handeln die Texte in den Gottesdiensten der Epiphaniaszeit: Gelehrte aus fernen Landen kommen, um den „neugeborenen König anzubeten“; während der Taufe Jesu (Evangelium am 1. Sonntag nach Epiphanias) und auf einem Berg im Beisein der engsten Freunde (Evangelium am letzten Sonntag der Epiphaniaszeit) vermacht Gott seine Kraft an Jesus: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“; während einer Hochzeitsfeier in dem Dorf Kana setzt Jesus selbst das erste Zeichen dieser Kraft.

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Mi. 01.02.17
Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage
KDA (Kirchlicher Die…
Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage

Eine Geschichte: Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage

1999 ging die Evangelische Kirche in Deutschland mit diesem Slogan an die Öffentlichkeit. Sie schaltete Video-Clips in Kinos, verteilte tausende Aufkleber und hängte vielerorts Plakate auf. Die Kampagne war ein großer Erfolg. Denn sie erzählt in sieben (!) Worten eine Geschichte: Die Arbeit hat ein Ende, selbst Gottes Arbeit. Menschen brauchen gemeinsame Freiräume zum Entspannen, zum Spielen, zum Träumen. Ruhe – buchstäblich gedacht – unterbricht den Lärm, das Geschrei und das Getöse des Alltags. Es gibt ein Genug an Arbeit und Tätigkeit, Wachstum und Entwicklung, weil genug für alle da ist.

 

Die Gegengeschichte: Ein flexibler Sonntag tut allen gut

Derzeit wird im Landtag in Niedersachsen um ein
neues Ladenöffnungsgesetz gerungen, weil das
Verfassungsgericht die alte Regelung gekippt hat.
Vordergründig wird hier auf gesetzlicher Ebene
der Kampf im Einzelhandel um Marktanteile ausgetragen.
Shopping-Malls gegen Online-Handel,
Innenstädte gegen Randlagen, Kleinstädte gegen
Großstädte. Ein Mehr an Profit? Schwerlich. Der
Kuchen, der zu verteilen ist, bleibt ja gleich groß.
Hintergründig erzählt das Streben nach mehr verkaufsoffenen
Sonntagen auch eine Geschichte:
Shoppen ist Freizeit, Kaufen macht glücklich und
Konsum entspannt. Es reicht doch, wenn jede und
jeder seine ganz individuellen Freiräume hat. Flexibilität
ist das, was doch alle wollen und was allen
gut tut. Regelungen behindern die individuelle
Freiheit.
 

Die Geschichte vom Wandel: Es kann nicht einfach immer so weitergehen
Bei vielen Besuchen und Gesprächen in Betrieben
stelle ich ein Unbehagen fest. Immer mehr Menschen
spüren: Unser heutiges Arbeiten und Wirtschaften
steht vor einem umfassenden Wandel. Allein im
Blick auf Klimawandel und Ressourcenverbrauch
kann es nicht einfach immer so weitergehen mit dem
„Wirtschaftswachstumswahnsinn“, um ein Wort von
Frithjof Bergmann aufzugreifen. Immer mehr Menschen
erkennen: In der heutigen Logik immer mehr
Teile unseres Lebens zu ökonomisieren steckt eine
Gefahr, die uns zu vergiften droht, weil die gemeinsamen
Räume jenseits aller Flexibilitätsbestrebungen
verloren gehen. Immer mehr Menschen ahnen: Ohne
Sonntag gibt es nur noch Werktage – und jeder noch
so kleine Schritt in diese Richtung ist eine Schreckensgeschichte.
 

Die Hoffnungsgeschichte: Der siebte Tag unterbricht heilsam alles Tätigsein
Christliche Kirchen, Judentum und Islam erzählen
übereinstimmend die Geschichte von einem siebten
Tag. Einem Tag, der den Rhythmus des Tätigseins
unterbricht, weil Leben mehr ist als Arbeiten. Und
auch mehr als sich an diesem Tag nur wieder für die
Arbeit zu erholen. Diese Geschichte ist heilsam und
stimmt hoffnungsvoll. Sie führt uns heraus aus der
ewigen Entwicklungslogik des immer mehr, immer
besser, immer perfekter, immer effizienter. Sie öffnet
Räume. Ungeahnte, ungekannte, unvorhergesehene,
unvorhersehbare, unverplante Räume. Verspielte Räume,
die uns gut tun. Das ist die Hoffnung des siebten
Tages. Es lohnt sich dafür zu streiten.

