Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Datum
Titel
Name
Mi. 01.11.17
Gott spricht: Ich will unter ihnen
Monatsspruch
Gott spricht: Ich will unter ihnen

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Ez 37,27

 

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Mo. 16.10.17
„Kernige Kanzelreden zu Sprüchen von Martin…
Landesbischof Ralf M…
„Kernige Kanzelreden zu Sprüchen von Martin Luther: Dem Volk aufs Maul geschaut“

„Kernige Kanzelreden zu Sprüchen von Martin Luther: Dem Volk aufs Maul geschaut“
- Es gilt das gesprochene Wort -

 
"Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein
Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan."
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserm Vater und unserm Herrn Jesus Christus.

Amen.

 
Liebe Gemeinde,
ich bin so frei! Es ist eine höfliche Floskel, wenn wir sagen: Ich bin so frei! Wenn uns jemand ein
Getränk oder ein Gebäck anbietet, greifen wir zu und sagen: Ich bin so frei. Ich erlaube mir,
dieses Angebot anzunehmen. Ohne Hemmungen, ohne Scheu.
Ich bin so frei. Das kann man auch als eine Aussage über das Lebensgefühl vieler Menschen
unserer Zeit verstehen. Ich bin so frei – ich kann reden ohne Zensur und ohne Verbote. Das ist in
vielen Ländern anders, wir erleben es gerade im Blick auf die Türkei. Wir sind so frei. Viele
Lebensstile sind möglich und erlaubt. Meinungen werden offen und ungestraft ausgetauscht und
- wenn es gut läuft - gegeneinander abgewogen. Vieles geht.
Ich bin so frei. Das gilt auch und in besonderer Weise für das weite Feld der Religion. Vorbei die
Zeit, als die Landesherren festlegen konnten, welche Religion ihre Untertanen haben mussten.
Vorbei auch die Zeit, als es zum Anstand gehörte, einer christlichen Kirche anzugehören. Heute
ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn jemand keiner Kirche an-gehört oder einer anderen
Religion. Religionsfreiheit meint eben auch die Freiheit, ohne Religion zu leben.
Leben wir also in einer durch und durch freien Gesellschaft? Führt eine freiheitlich-demokratische
Grundordnung unseres Landes dazu, dass Menschen frei sind, frei von allen Einschränkungen,
Vorschriften und Regeln?
Es ist nicht so weit her mit der Freiheit, wie es auf den ersten Blick scheint. Natürlich können wir
nicht alles tun und lassen, was wir wollen. Gott sei es gedankt. Wir haben Gesetze,
Verkehrsregeln, pflegen den guten Umgang, in dem sich manches nicht gehört. Wir sind so frei –
oder auch nicht. Freiheit ist etwas sehr Wertvolles – aber sie hat auch ihre Grenzen. Und diese
Grenzen liegen nicht nur in Gesetzen und Regeln, sondern bestimmen sich schon aus der
Endlichkeit des menschlichen Lebens und seiner Verstrickung in der Welt.
Das Thema der Freiheit ist ein brennendes Thema des Menschen durch alle Jahrhunderte
gewesen. Und vor einem halben Jahrtausend war Freiheit Martin Luthers große theologische
Entdeckung. Bis zu seinem Thesenanschlag 1517 hieß er noch Martin Luder. Danach nannte er
sich Luther. Klingt besser als Luder, das ja in der deutschen Sprache nichts Gutes bedeutet. Vor
allem aber klang „Luther“ an das griechische Wort „Eleutheria“ an, auf Deutsch: Freiheit. Sein
neuer Name war für ihn Programm. Freiheit war sein größtes Thema. „Ein Christenmensch ist ein
freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht
aller Dinge und jedermann untertan.“ Mit dieser komplett widersprüchlichen These beginnt
Martin Luther 1920 seine berühmte Schrift: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Luther
meinte damit allerdings nicht Freiheit im heutigen politischen Sinne und erst recht nicht eine von
allem losgelöste Freiheit nach dem Motto „Freie Fahrt für freie Bürger“. Er wusste sein Gewissen
gebunden an das Wort Gottes - „durch die Worte Gottes gefangen“, wie er sagte. Aber er
drückte damit seine feste Überzeugung aus, dass weltliche Macht ihre Grenzen an eben diesem
Gewissen findet, durch das er selbst sich unmittelbar vor Gott gestellt sah.
Freier Herr und dienstbarer Knecht. Das evangelische Freiheitsverständnis hat immer dieses
Zugleich einer Freiheit von etwas und einer Freiheit für etwas zusammengedacht. Und eines allein
hilft auch nicht. Wir können frei sein von politischer Unterdrückung und doch gefangen blieben.
Wir können frei werden von der Versklavung durch falsche Selbstbilder und dennoch mit dieser
Freiheit nichts anzufangen wissen. Manchmal frage ich mich rätselnd beim Blick auf eine
Generation wie meine Kinder, die in der größtmöglichen Freiheit, auch von Konventionen,
aufgewachsen sind, wie sie unfrei sind und sich sehnen nach einer Bindung dieser Freiheit. Ein
mit sich selbst alleingelassener Mensch bleibt in sich gefangen, weil er nicht anders kann, als sein
Ich zum Mittelpunkt der Welt zu machen. Martin Luther sprach einmal auch als Bild für die
Gefangenschaft von dem „in sich verkrümmten Menschen“, in curvatus se. Manchmal kommen
mir die Menschen, die nach vorn gebeugt, also verkrümmt, über dem Handybildschirm sitzen
oder gehen, als „in sich verkrümmt“ vor. Wir sind gefangen und glauben doch, wir wären
unendlich frei. Welche Illusion. Wir haben jüngst in einer kleinen Gruppe mit Kollegen uns selbst
diese Frage gestellt: Von was möchtest du eigentlich frei sein? Und für was möchtest du
eigentlich frei werden. Ganz erstaunliche persönliche Sätze hörten wir voneinander. Frei von der
Angst vor dem Tod, frei von der Sorge, meinem Dienst nicht zu genügen. Frei für die tolle
Urlaubsreise, die ich schon immer machen wollte, frei, endlich einmal dem Freund die Wahrheit
zu sagen.
Ein Mensch, der diese Freiheit nicht hat, lebt im Hausarrest in sich selbst. Diese Freiheit nach
evangelischem Verständnis ist die Freiheit davor, sich selbst zu verabsolutieren. Und in dieser
Freiheit ist auch die Freiheit von allen anderen Herren und Geistern eingeschlossen, die in dieser
Welt die Herrschaft beanspruchen über die Seele eines Christenmenschen. Woran hängst du dein
Herz? Weder Mächtige noch Konsum, weder leichte Erfolge noch große Erbschaften, weder
ideologische Mächte noch finstere Kreaturen dürfen oder sollen Macht haben können über das
Gewissen eines freien Christenmenschen. (Oh, wie lange wäre die Liste, von den Dingen von
denen ich wirklich befreit werden möchte)
Zugleich aber ist diese Freiheit von allen "Herrschern, Mächten und Gewalten" eine bindende