 

 

WORTMELDUNG Februar 2017 „Ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage“
Autor: Dr. Matthias Jung
Landessozialpfarrer & Leiter des Fachbereichs Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt
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Sa. 07.01.17
Rufe mich an...
Benjamin Jäckel
Rufe mich an...

Und wann haben Sie das letzte Mal mit Amerika telefoniert? Vielleicht der fernen Tante ein frohes neues Jahr bzw. eher ein „Happy new year“ gewünscht. Oder doch eher mit Spanien telefoniert? Letztes Jahr, als die Kinder dorthin geflogen sind, eben angerufen haben, dass sie gut gelandet sind. Schon erstaunlich, was heute so möglich ist. Dabei gibt es dieses Telefonieren zwischen fernen Kontinenten schon etwas länger. Heute am 7. Januar vor 90 Jahren gab es zum ersten Mal eine Telefonverbindung zwischen der alten und der neuen Welt. London und New York, die Zentren der Macht, nur einen Anruf entfernt. Nun war es nicht ganz so einfach wie heute: Nummer wählen und anrufen, nein. Aber es war schon eine Übertragung per Funk – Handyanruf sozusagen. Seekabel sollten erst später kommen. Aber wie wichtig sollten diese langen Leitungen noch werden! Das rote Telefon – der heiße Draht zwischen dem weißen Haus und dem Kreml. Sinnbild für den Versuch, folgenschwere Missverständnisse zu vermeiden.

Ich wünsche mir auch heute ein ums andere Mal einen solchen Anschluss, um zu verstehen, was da eigentlich zwischen Krisen und Populismus auf unserer Welt so gehörig schief läuft. Einen solchen Anschluss aber haben wir alle. Heißer Draht nach oben sozusagen. Gott sagt selbst: „Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“ Ja, das könnte dieser Tage wirklich nicht schaden, so große und gewaltige Dinge gezeigt zu bekommen! Im Gebet. Schon immer drahtlos.

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Benjamin Jäckel

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0151-41445627
So. 01.01.17
Lukas 10,5
Monatsspruch
Lukas 10,5

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus

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Sa. 31.12.16
Neues Jahr - neues Herz
Thomas Steinke
Neues Jahr - neues Herz

Wie ist es um Ihr Herz bestellt? Gemeint ist nicht in medizinischer Hinsicht. Gemeint ist: Wie ist es Ihnen ums Herz – am Ende dieses Jahres?

Leicht – weil gerade ein freudiges Ereignis in Ihrer Familie anstand, die Geburt eines Kindes oder Enkelkindes, die Hochzeit oder ein Ehejubiliäum, ein runder Geburtstag oder eine überwundene Krankheit?

Oder eher schwer – weil die Lasten des Alltags Sie niederdrücken, der Stress bei der Arbeit oder Zuhause, die schlimme Diagnose, der Abschied von einem Familienmitglied oder einem guten Freund/einer guten Freundin?

Oder wissen wir gerade gar nicht so genau, wie uns ums Herz ist? Flattert es unruhig hin und her: Einerseits dankbar für viel Gutes in unserem Leben, andererseits verunsichert und traurig wegen mancher Entwicklungen in unserem Land und unserer Welt, die wir nicht richtig einordnen können?
Die Bibel spricht in besonderer Weise vom Herzen:

Das Herz – es steht für die Mitte unserer Person, die das Ganze bestimmt: Unser Denken, unser Wollen, unser Planen und unser Fühlen. Letztlich geht es um die Frage: Wer hat Einfluss auf unser Herz, wo ist es beheimatet? Die Jahreslosung für das kommende Jahr ist ein großartiges Versprechen! "Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch." (Ezechiel 36,26) Gott schenkt uns ein neues Herz, das bei ihm verankert ist in unruhiger Zeit, das sich prägen lässt von seinem Wort. Ein neues Herz, das nicht hart und kalt wie Stein ist, weil wir dicht gemacht haben und verbittert sind wegen der schlimmen Nachrichten tagaus tagein und der schweren Erfahrungen, die hinter uns liegen. Nein, ein neues Herz aus Fleisch und Blut, das wieder spürbar schlägt für andere Menschen und für die Sache Jesu. Es ist sein Geist, der Geist des Auferstandenen, der unser Herz wiederbelebt und brennen lässt für Gott und unsere Mitmenschen. Sind wir offen dafür? Lassen wir uns so beschenken?
Ich wünsche es Ihnen und mir. Denn ein Mensch mit einem solchen neuen Herzen ist ein wirklich freier Mensch: Der wird unabhängiger von den Meinungen der anderen;
der bekommt ein starkes Rückgrat und steht zu seinen Ansichten, die nun von Jesus geprägt werden;
der lässt sich nicht so schnell einschüchtern und auf Linie bringen.
Der lässt sich nicht einfangen von Hassparolen, von Stammtischmeinungen...
Der wird sich in einem Klima der allgemeinen Verunsicherung und Verdächtigungen dennoch für Menschenwürde, für gleiche Rechte für alle einsetzen.
Der wird gegen Populismus und Radikalität eintreten –
für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft!

Ein gesegnetes neues Jahr Ihnen allen – mit einem neuen Herzen!

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Thomas Steinke

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Di. 27.12.16
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues…
Dr. Hans Christian B…
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Andacht zur Jahreslosung 2017

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy

Es kann erglühen und pochen, hämmern und stocken, brechen und zerspringen. Es kann verschenkt werden, unergründlich und offen sein. Und auch auf der Zunge können wir es tragen – unser Herz. Es kann aber auch trotzig und verzagt sein.

In der Bibel ist „Herz“ eines der am meisten gebrauchten Worte.  Kein Wun-der, gilt das Herz doch als Kern unserer Person, als unsere Mitte. Hier treffen wir unsere Entscheidungen, fühlen und empfinden wir.

Ein neues Herz, einen neuen Geist will Gott schenken. So sagt es der Prophet Hesekiel seinem Volk Israel zu, das zu dieser Zeit in der babylonischen Gefangenschaft sitzt.  Statt eines Herzens aus Stein, so die prophetischen Worte,  gibt Gott ein lebendiges und großes Herz. Konkret heißt dies für Hesekiel: die Schwachen schonen, fair handeln – auch gerade im wirtschaftlichen Zusammenhang – und  Unrecht meiden. Das schrieb er vor 2.500 Jahren.
„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“, sagte Martin Luther zwei Jahrtausende später. 2017 feiern wir das 500-jährige Jubiläum der Refor-mation, die 1517 mit der Veröffentlichung von Luthers  Thesen begann. Er wollte seine Kirche von ihrer Mitte - quasi von ihrem Herzen her - erneuern und reformieren.
Selbstkritische Fragen gehören daher für mich zu diesem Jubiläumsjahr: Woran hänge ich ganz persönlich mein Herz? Was dient mir zur Orientierung?
Aber auch als Gemeinde, ja als Kirche insgesamt, ist immer wieder zu fragen: Was ist bei uns zu erneuern, zu reformieren? Gerade das Reformationsjubiläum darf sich ja nicht darin erschöpfen, die Vergangenheit zu feiern, sondern die Freiheit eines Christenmenschen für unsere Zeit durchzubuchstabieren, das Herz neu auf Christus auszurichten und es für den Nächsten zu öffnen.