Freiheit. Sie ist Freiheit zur Verantwortung. Für Martin Luther war es die Freiheit für den Dienst
am Nächsten, die den Christenmenschen auszeichnet. Freiheit für die Zuwendung zu
demjenigen, der mich braucht, der meine Hilfe, meine Solidarität, aber auch mein Gebet braucht.
Dem Nächsten und seiner Not gegenüber bin ich in aller Freiheit ein "dienstbarer Knecht". Diese
Freiheit hat sich ganz konkret im Alltag ausgewirkt, sie ist eingeflossen in ein Berufsverständnis,
das den weltlichen Beruf nicht zu einer abgewerteten Lebensform gegenüber einem frommen
mönchischen Leben versteht, sondern das den Beruf als den Ort ansieht, an dem der
Christenmensch seinen Dienst am Nächsten erfüllt. An Gott gebundene Freiheit - das ist das
Manifest der Reformation. Dieser Ruf ist nie wieder verstummt, er ist die treibende Kraft von
Reformen und Revolutionen und auch der friedlichen Veränderungen bis in unsere heutige Zeit.
Doch es scheint mir in unserem protestantischen Herz in Vergessenheit zu geraten, dass wir nicht
nur Kinder des Lichts sind. Wir sind, wie es Luther sagt, Sünder und Gerechte zugleich. Wir
gehen mit unseren Laternen der Hilfsbereitschaft und der Tröstung durch diese Welt genauso wie
mit unserem ungerechten Handeln, unserem Machtbewusstsein und unserer Gnadenlosigkeit.
Wir sind Sünder und gerecht zugleich. Wir wollen doch nur Recht haben. Wir leben nicht aus der
Rechtfertigung.
Und so frage ich mich: Kann es sein, dass wir die reformatorische Freiheit genutzt haben, um
möglichst ohne Bindungen als Kinder des Lichts zu leben, die von der Dunkelheit nichts mehr
wissen wollen? Kann es sein, dass wir den christlichen Glauben damit seiner Ernsthaftigkeit und
seiner Kraft beraubt haben, weil wir ihm selbst zu wenig zutrauen? Unser fast triebhaftes
Bedürfnis nach Freiheit gründet ja darin, dass wir uns vollständig dem Joch der Unterwerfung
entziehen wollen. Und was vor einigen Jahrhunderten noch eine Phantasie war, das scheint
durch die Technik und den Wohlfahrtsstaat heute möglich zu werden. Und sich sage: Ach herrje,
manche der Befreiungen gehen mir inzwischen zu weit. Es ist ja Mode geworden, alle möglichen
Zustände als Konstrukt, als soziale Konstrukte zu bezeichnen. Die Gesellschaft hat also befördert,
ja konstruiert, was heute gilt. Unter dem Wort des Konstrukts ist die Kindheit entstanden, das
Frauenbild, das Geschlecht, die Familie, ja die Wirklichkeit. Warum, frage ich mich, ist mein Leben
nicht zuerst eine Wirklichkeit im Angesicht dessen, der mein Leben erschuf?
Was kann unser Glaube in der Spannung zwischen Licht und Finsternis heute verwandeln?
„Reformation heißt, die Welt zu hinterfragen“ ist der Slogan für die Feierlichkeiten in
Wittenberg. Den Satz fand ich so gut, den habe ich auf mein Auto geklebt. Ist es heute noch
möglich, so zu glauben, dass der christliche Glaube die Welt verändern kann? Dass Menschen
gesund werden, dass Kriege ein Ende finden, dass die Verwundungen, die uns das Leben täglich
zufügt, geheilt werden? In einer Kirche ist diese Frage für mich rhetorisch. Natürlich ist es
möglich! Aber ... es geschieht so selten.
Wer geht denn von uns hin und glaubt? Glaubt daran, dass dieses Leben besser wird? Wer
glaubt, gegen allen Anschein, im privaten wie im öffentlichen, dass diese Welt sich verändert?
Wer geht hin und glaubt, dass man selbst seinem Feinde verzeihen kann und so die Spirale von
Gewalt durchbricht?
Wer geht hin und glaubt, dass auch ein Leben mit weniger ein glückliches sein kann? Mit
weniger Ansehen und weniger Reichtum. Mit weniger Eitelkeit und weniger Macht. Wer geht hin
und hinterfragt seine eigene Welt - in aller Freiheit?
Für den Erfolg der Reformation war es entscheidend, dass die Menschen nicht in Finsternissen
verharrten und ihren Glauben verloren haben, sondern diesem Glauben in Christus Jesus eine
unglaubliche Kraft zutrauten. Die Menschen damals verloren mit den Reformen nicht ihr
Glaubensfundament. Im Gegenteil, sie erhielten einen neuen Weg, ihren Glauben leben zu
können. Ohne kirchliche Bevormundung. Die Beziehung zu Gott wurde wieder freigelegt. Man
kam näher an Gott heran. Das Fundament des Glaubens wurde neu gegründet.
Und dieses Fundament gab die Freiheit auch ganz andere Wege zu gehen als bisher: neue soziale
Verantwortung in der Armenfürsorge, ein Bildungsanspruch für alle und eine Neuorganisation
der Kirche aus theologischen Gründen. In dieser Freiheit des Glaubens stehen wir bis heute.
Und was eine solche Freiheit bewegen kann, ist selten so eindrücklich bewiesen worden wie in
der Zeit der Reformation selbst. Wenn wir anschauen, wie in den wenigen Jahren der
Reformation Niedersachsen beeinflusst hat, kann man nur staunen. Heute Morgen war ich in
Hullersen, einem kleinen Ort bei Einbeck. Hullersen gilt als einer der Orte, in denen die
Reformation in Niedersachsen als erstes Fuß fasste. Nur fünf Jahre nach dem Thesenanschlag
Martin Luthers in Wittenberg hielt Pfarrer Ebbrecht, ein ehemaliger Augustinermöch, in Hullersen
schon evangelische Gottesdienste. Ob Schulwesen oder Klöster, ob Armenfürsorge oder
Priesterschaft, in wenigen Jahren wurden mit Hilfe der Kirchenordnung von Johannes
Bugenhagen Reformen durchgesetzt, die das Zusammenleben der Menschen völlig neu ordneten
und zugleich das Verhältnis zum Rat der Stadt veränderten. Manchmal wünsche ich mir beim
Blick auf das Reformtempo in Staat und Kirche ein bisschen von dieser Dynamik zurück.
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein
Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Das heißt auch:
Ein protestantisches Herz kann sich die Freiheit nehmen, nicht absolut zu sein. Damit sind wir von
der Last der Einzigartigkeit befreit. Das ist zugleich der Lebensraum für andere; für andere
Meinungen, andere Wahrheiten, andere Lebensentwürfe, andere Hoffnungen. Ich bin einer unter
vielen. Das drückt nicht meinen Mangel und meine Geringfügigkeit aus. Sondern protestantische
Freiheit, die nicht beliebig ist. Ein freies protestantisches Herz hält fest an der mutigen
Überzeugung, dass sich mit dem Glauben an Jesus Christus nicht nur das eigene Leben
verändert, sondern diese Welt ein anderes Antlitz erhält. Protestantische Freiheit bindet sich.
Bindet sich an Gottes Gnade, an Jesus Christus, an den Glauben, an die Bibel. Das war und ist
der Motor der Reformation, auch über das Jubiläumsjahr 2017 hinaus.
Amen

 

Predigt in der St. Peter und Paul Kirche Bisperode
25. Juni 2017, 17.00 Uhr

Quelle: https://landesbischof.wir-e.de/predigten

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Landesbischof Ralf Meister

Ralf
Meister
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So. 01.10.17
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes…
Monatsspruch
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. Lk 15,10

Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. Lk 15,10 

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So. 13.08.17
Bauanleitung gesucht
Alexa Wilke
Bauanleitung gesucht

Eine Strandmuschel, zum Beispiel, ist ja auch nicht immer so hilfreich, wie man es sich wünschen würde. Beim Stangenmodell bringt man sich und das Augenlicht der Mitreisenden schon beim Aufstellen in Gefahr. Wohingegen das sich selbst aufbauende Modell „pop-up“ sich beim abendlichen Rückzug vom Strand gern geheimnisvoll gibt und nur mit einigem Widerstand wieder „down“ gefloppt werden kann.

Der Grund liegt auf der Hand. Strand und Sand sind für Traumschlösser und Kleckerburgen. Bei Ankunft von Flut, Wind oder dem nächsten spielenden Kind fallen sie in sich zusammen. So entsteht immer wieder Platz für Neues: Staudämme oder Seerobben aus Sand etwa. Das ist die besondere Freiheit am Meer. Nichts bleibt hier draußen lange wie es ist.

Und doch: Die viele Freiheit und der aufgewirbelte Sand werden manchem auf Dauer zu mühsam. Hier und da erwacht die Sehnsucht nach Behausung. Wohin dann? Doch die Strandmuschel? Der Freigeist wütet: „Du wirst doch nicht ernsthaft versuchen, sogar Meer und Strand zur windstillen Komfortzone zu machen! Der Sand zwischen deinen Zähnen – das ist der Preis der Weite!“ Und der Architekt sagt: „Bau nicht auf Sand!“ (Matthäus 7,24-27).

„Aber wohin denn dann am Abend?“, frage ich zerknirscht. Bauen, ohne Wind und Weite zu verraten. Heimisch werden, ohne die Freiheit zu verlieren. Das wär’s. „Bau auf das, was ich Dir sage“, mischt sich der ins Gespräch, den keiner am Strand erwartet hätte. Er selbst, Jesus von Nazareth, war ständig unterwegs und hatte keinen sicheren Platz. Nicht mal in der Nacht. Er lebte die Freiheit und herrscht über Wind und Wellen. Sein Vater im Himmel hält ihn und er hält auch mich am Strand des Lebens, mit und ohne Strandmuschel.

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Alexa Wilke

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Dr. Alexa
Wilke
Pastorin der Stadtkirchengemeinde, Fundraisingbeauftragte im Kirchenkreis Rotenburg
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27356
Rotenburg //Postadresse: Westerwalseder Str. 7, 27386 Kirchwalsede
Tel.: 
(04261) 3061644
Di. 01.08.17
Unendliche Güte! Ohne Einschränkung
KDA (Kirchlicher Die…
Unendliche Güte! Ohne Einschränkung

Gott, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

(Psalm 36,6)

Unendliche Güte!
Ohne Einschränkung

Urlaub: Zeit, um neue Kräfte zu tanken und mich zu
erholen. Einige Tage wird es wohl wieder dauern, bis
ich die Entlastung spüre, mein Herz und die Sinne
wieder freier werden.

Am letzten Tag vor meinem Urlaub hatte ich noch
einen Beratungstermin mit einem Mann, der zum
ersten Mal in seinem Leben einen Antrag auf ALG II,
auf Grundsicherung, ausfüllen musste. Der Antrag ist
sehr umfangreich, Grunddaten von sich, der Ehefrau
und den Kindern, Bescheinigung vom Arbeitgeber
der Ehefrau, Arbeitslosengeldbescheid, Mietvertrag,
Bescheinigung vom Vermieter, letzte Nebenkostenabrechnung,
Abrechnung Energieversorger, Kindergeldbescheid,
Versicherungsunterlagen, Vermögensnachweis,
Kontoauszüge der letzten Monate.