Es ist gut, dass wir hier als evangelische und katholische Christen Seite an Seite stehen und gemeinsam 2017 ein Christusfest feiern können. Denn uns verbindet viel mehr als uns trennt. Und nach der Bibel ist der Geist, den Gott gibt, ein Geist, der zusammenführt: Ein Geist – verschiedene Gaben.
„Kirche im Reformstress“ – so hört man bisweilen kritisch über die kirchli-chen Reformbemühungen der vergangenen Jahre. Reform ist immer wieder nötig – eine der Grundeinsichten der Reformation. Und das geschieht in unserer Kirche. Aber manche, die sich hier dankenswert engagieren, stöhnen doch sehr über die Belastungen.

Die Jahreslosung 2017 ist die große Ansage gegen allen Reformstress:  Gott selbst schenkt Erneuerung. Und zwar ganz von innen her – durch Erneuerung des Herzens und durch einen neuen Geist. Das ist das Gegenteil eines Appells zu neuen Anstrengungen. Es ist die Einladung, Gott wirken zu lassen. Dafür braucht es Zeit und Raum. Eine wunderbare Ermutigung gerade für das Jubiläumsjahr. Reform muss nicht erzwungen werden, sie will wachsen.

Einen neuen Geist schafft Gott in uns. Allein aus Gnade – eines der Leit-motive der Reformation – wendet  er sich uns Menschen zu, erhält und erneuert seine Kirche. Uns bleibt, aus diesem neuen Geist zu leben und als seine Gemeinde mit einem neuen Herzen Gottes Botschaft in Wort und Tat in die Welt zu tragen.
Frei und unerschrocken dürfen wir dies tun, denn Gottes Zusage gilt: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Hans Christian Brandy

 

(Quelle: Kirchengemeinde Bexhövede – Jahreslosung 2017 - www.kirche-bexhövede.de/gemeinde/gemeindebrief/angedacht/2016/losung_2017)

 

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Dr. Hans Christian Brandy

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Brandy
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Sa. 24.12.16
In süßem Jubel
Susanne Briese
In süßem Jubel

„Nun singet und seid froh“ – „In dulci jubilo“! In süßem Jubel – sollen wir singen und froh sein, „denn unseres Herzens Wonne liegt in praesipio“ – in der Krippe. Manchem ist dieses Lied schon längst ein traditioneller Begleiter durch die Advents- und Weihnachtszeit. So ist es eben: Einige finden´s schön, andere finden es kitschig. Das wird wohl immer schon so gewesen sein, je nach Zeitgeist und Geschmack. 1529 soll „In dulci jubilo“ zum ersten Mal im Gesangbuch abgedruckt worden sein. Martin Luther wirkte dabei mit. Aber Heinrich Seuse, ein Dominikaner, auch Suso genannt, kannte es bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts und soll es in einer frühen Form selbst verfasst haben. Die Legende besagt, dass ihm ein himmlischer Spielmann zurief: „Vergiss dein Leiden und tanz mit mir!“ Er fing an, vom Jesuskind „in dulci jubilo“ – in süßem Jubel – zu singen. Und dieser schöne Gesang vom Gottessohn hat das Herz Seuses so sehr berührt, dass er tatsächlich sein Leiden vergaß. Die Musik linderte, heilte vielleicht sogar. Irgendwie beeindruckend. Musik, Vertrauen und Glaube können dabei helfen, einen Heilungsprozess besser zu bewältigen. Für mich ist „In dulci jubilo – nun singet und seid froh“ nicht nur ein schönes und wohltuendes Lied. Ich lese darin auch dies: Jesus Christus ist das A und O, der Anfang und das Ende. Gottes Sohn bringt unser Leben auf die richtige Spur und trägt an den Lasten mit. Das ist gerade in dieser Zeit wichtig, in der wir erschrocken sind über den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Wir gedenken der Opfer und trauern mit den Angehörigen und Freunden. Auf das Licht Gottes sehen und aus dem Licht Kraft und Mut schöpfen – das ist für mich Weihnachten. Weil Gottes Wille Frieden ist für alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion und Kultur. Gesegnete und friedvolle Weihnachten wünsche ich Ihnen von Herzen.

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Susanne Briese

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Di. 06.12.16
Psalm 130,6
Monatsspruch
Psalm 130,6

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter am Morgen.

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