Verschuldet arbeitslos
Der Mann wirkte sehr nüchtern, klar und gefasst.
Wie die meisten Männer, die meine Beratung in
Anspruch nehmen. Haltung bewahren. Dann fing er
plötzlich an zu weinen. Ihm war das sehr peinlich. Wir
haben noch lange gesprochen. Er erzählte von seiner
Arbeitslosigkeit, die er durch ein Fehlverhalten selbst
verschuldete, die nun schon zwölf Monate andauerte,
den leisen Vorwürfen der Ehefrau, den Fragen der
Familie, den Absagen. Niemand sollte erfahren,
dass die Familie jetzt Sozialhilfe beantragen musste.
Er sagte: „Ich habe früher selbst schlecht über
„Hartz-IV-Empfänger“ geredet, wie konnte ich nur
so arrogant sein? Ich bekomme auch keine zweite
Chance. Ich fühle mich so wertlos.“
Kein Selbstvertrauen mehr – das betrifft viele Langzeitarbeitslose.
Arbeitsplatzverlust macht Menschen
auf lange Zeit misstrauischer, die Erfahrung des
Jobverlusts hinterlässt Narben. Mit Auswirkungen
nicht nur für die betroffene Person, sondern für die
gesamte Gesellschaft. Denn Vertrauen kann wichtige
Vorteile bringen: Gesundheit und Zufriedenheit,
sozialen Zusammenhalt, eine effiziente, demokratische
Regierung und wirtschaftliche Entwicklung.

Vertrauen bewahren
Und da finde ich die biblische Erzählung von Josef
wunderbar. Bei Josef lief sehr vieles komplett schief.
Aber letztlich hat sich doch für ihn das Schlimme
zum Guten gewendet. Die Güte Gottes hat ihn auch
im fernen Ägypten nicht verlassen, und er ist wieder
glücklich geworden. Das wünsche ich auch diesem
Mann. Vertrauen als Grundlage, zu seiner Familie und
zu Gott, die Erfahrung, dass er sich auf seine Ehefrau
verlassen kann, trotz seines Fehlers. Vertrauen wieder
zu sich selbst. Ja, das Selbstvertrauen ist auch eine
Form des Vertrauens.
Die Güte Gottes macht das Leben natürlich nicht zum
Spaziergang, aber es besteht die Aussicht, sagen zu
können: „Ja, Gott hat es gut hinbekommen”. Ich
wünsche Ihnen eine erholsame Zeit.

 

WORTMELDUNG August 2017
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
Fon: 0511 1241-449
Brigitte Siebe
Ev. -luth. Kirchenkreis Celle, Diakonie, Beratungsstelle für Arbeitslose
brigitte.siebe@evlka.de

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
Hannover
Tel.: 
(0511) 1241-449
Sa. 01.07.17
Monatsspruch Juli
Monatsspruch
Monatsspruch Juli

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

Phil 1,9

BILDER
KONTAKT
Mo. 03.07.17
Immer reicher an Erkenntnis und Erfahrung
Susanne Briese
Immer reicher an Erkenntnis und Erfahrung

500 Antworten von Pädagogen wurden in einer Studie der Universität Oldenburg gesichtet mit dem Ergebnis, dass die Trennung von Name und Person keine leichte Sache ist. Das ist meistens kein Problem. Zum Beispiel beim Vornamen Astrid, der sich von den altnordischen Begriffen „ass/oss“ (Göttergeschlecht) und „frior“(Schönheit) ableitet. Somit kann man zum Vornamen Astrid die Bedeutung „göttlich Schöne“ assoziieren. Das ist gut so. Dass allerdings ein Vorname mit einer Voreinstellung gehört werden kann, könnte da, wo Kinder und Jugendliche neu in Gruppen oder Schulklassen zusammenkommen, auch schwierig sein. Es ist gut, wenn wir einander ohne Bedingungen vorurteilsfrei begegnen. Denn alle tragen die gleiche Würde in sich und müssen die gleichen Chancen haben.

Trotz aller Bemühungen jedoch von Eltern, Freunden und Lehrern im wertschätzenden und vorurteilsfreien Umgang mit Namen ist ungefähr jeder zehnte Deutsche mit seinem Vornamen unzufrieden. Manche leiden geradezu unter ihrem Namen. Das ist kein einfaches Thema. Manche versuchen, ihren Namen zu ändern. Schwerwiegende, sehr ernst zu nehmende Gründe werden vorgetragen und sind auch Voraussetzung für eine eventuelle Änderung. Andere finden im Laufe des Lebens ein positives Verhältnis zu ihrem Namen und prägen ihm ihr eigenes Bild auf: Durch die Art, wie sie ihren Namen repräsentieren, bestimmen sie die Bedeutung ihres Namens mit, und es wird ihr Name.

„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung“, heißt es im Monatsspruch für den Monat Juli (Philipper 1,9). Ein gutes Motto. Auch für den Umgang mit Namen.

 

 

 

 

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Susanne Briese

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Susanne
Briese
Superintendentin
Goethestraße 20
27356
Rotenburg
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(04261) 630 39 10
Fax: 
(04261) 630 39 19
So. 25.06.17
Spaltet Religion die Welt?
Werner Burfeind
Spaltet Religion die Welt?

Zeichen für den Frieden

Im Namen Gottes

 

Nun ist es passiert. In der Nacht zu Montag dieser Woche wurden Muslime Ziel eines Attentats. Ein 47 jähriger Mann aus Wales steuerte einen Lieferwagen in eine Menschenmenge nahe einer Londoner Moschee. Offenbar aus Vergeltung.

Spaltet Religion also unsere Gesellschaft?

Es scheint so kommen zu können. Dieser Angriff gegen ein Gruppe gläubiger Muslime spricht dafür. Aber es ist kein muslimisches Phänomen. Es ist nicht allzu lange her, da spaltete die Frage nach der Konfession ganz Nordirland. Evangelische Christen kämpften gegen katholische Christen.

Geht es bei allem um Religion? Ich wage es zu bezweifeln. Es geht um Macht. Es braucht einen Sündenbock, um den eigenen Zielen näher zu kommen. Dabei wird nicht nach dem Anteil des Einzelnen am eigenen Leid gefragt. Es reicht die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Die Menschen aus der Londoner Moschee sind unschuldig an den Anschlägen zuvor auf der London Bridge oder der Westminster Bridge. Sie beten lediglich zu dem Gott, in dessen Namen die Attentäter dort gemordet haben.

Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht im Netz der Terroristen verfangen, die unsere Zivilgesellschaft spalten wollen. Wir müssen unterscheiden zwischen Islam und islamistischem Terror.

Im Namen Gottes lässt sich nicht töten. In der Bibel lesen wir die Aussage Jesu: „Glücklich sind, die Frieden stiften. Sie werden Gottes Kinder heißen“ (Bergpredigt). Auch im Begriff Islam steckt das Wort „Salam“, arabisch für Frieden. Im Namen Gottes können wir also nur für den Frieden eintreten. Für das Miteinander der Menschen.

Gut finde ich, dass wir in der letzten Woche eine Demonstration von Muslimen in Köln gegen den Terror gesehen haben. Bemerkenswert ebenso die Meldung, der Imam der Londoner Moschee habe sich schützend vor den 47-jährigen Waliser gestellt, als er nach seiner Tat attakiert wurde.

Von dieser friedenstiftenden Kraft der Religionen brauchen wir im Moment mehr.

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Werner Burfeind

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Di. 06.06.17
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen
Thomas Steinke
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen

Der Monatsspruch für Juni aus Apostelgeschichte 5, Vers 29 hat es in sich. Und fordert heraus: Wird hier etwa dazu aufgerufen, gegen staatliche Ordnung zu rebellieren? Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin von Herzen dankbar dafür, dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben, der uns in unseren persönlichen Freiheiten und Rechten schützt. Und doch kann es auch hier in Einzelfällen zu Konflikten kommen, wie die Debatte um das Kirchenasyl belegt. Damit stellt sich die Kirche nicht über staatliches Recht, sondern in besonderen Härtefällen gewährt sie aus Barmherzigkeit Menschen in Not einen Schutzraum, bis ihre Situation nochmals geprüft ist - übrigens nie ohne dass die zuständigen Behörden informiert sind.

Noch dichter dran sind für uns alle wohl die "täglichen Konfliktfelder": Gehe ich mit Spickzettel zur nächsten Klassenarbeit, blinzele ich mal aufs Blatt des Sitznachbarn herüber - oder bleibe ich ehrlich?
Mache ich mit, wenn andere über jemanden herziehen - oder habe ich den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und ihn in Schutz zu nehmen? Dreht sich alles um mich und meinen eigenen Vorteil - oder liegt mir der andere wirklich am Herzen? Suche ich das schnelle Abenteuer - oder bleibe ich treu in meiner Beziehung? Manchmal sind wir nicht verlegen, Entschuldigungen zu finden, oder wir hören auf die Stimmen derer, die sagen: "Jetzt stell dich mal nicht so an, man kann's auch übertreiben, das machen doch alle!" Hinterher merken wir oft, dass es besser gewesen wäre, sich anders zu entscheiden. Segen liegt darauf, wenn wir tun, was Gott uns in seinem Wort sagt.

Der ursprüngliche Zusammenhang des Monatsspruchs ist übrigens, dass Petrus und den anderen Aposteln verboten worden war, öffentlich von ihrem Glauben an Jesus Christus zu reden. Darüber konnten und wollten sie aber nicht schweigen, sie hatten den Auftrag ja von Gott selbst bekommen. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Gott sei Dank genießen wir in unserem Land die Religionsfreiheit - ein hohes Gut! Da sollte es uns doch nicht schwer fallen, etwas von der Freude und der Hoffnung weiterzugeben, die Jesus in unser Leben gebracht hat - oder?

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Thomas Steinke

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Thomas
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So. 04.06.17
„Segelst Du schon?“
Thomas Steinke
„Segelst Du schon?“

- „Oder ruderst Du noch?“ So könnte die Karikatur überschrieben werden, die mir vor Augen ist: Verbissen legen sich zwei Ruderer ins Zeug, während ganz entspannt und gelassen ein Paar Arm in Arm in einem Segelboot an ihnen vorbeifährt.

Für mich ist dies auch ein pfingstliches Bild. Gott hat seinen Geist versprochen, der weht, wo er will. Wie der Wind kommt er von außen. Wir können ihn nicht selbst machen, aber wir können uns dafür öffnen. Wir können die Paddel aus der Hand legen und die Segel setzen. Indem wir z.B. einen Gottesdienst besuchen. Jesus Christus hat die Nähe in seinem Geist in besonderer Weise zugesagt, wo wir in seinem Namen zusammen kommen. So laden z.B. sieben Gemeinden aus Rotenburg, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen verbunden sind, am Pfingstmontag um 11 Uhr zu einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst auf dem Pferdemarkt ein. Auch in anderen Regionen unseres Kirchenkreises werden an diesem Pfingstfest besondere Gottesdienste gefeiert. Ebenfalls am Pfingstmontag findet etwa im Schulwald Lauenbrück neben der Kirche um 10 Uhr ein regionales Tauffest an der Wümme statt.

Immer geht es darum, dass wir uns an dem orientieren, was Christus in unsere Welt gebracht hat. Nicht verkrampft, nicht verbissen, nicht engstirnig sind wir unterwegs. Sondern von seinem Geist wollen wir uns bewegen lassen. Dieser Geist ist nicht ein Geist der Furcht oder der Abschottung. Nein, es ist der Geist Christi: Der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit! (2. Timotheus 1,7)

Möge dieser Geist kräftig in unser Leben hineinwehen - bei uns persönlich und in unseren Kirchen und Gemeinden. Setzen wir die Segel, dann werden wir seine Kraft spüren! Gesegnete Pfingsten!

Thomas Steinke,
Pastor in Fintel

 

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Thomas Steinke

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Do. 01.06.17
Wissen was wertvoll ist
KDA (Kirchlicher Die…
Wissen was wertvoll ist

„Ich finde Vieles schwer in Deutschland. Früher war
ich erfolgreicher Architekt. Heute funktioniert gar
nichts. Ich schäme mich vor meinen Kindern.“

„Deutsche und Geflüchtete können gemeinsam
Probleme lösen. Wir können viel mehr als schlechtes
Deutsch.“

„Ich fühle mich völlig alleingelassen in diesem Land.
Was kann ich dafür, dass mein Betrieb Pleite ging?“

Soweit drei Rückmeldungen von Menschen, die seit 2 –
3 bzw. seit 53 Jahren in Deutschland leben. „Deutsche
wie Geflüchtete brauchen Respekt und sie brauchen
Arbeit, dann gelingt Integration“ darüber sind sich
JobPaten und Geflüchtete im „Ponteprojekt“ einig.
Die brennende Frage, die sich daraus ableitet: wo
und wie erfahren Einheimische wie Zugewanderte
notwendigen Respekt in ihrem Alltag? Inwieweit
erfahren sie ihr Leben als gestaltbar und damit zukunftsfähig?

 
Für Einheimische wie Geflüchtete
Aus Forschung wie Praxis wissen wir: eine zuversichtliche,
gesundheitsfördernde Sicht auf das Leben
wird bei Menschen gestärkt, 1. wenn das, was passiert,
einschätzbar und vorhersehbar ist, 2. wenn der
Mensch das Vertrauen hat, dass fremde Situationen
und Aufgaben mit Hilfe der zur Verfügung stehenden
Mittel zu lösen sind und 3. wenn die Anforderungen
des neuen Lebens als sinnvoll angenommen werden
können und sich das Engagement lohnt (vgl. A. Antonovsky).
Dies gilt für Frauen wie Männer, für Christen
wie Muslime und auch deren Kritiker gleichermaßen.
Bei zu entwickelnden Konzepten für gelingendes,
zukunftsweisendes Zusammenleben gilt es einerseits
die personalen Ressourcen der Menschen – wie Selbstwert-
und Zugehörigkeitsgefühl – so früh wie möglich
bzw. wieder neu zu stärken. Und andererseits gilt es
für verlässliche (gesetzliche) Rahmenbedingungen
zu sorgen. Sozialer Frieden hängt entscheidend vom
grundsätzlichen Gefühl der Zuversicht ab, dass das
Leben in Deutschland handhabbar ist – dass es eine
Perspektive gibt.

Zivilisatorische Errungenschaften
Wenn wir unsere zivilisatorischen Errungenschaften:
Glaubens-, Gewissens- und Meinungsfreiheit ebenso
wie Gleichberechtigung hoch halten und nach innen
wie nach außen verteidigen wollen, müssen wir dafür
sorgen, dass sie ohne Ansehen der Person Anwendung
finden. Allerdings sind Rechte und Freiheiten
nicht nur zu genießen, sondern erforderlich ist auch –
und sei es zähneknirschend – die innere Zustimmung,
zu diesen Grundwerten. Rechte sind nicht
ohne Pflichten zu haben, wenn eine Gesellschaft
funktionieren soll. Dafür gilt es reden, zuhören und
streiten zu lernen – respektvoll und geduldig, aber
auch entschieden.
„Prüfet alles und behaltet das Gute“ fordert der Apostel
Paulus die Gemeinde in Thessalonich auf „und bei
allem sorgt für ein friedvolles Zusammenleben.“ Gewinnen
wir Menschen für solch ein Vorgehen. Arbeiten
wir an wertvollem gelingendem Leben – für alle.

 

Autorin:
Waltraud Kämper, Referentin
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt - www.kirchliche-dienste.de

Die Autorin freut sich über eine Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de

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So. 07.05.17
Monatsspruch für den Mai
Frank Heyden
Monatsspruch für den Mai

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kolosser 4,6

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Frank Heyden

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Mo. 01.05.17
Eure Rede sei allezeit freundlich und mit…
Monatsspruch
Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. Kol 4,6

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. Kol 4,6

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So. 16.04.17
Ein Glaube, der lebt und wirkt
Susanne Briese
Ein Glaube, der lebt und wirkt

Sonntag – Auferstehungstag – in Jerusalem. Vor wenigen Stunden hatte Maria Magdalena eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus gehabt, die alles auf den Kopf gestellt hatte. Nun sitzen die Jünger hinter verschlossenen Türen. Sie haben Angst. Angst, dass ihnen Unheil droht, dass man sie sucht und verfolgt. Plötzlich steht Jesus mitten im Raum. Durch die verschlossene Tür muss er gekommen sein – wie geht das denn? „Friede sei mit euch!“ Das haben sie schon einmal gehört. War es nicht beim Abschied von ihrem Herrn? Ja, so war es. Und nun wieder diese vertraute Stimme.

Thomas hat das alles nicht mitbekommen. Wenn er ihnen glauben soll, müsste er es selbst sehen. Mehr noch: Er müsste die Wundmale Jesu mit seinen eigenen Händen fühlen. Dann wäre er überzeugt. Ob er wirklich damit gerechnet hat, dass sich dieser Wunsch erfüllt? Am nächsten Sonntag ist es so weit. Wieder sitzen die Jünger – natürlich wieder ohne Judas Iskariot – im Hause zusammen. Die Tür ist zu. Wieder steht Jesus mitten im Raum. Wieder grüßt er mit dem Friedensgruß. Ohne Umschweife wendet er sich Thomas zu und fordert ihn auf, zu tun, was er braucht, um zu glauben. „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.“ Das öffnet Thomas die Augen. Es bricht förmlich aus ihm heraus: „Mein Herr und mein Gott!“

Mehr geht nicht. „Selig sind die nicht sehen und doch glauben“, muss er sich anhören. Das ist die Regel für die Zukunft: Nicht sehen und doch glauben. Wie kommt man dazu, an Gott zu glauben, wenn für uns so eine spürbare Begegnung mit dem Herrn, wie sie hier von Thomas berichtet wird, nicht möglich ist? Wie kriegt man das hin? Wie es zum Glauben kommt, ist schwer zu sagen. Trotzdem muss man auf die Frage hin nicht verstummen. Man kann selbst ein gutes Beispiel sein und davon erzählen, was der Glaube im eigenen Leben bewirkt. Man kann sprechen über die größere Klarheit der Entscheidungen, über die Kraft in Krisenzeiten, den Mut, den ersten Schritt zu tun, über die Freude an Versöhnung und Gerechtigkeit. Glaube ist ein Geschehen zwischen Dir und mir, zwischen Gott und Mensch – das aber natürlich trotzdem nach außen hin sichtbar und spürbar werden kann.

Davon erzählen Worte und Taten von Menschen, die in ihrem Beruf, in der Familie und in der Freizeit als Menschen, die auf Gott vertrauen, leben. Vielleicht ganz still und unbemerkt. Vielleicht öffentlich sichtbar. Auf jeden Fall getragen von der Überzeugung, dass es gut ist, sich einzubringen – als Anwälte des Lebens. Zum Beispiel Ingeburg und Werner. Statt im Ruhestand die Füße hochzulegen, entwickelten sie gemeinsam mit dem Diakonischen Werk die Idee, mit dem „Zahnmobil – Hilfe mit Biss“ bedürftigen Menschen eine Zahnbehandlung zu ermöglichen. Ihr Engagement lindert die Not da, wo sie am größten ist. In und im Umkreis einer Großstadt bietet das Ehepaar gemeinsam mit anderen Zahnärzten und weiteren Mitarbeitenden Behandlungen an – auch, wenn etliche der Patienten nicht krankenversichert sind. „Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen“, sagt Ingeburg. Entscheidend ist neben der medizinischen Versorgung auch, dass die Patienten durch dieses Angebot Wertschätzung und Aufmerksamkeit erfahren – etwas, was ihnen im Alltag oft fehlt.

Menschen in unserer Kirche geben ihre Zeit und ihre Kompetenz für andere. Gut, dass es sie gibt. Das ist ein Beispiel für einen Glauben, der lebt und wirkt. Christlicher Glaube tut der eigenen Seele gut und hat zugleich eine gesellschaftliche, soziale, politische Dimension. Wer Gott liebt, liebt auch den Nächsten wie sich selbst. Und das kann man sehen und spüren. So soll es sein.

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Susanne Briese

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Mi. 01.03.17
Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen…
Monatsspruch
Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten

Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR. Lev 19,32

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Sa. 04.02.17
Wochenspruch Sonntag, 05. Februar 2017 bis…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 05. Februar 2017 bis Samstag, 11. Februar 2017

Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. (Jes 60, 2b)

Feiertag

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Erklärung

Was bleibt von und was folgt der Geburt im Stall von Bethlehem? Das Fest Epiphanias, zu Deutsch Erscheinung, und die folgenden Sonntage gehen dieser Frage nach. Sie gehören noch zum Weihnachtsfestkreis.
Gott wird sichtbar in Jesus über die Grenzen Israels hinaus, sowohl in dem neugeborenen Kind als auch im herangewachsenen Mann. Davon handeln die Texte in den Gottesdiensten der Epiphaniaszeit: Gelehrte aus fernen Landen kommen, um den „neugeborenen König anzubeten“; während der Taufe Jesu (Evangelium am 1. Sonntag nach Epiphanias) und auf einem Berg im Beisein der engsten Freunde (Evangelium am letzten Sonntag der Epiphaniaszeit) vermacht Gott seine Kraft an Jesus: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“; während einer Hochzeitsfeier in dem Dorf Kana setzt Jesus selbst das erste Zeichen dieser Kraft.

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Mi. 01.02.17
Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage
KDA (Kirchlicher Die…
Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage

Eine Geschichte: Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage

1999 ging die Evangelische Kirche in Deutschland mit diesem Slogan an die Öffentlichkeit. Sie schaltete Video-Clips in Kinos, verteilte tausende Aufkleber und hängte vielerorts Plakate auf. Die Kampagne war ein großer Erfolg. Denn sie erzählt in sieben (!) Worten eine Geschichte: Die Arbeit hat ein Ende, selbst Gottes Arbeit. Menschen brauchen gemeinsame Freiräume zum Entspannen, zum Spielen, zum Träumen. Ruhe – buchstäblich gedacht – unterbricht den Lärm, das Geschrei und das Getöse des Alltags. Es gibt ein Genug an Arbeit und Tätigkeit, Wachstum und Entwicklung, weil genug für alle da ist.

 

Die Gegengeschichte: Ein flexibler Sonntag tut allen gut

Derzeit wird im Landtag in Niedersachsen um ein
neues Ladenöffnungsgesetz gerungen, weil das
Verfassungsgericht die alte Regelung gekippt hat.
Vordergründig wird hier auf gesetzlicher Ebene
der Kampf im Einzelhandel um Marktanteile ausgetragen.
Shopping-Malls gegen Online-Handel,
Innenstädte gegen Randlagen, Kleinstädte gegen
Großstädte. Ein Mehr an Profit? Schwerlich. Der
Kuchen, der zu verteilen ist, bleibt ja gleich groß.
Hintergründig erzählt das Streben nach mehr verkaufsoffenen
Sonntagen auch eine Geschichte:
Shoppen ist Freizeit, Kaufen macht glücklich und
Konsum entspannt. Es reicht doch, wenn jede und
jeder seine ganz individuellen Freiräume hat. Flexibilität
ist das, was doch alle wollen und was allen
gut tut. Regelungen behindern die individuelle
Freiheit.
 

Die Geschichte vom Wandel: Es kann nicht einfach immer so weitergehen
Bei vielen Besuchen und Gesprächen in Betrieben
stelle ich ein Unbehagen fest. Immer mehr Menschen
spüren: Unser heutiges Arbeiten und Wirtschaften
steht vor einem umfassenden Wandel. Allein im
Blick auf Klimawandel und Ressourcenverbrauch
kann es nicht einfach immer so weitergehen mit dem
„Wirtschaftswachstumswahnsinn“, um ein Wort von
Frithjof Bergmann aufzugreifen. Immer mehr Menschen
erkennen: In der heutigen Logik immer mehr
Teile unseres Lebens zu ökonomisieren steckt eine
Gefahr, die uns zu vergiften droht, weil die gemeinsamen
Räume jenseits aller Flexibilitätsbestrebungen
verloren gehen. Immer mehr Menschen ahnen: Ohne
Sonntag gibt es nur noch Werktage – und jeder noch
so kleine Schritt in diese Richtung ist eine Schreckensgeschichte.
 

Die Hoffnungsgeschichte: Der siebte Tag unterbricht heilsam alles Tätigsein
Christliche Kirchen, Judentum und Islam erzählen
übereinstimmend die Geschichte von einem siebten
Tag. Einem Tag, der den Rhythmus des Tätigseins
unterbricht, weil Leben mehr ist als Arbeiten. Und
auch mehr als sich an diesem Tag nur wieder für die
Arbeit zu erholen. Diese Geschichte ist heilsam und
stimmt hoffnungsvoll. Sie führt uns heraus aus der
ewigen Entwicklungslogik des immer mehr, immer
besser, immer perfekter, immer effizienter. Sie öffnet
Räume. Ungeahnte, ungekannte, unvorhergesehene,
unvorhersehbare, unverplante Räume. Verspielte Räume,
die uns gut tun. Das ist die Hoffnung des siebten
Tages. Es lohnt sich dafür zu streiten.

 

 

WORTMELDUNG Februar 2017 „Ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage“
Autor: Dr. Matthias Jung
Landessozialpfarrer & Leiter des Fachbereichs Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt
jung@kirchliche-dienste.de
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
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Sa. 07.01.17
Rufe mich an...
Rufe mich an...

Und wann haben Sie das letzte Mal mit Amerika telefoniert? Vielleicht der fernen Tante ein frohes neues Jahr bzw. eher ein „Happy new year“ gewünscht. Oder doch eher mit Spanien telefoniert? Letztes Jahr, als die Kinder dorthin geflogen sind, eben angerufen haben, dass sie gut gelandet sind. Schon erstaunlich, was heute so möglich ist. Dabei gibt es dieses Telefonieren zwischen fernen Kontinenten schon etwas länger. Heute am 7. Januar vor 90 Jahren gab es zum ersten Mal eine Telefonverbindung zwischen der alten und der neuen Welt. London und New York, die Zentren der Macht, nur einen Anruf entfernt. Nun war es nicht ganz so einfach wie heute: Nummer wählen und anrufen, nein. Aber es war schon eine Übertragung per Funk – Handyanruf sozusagen. Seekabel sollten erst später kommen. Aber wie wichtig sollten diese langen Leitungen noch werden! Das rote Telefon – der heiße Draht zwischen dem weißen Haus und dem Kreml. Sinnbild für den Versuch, folgenschwere Missverständnisse zu vermeiden.

Ich wünsche mir auch heute ein ums andere Mal einen solchen Anschluss, um zu verstehen, was da eigentlich zwischen Krisen und Populismus auf unserer Welt so gehörig schief läuft. Einen solchen Anschluss aber haben wir alle. Heißer Draht nach oben sozusagen. Gott sagt selbst: „Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“ Ja, das könnte dieser Tage wirklich nicht schaden, so große und gewaltige Dinge gezeigt zu bekommen! Im Gebet. Schon immer drahtlos.

So. 01.01.17
Lukas 10,5
Monatsspruch
Lukas 10,5

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus

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Sa. 31.12.16
Neues Jahr - neues Herz
Thomas Steinke
Neues Jahr - neues Herz

Wie ist es um Ihr Herz bestellt? Gemeint ist nicht in medizinischer Hinsicht. Gemeint ist: Wie ist es Ihnen ums Herz – am Ende dieses Jahres?

Leicht – weil gerade ein freudiges Ereignis in Ihrer Familie anstand, die Geburt eines Kindes oder Enkelkindes, die Hochzeit oder ein Ehejubiliäum, ein runder Geburtstag oder eine überwundene Krankheit?

Oder eher schwer – weil die Lasten des Alltags Sie niederdrücken, der Stress bei der Arbeit oder Zuhause, die schlimme Diagnose, der Abschied von einem Familienmitglied oder einem guten Freund/einer guten Freundin?

Oder wissen wir gerade gar nicht so genau, wie uns ums Herz ist? Flattert es unruhig hin und her: Einerseits dankbar für viel Gutes in unserem Leben, andererseits verunsichert und traurig wegen mancher Entwicklungen in unserem Land und unserer Welt, die wir nicht richtig einordnen können?
Die Bibel spricht in besonderer Weise vom Herzen:

Das Herz – es steht für die Mitte unserer Person, die das Ganze bestimmt: Unser Denken, unser Wollen, unser Planen und unser Fühlen. Letztlich geht es um die Frage: Wer hat Einfluss auf unser Herz, wo ist es beheimatet? Die Jahreslosung für das kommende Jahr ist ein großartiges Versprechen! "Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch." (Ezechiel 36,26) Gott schenkt uns ein neues Herz, das bei ihm verankert ist in unruhiger Zeit, das sich prägen lässt von seinem Wort. Ein neues Herz, das nicht hart und kalt wie Stein ist, weil wir dicht gemacht haben und verbittert sind wegen der schlimmen Nachrichten tagaus tagein und der schweren Erfahrungen, die hinter uns liegen. Nein, ein neues Herz aus Fleisch und Blut, das wieder spürbar schlägt für andere Menschen und für die Sache Jesu. Es ist sein Geist, der Geist des Auferstandenen, der unser Herz wiederbelebt und brennen lässt für Gott und unsere Mitmenschen. Sind wir offen dafür? Lassen wir uns so beschenken?
Ich wünsche es Ihnen und mir. Denn ein Mensch mit einem solchen neuen Herzen ist ein wirklich freier Mensch: Der wird unabhängiger von den Meinungen der anderen;
der bekommt ein starkes Rückgrat und steht zu seinen Ansichten, die nun von Jesus geprägt werden;
der lässt sich nicht so schnell einschüchtern und auf Linie bringen.
Der lässt sich nicht einfangen von Hassparolen, von Stammtischmeinungen...
Der wird sich in einem Klima der allgemeinen Verunsicherung und Verdächtigungen dennoch für Menschenwürde, für gleiche Rechte für alle einsetzen.
Der wird gegen Populismus und Radikalität eintreten –
für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft!

Ein gesegnetes neues Jahr Ihnen allen – mit einem neuen Herzen!

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Thomas Steinke

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